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Jesus von Nazareth
| Originaltitel: | Gesù di Nazareth |
| Premiere im Jahr: | 1976 |
| Regie: | Franco Zeffirelli |
| Handlung spielt im Jahr: | 30 nach Christus |
| Darsteller: | Robert Powell ... Jesus Christus
Olivia Hussey ... Maria, seine Mutter Yorgo Voyagis ... Josef, sein Vater Peter Ustinov ... König Herodes der Große Christopher Plummer ... König Herodes Antipas Valentina Cortese ... Herodias, seine Frau Isabel Mestres ... Salome, ihre Tochter Michael York ... Johannes der Täufer Rod Steiger ... Pontius Pilatus Tony Lo Bianco ... sein Berater Anthony Quinn ... Kaiphas, Hohepriester James Mason ... Josef von Arimathäa Laurence Olivier ... Nikodemus Ian Holm ... Zerah, Verwaltungschef des Tempels Ian McShane ... Judas Ischariot James Farentino ... Simon Petrus Keith Washington ... Matthäus Bruce Lidington ... Thomas Anne Bancroft ... Maria Magdalena Ernest Borgnine ... Zenturio Claudia Cardinale ... die Ehebrecherin Stacy Keach ... Barabbas Marina Berti ... Elisabeth, Marias Cousine, Johannes' Mutter Cyril Cusack ... Yehuda, Josefs Rabbi Ralph Richardson ... Simeon, ein weiser alter Mann Ian Bannen ... Amos, der Anführer der Rebellen James Earl Jones ... Balthasar Donald Pleasence ... Melchior Fernando Rey ... Kaspar Renato Rascel ... der geheilte Blinde |
| Stand: | 23.01.2010 |
| Crew: | Drehbuch ... Anthony Burgess, Suso Cecchi d'Amico, Franco Zeffirelli
Produzenten ... Lew Grade, Vincenzo Labella Kamera (Cinematography) ... Armando Nannuzzi, David Watkin Schnitt (Film Editing) ... Reginald Mills Art Direction... Gianni Quaranta Kostüme ... Marcel Escoffier, Enrico Sabbatini Musik ... Maurice Jarre Außenaufnahmen ... Tunesien: u.a. in der Festung von Monastir - Marokko: u.a. in Ouarzazate |
| Filmgesellschaft: | Lew Grade
Incorporated Television Company (ITC) RAI |
| Land: | Italien + England |
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| Bewertung: Max. 5 Sterne | |
| Fernsehfilm, 4 Teile à 90 Minuten
Kurzinhalt: Frei n ach dem Johannes-Evangelium: Jesus und sein Wirken, sowie das seiner Widersacher. Fortsetzung: Anno Domini (1984) ansehen: * Auf Bibel-TV (allerdings in schlechter Qualität: Die Bilder sind recht dunkel, die Farben leuchten nicht, die Schärfe ist oft "matschig"). * Auf den alten Videos von ITC/VCl (1993) ist die Serie in brillanten Farben und gestochen scharfen Bildern. Kritik:Plus: Eine kluge Auseinandersetzung mit Jesus Christus auf hohem Niveau. Sein Wirken wird sehr ausführlich dargestellt und ein Zusammenhang mit der Heiligen Schrift und den damaligen politischen Strömungen hergestellt. Alle wichtigen Personen haben ausführliche und in der Regel auch sehr lebendige Dialoge, wodurch sie genauer als in den meisten anderen Jesus-Filmen charakterisiert werden und man als Zuschauer auch besser versteht, wie die Leute damals dachten, welche Erwartungen und Befürchtungen sie hatten - und warum sie Jesus mit solchem Eifer unterstützten oder eben auch ablehnten. Auch die ungeheure Provokation die Jesu' Lehren für seine Zeitgenossen bedeutet haben, kann man nachvollziehen. Geschickt versetzt Zeffirelli den Zuschauer dabei in die Lage, dass er sich selbst fragen muss: Wie hätte ich eigentlich reagiert, wenn mir jemand wie Jesus begegnet wäre? So bekommt der interessierte Zuschauer viele Informationen und Interpretationansätze. Die aufwändigen Kulissen wirken sehr realistisch und vermitteln einen lebendigen Eindruck von den antiken Schauplätzen - auch wenn sie archäologisch nicht korrekt sind. Die Massenszenen und Statisten sind beeindruckend und geschickt inszeniert. Man hat wirklich den Eindruck, als würden die Menschen in den Kulissen leben und arbeiten. Minus: "Ich habe die Absicht, das Publikum ein wenig aufzuregen", kündigte Regisseur Franco Zeffirelli 1976 an. "Zum ersten Mal werden wir eine menschliche Geschichte von Christus, dem Menschen, sehen." Verglichen mit diesem Anspruch ist das Werk allerdings geradezu erschreckend konventionell. Insbesondere im ersten Teil wird kein Klischee ausgelassen - angefangen vom wahnsinnigen Herodes über die kitschigen Heiligen drei Könige bis hin zur Salomé-Geschichte (die lang und breit erzählt wird, obwohl sie mit Jesus ja eigentlich gar nichts zu tun hat). Die Juden leiden edelmütig unter der römischen Besatzung - oder kämpfen erbittert dagegen an (dass es auch Sympathien und eine gute Zusammenarbeit auf beiden Seiten gab, hatte sich wohl nicht bis zu den Drehbuchautoren herumgesprochen). Der Jesus in diesem Film ist ganz und gar nicht Mensch, sondern ein gotisches Heiligenbild. Seine Miene ist stets durchgeistigt (natürlich untermalt von einem Streichorchester, das bedeutungsschwangere Musik spielt). Das Schlimmste aber ist: Trotz der sensationellen Länge von 6 Stunden (!) werden nur ganz wenige Gleichnisse und Bibel-Geschichten von Jesus erzählt - und noch dazu die, die allgemein bekannt sind (und daher eigentlich gar keine Darstellung in solch epischer Breite mehr benötigt hätten). Fakten:* Die Serie kostete etwa 18 Millionen Euro und ging auf eine Audienz beim Papst zurück. Der Papst war sehr zufrieden mit Moses (1974) sagte, er hoffe, Produzent Lew Grade würde vielleicht auch mal das Leben Jesu verfilmen. * Die Szenen, in denen die Predigten des Johannes und des Jesus das Volk in eine Art Massenhysterie versetzen, ähneln inhaltlich und von der Umsetzung her stark an die Szenen aus Das Leben des Brian (1979), in denen das Volk Brian verfolgt. Der Film wurde auch in denselben Kulissen gedreht. * Zeffirellis bekanntester Film ist Romeo und Julia (1968), in dem Olivia Hussey die Julia spielte. Zeffirelli war 1988 einer der heftigsten Kritiker von Die letzte Versuchung Christi. * Der Komponist Maurice Jarre ist der breiten Öffentlichkeit weithin unbekannt, obwohl von ihm eine der berühmtesten Film-Melodien aller Zeiten ist: Doktor Schiwago (1965). * Anne Bancrofts bekannteste Rolle ist die der Mrs Robinson in Die Reifeprüfung (1967). Ihr Ehemann Mel Brooks drehte 1981 Die verrückte Geschichte der Welt, die auch eine Parodie auf Jesus-Filme enthält. * Anthony Quinn spielte in diesem Film als Kaiphas gewissermaßen die Gegenposition zu Barabbas (1961). * In Jesus-Legenden - Joseph von Nazareth (2000) werden die Probleme, die für Josef mit der jungfräulichen Geburt verbunden waren, ausführlicher erörtert. * Nach dem großen Erfolg von Jesus von Nazareth machten dieselben Produzenten die Serie Anno Domini (1984), in der die Geschichte der ersten Christen nach dem Tod Jesu erzählt wird. Episodenliste:1, Geburt und Jugend Maria und Josef und Jesu' Geburt - der Kindsmord zu Bethlehem - Jesus legt als 12jähriger die Heilige Schrift aus - Johannes der Täufer legt sich mit Herodes Antipas an. 2, Wunder und Zeichen Jesus lässt sich taufen, und die ersten Jünger folgen ihm - nach den ersten Wunderheilungen wächst die Zahl seiner Anhänger - Herodes Antipas lässt Johannes hinrichten - Maria Magdalena wird Zeugin der Speisung der Fünftausend - die Rebellen im Untergrund debattieren über Jesus. 3, Einzug in Jerusalem Jesus am See Genezareth - Bergpredigt - Jesus begegnet Maria Magdalena und später der Ehebrecherin - Jesus im Tempel von Jerusalem - der Hohe Rat debattiert über Jesus. 4, Tod und Auferstehung Das letzte Abendmahl - Prozess - Kreuzigung - Auferstehung. ausführliche Inhaltsangabe:SPOILER Warnung!Maria wird plötzlich schwanger. Josef ist deswegen misstrauisch, heiratet sie aber trotzdem (der Film drückt sich um eine ausführliche Diskussion über die jungfräuliche Geburt, spricht das Thema aber immerhin an). Weil Kaiser Augustus eine Volkszählung angesetzt hat, begibt sich das Paar nach Bethlehem und bekommt da das Kind. König Herodes sieht den Stern von Bethlehem und erinnert sich an die alte Prophezeihung, dass aus Bethlehem dereinst der neue König der Juden kommen wird. Kurzentschlossen befiehlt er, in Bethlehem alle Kinder bis 2 Jahre zu töten. Das Heilige Paar kann natürlich vorher entkommen. Etwa 30 Jahre später wiegelt Johannes der Täufer, der Sohn von Marias Cousine Elisabeth, das Volk gegen den neuen König Herodes Antipas auf, der nicht nach den Gesetzen des Moses lebt (so hat er zum Beispiel die Ehefrau seines Bruders geheiratet). Auch Jesus lässt sich von ihm taufen. Nun beginnt die Zeit, da er seine Lehren predigt und sich die Jünger ihm anschließen. Schließlich hat er so viele Anhänger, dass er im Triumph in Jerusalem einziehen kann. Doch mit seiner Kernaussage (das Gesetz ist für die Menschen da und nicht die Menschen für das Gesetz), mit seiner Offenheit gegenüber gesellschaftlichen Außenseitern (Ehebrecher, Steuereintreiber, römische Soldaten usw) und mit seinen Aktionen (Vertreibung der Händler aus dem Tempel, Heilung von Kranken usw) stößt er bei vielen frommen Juden und vor allem der Geistlichkeit auf starken Widerstand. Schließlich entscheidet der Sanhedrin (der Hohe Rat im Tempel von Jerusalem) unter dem Vorsitz von Kaiphas, dass es Gotteslästerung ist, wenn sich Jesus selbst als Sohn Gottes bezeichnet. Er ordnet daher an, dass Jesus vor dem Rat Rede und Antwort stehen soll. Vielleicht lassen sich so eventuelle Missverständnisse ausräumen - zumal Jesus auch im Rat inzwischen viele Anhänger hat. Zerah, ein hoher Tempel-Beamter, überredet Judas, ihm dabei zu helfen, Jesus zu verhaften und vor den Rat zu bringen. Vor dem Rat wiederholt Jesus dann allerdings, dass er der Sohn Gottes sei - womit sein Todesurteil besiegelt ist. Da der Rat selbst das nicht vollstrecken kann, überstellen die Priester Jesus an Pontius Pilatus. Pilatus will es sich mit dem einflussreichen Rat nicht verderben und sucht nach einem legalen Weg, seinem Willen zu entsprechen (denn eigentlich sind Glaubensfragen nicht seine Aufgabe und nach römischem Recht auch nicht strafbar). In einem cleveren Schachzug lässt er das Volk entscheiden, ob er zum Passahfest lieber Barabbas oder Jesus freilassen soll - und das Volk stimmt bekanntermaßen für Barabbas. Jesus stirbt am Kreuz. Der Rat lässt sein Grab bewachen, damit seine Leiche nicht entwendet wird - und doch findet man das Grab eines Tages offen vor, und Maria Magdalena berichtet seinen Jüngern, ihr sei der lebendige Jesus begegnet. Damit beginnt der Siegeszug des Christentum. |



