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Caligula

Originaltitel:Caligola
Premiere im Jahr:1979
Regie:Tinto Brass
Bob Guccione
Handlung spielt im Jahr:41 nach Christus
Darsteller:Malcolm McDowell ... Caligula

Teresa Ann Savoy ... Drusilla, Caligulas Schwester

Helen Mirren ... Caesonia, Caligulas Frau

Peter O’Toole ... Kaiser Tiberius

John Gielgud ... Nerva, sein Berater

John Steiner ... Longinus, Caligulas Berater

Guido Mannari ... Zenturio Macro, Tiberius' Sekretär

Leopoldo Trieste ... Charicles

Giancarlo Badessi ... Kaiser Claudius

Paolo Bonacellli ... Cassius Chaerea , Offizier und Attentäter

Adriana Asti ... Ennia, Macros Frau

Bruno Brive ... Gemellus, Tiberius' Enkel

Richard Parets ... Mnester

Paula Mitchell ... ein Sänger in der Subura

Donato Placido ... Proculus, Offizier

Mirella Dangelo ... Livia, seine Frau

Stand:18.03.2010
Crew:Drehbuch ... Gore Vidal

Produzent + Schnitt (Film Editor)... Bob Guccione, Franco Rossellini

Kamera (Cinematography) ... Silvano Ippoliti, Tinto Brass

Art Direction + Kostüme ... Danilo Donati

Musik ... Paul Clemente

Regie + Kamera (Cinematography) der zusätzlichen Szenen ... Giancarlo Lui, Bob Guccione

Studios ... Dear-Studios (Rom)

Filmgesellschaft:Penthouse Films
Felix Cinematografica
Land:USA + Italien
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Bewertung:
Max. 5 Sterne
- hat Schwächen

 

Monumentalfilm
210 Minuten
(Kino-Version 1979)
137 Minuten (Pentouse Video 1981)
123 Minuten (deutsche TV-Version 1999)
156 Minuten (DVD 2007)

Der Vorspann erzählt von dieser wechselvollen Produktionsgeschichte ("Editing by the production, additional Scenes..."). Mehr Informationen: http://www.caligulathemovie.com/2007dvd.html



Der Film hat eine eigene Fanseite: http://www.CaligulaTheMovie.com



Kurzinhalt:

Rom, 37 bis 41 nach Christus: Nach dem Tod von Kaiser Tiberius kommt der junge Caligula an die Macht. Nach dem alten und menschenfeindlichen Tiberius finden die Römer den jungen und lebenslustigen Caligula zunächst nicht unsympathisch - das ändert sich, als er sich immer mehr sexuelle Eskapaden und brutale Grausamkeiten leistet.




Kritik:


Das Plakat- und Vorspann-Motiv zeigt eine Münze mit dem Gesicht des Caligula, das Tränen aus Blut vergießt. Dies wurde schnell zu einem der bekanntesten Kino-Bilder der 70er Jahre: Es versprach etwas Düsteres, Geheimnisvolles und den Reiz des Verbotenen.

Zumindest die 137minütige Videofassung (auf die wir uns beziehen und die der Version im deutschen Fernsehen sehr ähnlich ist) hält dieses Versprechen weitgehend ein und ist bei weitem nicht so schlecht wie der Ruf, der dem Film vorauseilt.
Was einen erwartet, ist ein durchaus sehenswerter, visuell eindrucksvoller Bilderbogen von faszinierender Opulenz und genüsslich zelebrierter Widerwärtigkeit, dessen gewaltiger düsteren Wucht man sich kaum entziehen kann.

Die viel zitierten Pinkel-, Gruppensex- und Pädophilie-Szenen z.B., über die sich Filmkritik und Fachliteratur bis heute unisono empören, sind in dieser Version gar nicht enthalten. Daraus kann man schließen, dass viele, die über den Film schreiben, ihn möglicherweise gar nicht gesehen haben. Vielleicht rührt der Widerstand gegen diesen Film auch daher, dass man den Schmutz, den antike Autoren schon immer über die römischen Kaiser verbreitet haben, nicht auch noch in lebenden Bildern vor Augen geführt bekommen will.

Das ist schade, denn Caligula ist ein geradezu hinreißend missglückter Film! Ist Satyricon (1969) ein dekadenter Totentanz, so ist Caligula ein dekadenter Karneval:
Malcolm McDowell spielt den Kaiser sehr intensiv, genau auf der Grenze zwischen Wahnsinn und Kalkül - gut unterstützt von der symphonischen Musik. Die üppige Ausstattung ist phantasievoll und monumental - und gespickt mit vielen überraschenden (oft gruseligen) Details. So bestehen viele Szenen aus eindringlichen Bildern (bei denen nicht die nackte Haut, sondern eigentlich nur die Walla-Walla-Kostüme im Glossy-Glamour-Porno-Schick so richtig negativ auffallen (sie erinnern an die alte Ado-Werbung: Nur echt mit der Goldkante).

Doch der ganze Aufwand fügt sich leider nicht so recht zu einem Ganzen zusammen. Caligulas Aufstieg und Untergang werden nicht ausreichend erklärt. Daher lassen seine grausamen und sexuellen Eskapaden auch keinen übergeordneten Sinn erkennen und bleiben letztlich nur annekdotenhaft und beliebig. Vor allem fehlt es an einer inneren Entwicklung der Personen, die ihre Handlungen glaubwürdig machen würden - und genau das hätte man von einem berühmten Drehbuchautor wie Gore Vidal (u.a. Ben Hur) eigentlich erwarten können.

Als Zuschauer erlebt man einen Mischmasch von viel nackter Haut und grausamen Morden - und dazwischen wirklich gut durchdachten Szenen über das römische Kaiserhaus. Viele der gezeigten sexuellen und gewalttätigen Handlungen brechen wie aus dem Nichts über die im Film gezeigten Personen herein. Aber vielleicht war ja genau das die ursprünglich intendierte Aussage des Films: In einer Diktatur erlebt man unvorhersehbare Grausamkeit ohne Sinn und Verstand.

Immerhin - dem Film ist gelungen, was nur wenigen Monumentalfilmen gelungen ist: Man beschäftigt sich auch nach über 30 Jahren noch mit ihm - eine beachtliche Leistung





Fakten zum Film:


* Die Bankett-Szene, in der Gemellus glaubt, Caligula wolle ihn vergiften, hat den ungewöhnlichsten Sound-Effekt, der je in einem Monumentalfilm zu hören war: Der große Speise-Saal ist nur erfüllt von dem schnarrenden Geräusch der vielen Teller, die die Artisten auf Jonglierstäben drehen lassen.

* Der Film lief außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai 1979.

* Franco Rossellini war auch Produzent von Pasolinis Medea (1969) und Regieassistent bei Der Sohn des Spartakus (1962). Noch während Caligula in der Postproduktion war, ließ er in den Kulissen den Softporno Messalina, Messalina! drehen, in dem es um die Frau von Caligulas Nachfolger Claudius geht.

* In der Dr House-Episode Grenzen verschwimmen (2009) vergleicht ein Arzt eine Junggesellen-Abschiedsparty mit dem Caligula-Film (um anzudeuten, dass das Fest ein wenig außer Kontrolle geraten war).




historische Fakten zu Caligula:


* "Caligula" kommt, wie im Film richtig gesagt, von "Caliga", der Bezeichnung für die Sandalen, die die römischen Soldaten trugen.

* Caligula hatte (wie im Film) ein gutes Verhältnis zu seine Schwester Drusilla - dass das ein Inzest-Verhältnis war, ist wohl eine Erfindung der Propaganda seiner Gegner. Sie starb 38 nach Christus.

* Anders als im Film war Caligula vier Mal verheiratet. Caesonia heiratete er erst NACH dem Tod von Drusilla. Livia war nicht nur ein kurzes Verhältnis - er hat sie geheiratet, und zwar am selben Tag, an dem sie schon einen anderen Mann geheiratet hatte (der sich sofort wieder von ihr scheiden lassen musste).

* Macro war tatsächlich Prätorianer-Kommandant und Vertrauter des Caligula, bis dieser wegen Verschwörung 37 nach Christus hingerichtet wurde - wie auch Gemellus, der (wie im Film) auch ein Enkel und Erbe des Tiberius war.

* Das Zitat hätte Rom doch auch nur einen einzigen Kopf... tauch auch bei antiken Historikern auf. Da soll es ausdrücken, dass Caligula jeden Widerstand mit Gewalt und nicht durch Verhandlungen zu überwinden versuchte.

* Das Zitat, dass die Römer ihren Kaiser nicht lieben, sondern nur fürchten müssen, wird dagegen Nero zugeschrieben.

* Wie im Film war auch der historische Caligula bemüht, durch Gladiatoren-Spiele, Geldgeschenke, Steuersenkungen und Amnestien das Volk und die Senatoren für sich zu gewinnen. In Wirklichkeit kamen sogar noch zahlreiche öffentliche und private Bauvorhaben dazu. Dies alles brachte ihn an den Rand der Pleite, denn (anders als im Film) diese Dinge musste der Kaiser aus seinem Privatvermögen zahlen.

* Über Caligulas militärische Erfolge herrscht Unklarheit. Der Kaiser war wohl tatsächlich mit seinem Heer in Germanien und Britannien. Es gibt zwar antike Münzen, die seine Siege feiern - bei antiken Historikern kam aber schon früh der Verdacht auf, der Feldzug nach Britanniern sei eine reine Erfindung (wie im Film).

* Ähnlich wie im Film führte Caligula als erster Kaiser so etwas wie ein Hofzeremoniell ein, das an die verhassten Könige des Orients erinnerte - seine Vorgänger betonten eher die Gemeinsamkeiten mit den Senatoren, er die Unterschiede.

* Die Ernennung seines Lieblingspferdes zum Senator wird von antiken Historikern nur als Drohung (nicht als Tat) überliefert. Damit wollte Caligula den Senat wohl daran erinnern, dass er inzwischen unumschränkte Macht über sie hatte.

* Wie im Film hieß auch der historische Attentäter, der Caligulas ermordete, Cassius Chaerea und war Offizier der Prätorianer. Caligula starb (angeblich) in den unterirdischen Gängen zwischen seinem Palast und einem Theater. Hauptgrund für seine Ermordung war, dass er immer mehr Senatoren wegen Hochverrat anklagen (und hinrichten) ließ.







ausführliche Inhaltsangabe:


Der Film beginnt mit einem Bibel-Zitat: "Was kann es einem Mensch nutzen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele verliert?" (Markus 8:36)

Rom im Jahre 37. Wir sehen den jungen Caligula und seine Schwester Drusilla, beide in Weiß gekleidet, durch den Wald toben - und miteinander schmusen. Nebel und mildes Morgenlicht umspielen die beiden, der Reiz von Jugend und Unschuld liegt in der Luft - aber nur bis der Vorspann beginnt.

Für diesen hat die Produktion ein eindringliches Bild gefunden: Eine Münze mit dem Portrait von Caligula, das Tränen aus Blut vergießt.

Caligula wird zu Tiberius gerufen, der mit 77 sein Ende erwartet. In dem dunklen, unheimlichen Palast umgibt sich der alte Kaiser mit Lustknaben und Mädchen, die er zum Spaß quält. Das tut er auch mit Caligula: Erst lässt er den erwachsenen Prinzen einen albernen Tanz aufführen, dann erklärt er ihm, wie Rom funktioniert:
Man dient dem Staat, auch wenn die Bewohner Bestien sind. Die Römer sind nicht mehr, was sie einmal waren. Sie verloren ihre Kraft an die schiere Gier nach Lust. Inzwischen lieben sie ihren Kaiser nicht mehr - aber sie fürchten ihn noch. Damit das so bleibt, hat Tiberius gerade 9 Senatoren hingerichtet, da sie dachten, sie würden einen besseren Kaiser abgeben als er. Da das alle Senatoren tun, ist das ein erstklassiger Hinrichtungsgrund. Das merkt sich Caligula gut - und auch, dass der Kaiser versucht, ihn zu vergiften und seinen Enkel Gemellus als Nachfolger zu bestimmen.
Zurück in seinem Gemach empfängt Caligula die schöne Ennia, die Frau des Hofsekretärs Macro, der sie Caligula nur zu gern überlässt - in der Hoffnung, an seiner Seite Karriere machen zu können. Das Liebespiel wird unterbrochen von der Nachricht, Nerva hätte sich umgebracht.

Tiberius' Berater Nerva sitzt mit offenen Pulsadern in seiner Badewanne und dämmert dem Tod entgegen. Tiberius will ihn ins Leben zurückholen, doch Nerva lehnt ab: Er musste mitansehen, wie sich Tiberius von einem Kaiser in ein Monster verwandelte, das seine gesamte Familie ermordet hat - das genügt. Caligula fragt ihn noch, wie es ist, zu sterben und ob er die Göttin Isis sieht. Aber der sterbende Alte fühlt nur tiefe Müdigkeit. Unbefriedigt ertränkt Caligula ihn in der Wanne.

Eines Morgens herrschen Durcheinander und Aufregung im Palast – Tiberius liegt im Sterben. Doch er lässt sich recht viel Zeit damit – also nimmt ihm Caligula schon mal den kaiserlichen Siegel-Ring weg – das Zeichen der Macht. Das macht den Alten jedoch plötzlich wieder munter – so dass Macro ihn mit einem Kissen erstickt. Nun ist Caligula Kaiser. Aber es gab einen heimlichen Beobachter der Tat: Tiberius' Enkel Gemellus. Caligula lässt ihn überraschenderweise am Leben. Noch.

Bei der Trauerfeier kommt es zum Eklat – das Volk schmäht den unbeliebten Tiberius. Caligula macht sich beliebt, in dem er eine Generalamnestie erlässt. Außerdem nimmt er demonstrativ Claudius und Gemellus an seine Seite – eine Geste, die gut ankommt. Der Senat wird allerdings stutzig, als die Senatoren nicht nur Caligula sondern auch seiner Schwester Drusilla die Treue schwören sollen.

Schon in der nächsten Szene liegt er mit Drusilla im Bett - und fühlt sich durch ein Loch in der Wand beim Sex beobachtet. Drusilla schaut nach, was hinter dem Loch ist - und findet einen Zugang zu Macros Arbeitszimmer. Sie schaltet schnell: Man muss Macro loswerden. Er weiß zu viel.

Caligula hat eine Idee: Er lässt Gemellus in aller Öffentlichkeit erzählen, wer Tiberius ermordet hat. Eigentlich müsste man Macro nun hinrichten - doch die Prätorianer-Garde folgt diesem Befehl nicht. Erst als Caligula den Sold erhöht, wird Macro abgeführt.

Eigentlich müsste der junge Kaiser sich eine passende Frau suchen - doch der will unbedingt seine Schwester heiraten. Sie verneint, wir sind doch nicht in Ägypten, wo der Herrscher traditionell seine Schwester zur Frau nimmt! Da er aber ein glühender Anhänger der Isis und seine Schwester eine Priesterin der Isis ist, verabreden sie, dass er bei einer Tempelzeremonie zuschauen und eine Frau aussuchen wird.
Als Frau verkleidet sieht er also den Priesterinnen bei einem rituellen Tanz zu - und entscheidet sich für Livia. Drusilla redet sie ihm wieder aus - die ist schon die Verlobte eine hohen Offiziers. Da entscheidet er sich für Caesonia.

Zur Feier seiner Hochzeit mit Caesonia, erprobt Caligula eine neue Hinrichtungsmethode: Er lässt Menschen bis zum Hals eingraben, so dass nur noch die Köpfe aus dem Fußboden herausschauen. Danach werden diese mit einer Art Rasenmäher abgeschnitten. Einer der Enthaupteten ist Macro. Caligula wünscht sich, ganz Rom hätte nur einen einzigen Kopf.

Danach erscheinen er, Drusilla und Caesonia unangemeldet bei der Hochzeit von Proculus und Livia. Caligula nimmt das junge Paar beseite und fordert sein Recht auf die erste Nacht (jus primae noctis). Livia ist noch Jungfrau und wenig begeistert, Proculus versinkt im Boden vor Scham - die beiden Damen des Caligula amüsieren sich bestens.

Nachts tobt ein Unwetter um den Palast. Caligula tanzt nackt im Regen, ruft nach Jupiter und sieht in den Schatten Feinde, die ihn ermorden wollen.

Am nächsten Tag macht er sein Pferd zu einem Mitglied des Senates – und meint, als Auserwählter Jupiters müsse er König von Rom werden. Er bietet beim Festmahl (zu Ehren des Pferdes) dem Gemellus etwas zu essen an - doch der nimmt zuvor schlauerweise ein Gegengift ein. Also vermutet er, dass sein Kaiser ihn vergiften will. Das wertet Caligula als Verrat und lässt ihn verhaften. Es gibt eben kein Gegengift gegen Caligula, doch diesmal regt sich immerhin Unmut bei den Gästen. Seine Schwester shimpft ihn einen Amateur, dass er die einflussreichen Leute so provoziert. Nun isst Caligula selbst vom Teller - das Essen war also gar nicht vergiftet.

Im Rahmen einer großen Zeremonie vor Zuschauern und Würdenträgern bekommt seine Frau Caesonia ihr erstes Kind. Doch, o weh, es ist kein Stammhalter, sondern nur ein Mädchen. Im Verlaufe der langen Geburt wird überraschenderweise die völlig unbeteiligte Drusilla ohnmächtig. Der Arzt diagnostiziert das Tiber-Fieber. Panik bricht aus, und der Saal leert sich im Nu.

Dursilla ist tot. Der Kaiser verflucht Isis, die das zugelassen hat, und stürzt sich incognito ins Vergnügungsviertel von Rom. Im Rahmen eines satirischen Schauspiels erfährt er, was die Leute wirklich von ihm halten: Nichts! Als er daraufhin gegen die Schauspieler randaliert, wird er verhaftet.

Nach dieser Erfahrung gibt es kein Halten mehr: Erst verlangt er vom Senat, dass er schon zu Lebzeiten in den Rang eines Gottes erhoben wird.
Dann hat er eine prima Idee, wie wieder Geld in die Staatskasse kommt: Er richtet im Palast ein kaiserliches Bordell ein. Natürlich arbeiten da keine gewöhnlichen Huren, sondern vor allem Frauen aus dem Hochadel, die dazu gezwungen werden. Dadurch wird Sex geradezu zur patriotischen Pflicht - kein Wunder also, dass die Freier Schlange stehen.

Doch damit hat er den Bogen überspannt - sein Ansehen hat so gelitten, dass es nur durch einen siegreichen Feldzug wieder hergestellt werden kann.
Aber für soetwas hat Caligula natürlich weder Zeit noch Lust. Also macht er mit seinen Soldaten Ferien und behauptet einfach, er habe in der Zeit Britannien erobert. Die Soldaten, die bei dem Betrug nicht mitmachen wollen, werden flugs von ihren Kameraden ermordet und dann als Gefallene ausgegeben.

Dumm nur, dass auch der Senat nicht so recht an die Eroberung glaubt. Doch Caligula weiß Abhilfe: Er lässt ein paar reiche Senatoren ermorden und ihr Vermögen beschlagnahmen. So kann man zwar auch den Staatshaushalt sanieren - nur spielen die Senatoren natürlich nicht klaglos mit. Noch in der Nacht treffen sich die Verschwörer und planen die Zeit NACH Caligula.

Caligula inszeniert am Morgen nichtsahnend zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter seine Erhebung zum Gott. Doch darauf hat die Palast-Wache nur gewartet: Im rechten Moment stechen die Soldaten alle drei ab. Noch während man ihre toten Körper achtlos in den Hof wirft, krönt Longinus Caligulas Onkel Claudius zum neuen Kaiser.

Wie am Anfang sehen wir wieder ein Mädchen und Caligula, und wieder sind beide in Weiß gekleidet – aber aus dem unschuldigen Weiß ist das Weiß der Opferlämmer geworden. Ihr Blut strömt über die Palasttreppen, als wolle es alles wegspülen, was einmal war.
Nur Caligulas Pferd trauert um seinen toten Herrn.

Ende



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