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Rache des Herkules, Die

Originaltitel:vendetta di Ercole, La
Premiere im Jahr:1960
Regie:Vittorio Cottafavi
Handlung spielt im Jahr:1255 vor Christus
Kultur:Griechen
Darsteller:Mark Forest ... Herkules

Leonora Ruffo ... Deianira, seine Frau

Sandro Moretti ... Hyllos, sein Sohn

Federica Ranchi ... Prinzessin Thea, Hyllos' Geliebte

Broderick Crawford ... König Eurystheus

Giancarlo Sbragia ... Tyndaros, sein Ratgeber

Wandisa Guida ... Alkinoé, Tyndaros' ehrgeizige Geliebte

Philippe Hersent ... Androklus, Kommandant von Theben

Gaby André ... Ismene, Eurystheus' Geliebte

Carla Calò ... Sibylle, das Orakel des Rachegottes

Claudio Undari ... Zentaur / Satyr Polymorphos

Stand:13. Dezember 2009
Crew:Drehbuch ... Marcello Baldi, Nicolò Ferrari, Marcello Baldi, Duccio Tessari, Mario Ferrari, Nicolò Ferrari, Fabio Carpi, Ennio De Concini, Franco Rossetti

Produzenten ... Gianni Fuchs, Achille Piazzi

Kamera (Cinematography)... Mario Montuori

Filmschnitt (Film Editing) ... Maurizio Lucidi

Art Direction ... Franco Lolli

Kostüme ... Giulia Mafai

Musik... Alexandre Derevitsky

Filmgesellschaft:Comptoir Français du Film Production (CFFP)
Achille Piazzi
Produzione Gianni Fuchs
Land:Frankreich + Italien
Rache des Herkules, Die bei Amazon
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- ok

 

Fantasyfilm, 98 Minuten
deutsche Version: 85 Minuten



ansehen:

Auf der DVD von Black Hill Pictures gibt es als Bonus die sehenswerte Doku Kino Kolossal über italienische Monumentalfilme - also gleich zwei Gründe für den Kauf.




Kurzinhalt:

Herkules kämpft gegen den bösen König Eurystheus, der den Helden und seine Familie für seine Machtspiele missbrauchen will.





Kritik:

Cottafavi vermeidet die Fehler späterer Herkules-Filme: Er bringt vergleichsweise wenig Hau-Drauf-Action und dafür eine ziemlich wendungsreiche und sogar recht spannende Story (die noch dazu mit vielen originellen oder der Herakles-Sage entlehnten Details umgesetzt wurde). So bleibt das Erzähltempo hoch, es wird nicht durch ständige Prügeleien ausgebremst.

Ok, Mark Forest kann nicht spielen, und seine Actionszenen sind auch noch ziemlich mies (außer dem gelungenen Finale) - dafür geht er aber mit Elan ans Werk, und das wirkt sympathisch.
Gleich die ersten Szenen in der Unterwelt rangieren allerdings unter den Top-10 der schlechtesten Spezial-Effekte aller Zeiten und dürften beim modernen Publikum wahre Lachsalven auslösen. Nur ein Beispiel: um die Darsteller zu sichern, hat man sie an schwarzen Halteseilen befestigt. Normalerweise sind diese bei einem dunklen Hintergrund gar nicht zu sehen - aber hier verwendete man einen hellen, der die Seile sogar noch deutlich hervorhebt! Noch schlechter kann man es fast nicht machen.

Hat man das aber erst einmal hinter sich gebracht, zeigt dieser Film durchweg mehr Einfallsreichtum als viele andere Vertreter des Genres. Ein paar Beispiele: Thea vertraut dem Gott Echo eine geheime Nachricht für Illus an. Der Wind trägt ihre Worte dann bis an das Ohr ihres Geliebten. Der Zentaur läßt den Fluss anschwellen und Nebel aufsteigen, damit man ihm nicht folgen kann. Solche Szenen sind nicht nur originell, sie tragen auch dazu bei, dass Herkules hier tatsächlich und wahrhaftig einmal als Gestalt der griechischen Mythologie auftritt. So ist der ganze Film bevölkert mit zornigen oder hilfreichen Göttern und Fabelwesen, die für eine reizvolle mythisch-unwirkliche Atmosphäre sorgen.

Neben schönen Landschaftsaufnahmen gibt es (dank Matte Paintings) auch monumentale Kulissen, die sogar recht realistisch aussehen. Besonders das Haus des Herkules sieht wirklich aus wie ein Heim, in dem Leute arbeiten, schlafen und wohnen. Das liegt daran, dass man sich bei den Farben angenehm zurückgehalten hat und sich für schlichte, sehr archaisch wirkende Ornamente entschied.

Fans werden das alles zu schätzen wissen - und diesen Film lieben.






Fakten:


* Erster Einsatz für Marc Forest - nachdem Steve Reeves keine Lust mehr hatte, als Hercules vom Dienst aufzutreten.

* Erster Einsatz auch für die malerischen Wasserfälle Cascate di Monte Gelato, die fortan beliebter Schauplatz zahlreicher Monumentalfilme werden sollten.

* König Eurystheus taucht übrigens in der alten Herakles-Sage tatsächlich auf: Er gibt dem Helden die berühmten 12 Aufgaben auf, mit denen dieser seine schwere Schuld sühnt: der Held hat nämlich im Wahn seine erste Frau Megara erschlagen. Der Film sagt es nicht ausdrücklich (wohl um die Hauptfigur nicht als grausam erscheinen zu lassen), es klingt aber im Schuld/Sühne/Rache-Motiv der Handlung an. Bei seinen 12 Taten lernt Hercules dann auch seine zweite Frau Deianira kennen, die ein Zentaur namens Nessos über den Fluss tragen will. Ebenso überliefert ist Hyllos, ihr gemeinsamer Sohn. In der Sage überlebt König Eurystheus den Herkules - und verfolgt Hyllos und seine Familie, bis Hyllos ihn tötet.

* Wie im Film richtig gesagt, hat Herkules als Kind in der Wiege bereits zwei Schlangen erwürgt, die Hera ihm schickte, um ihn zu töten.

* Die von Zyklopen erbauten Mauern stehen eigentlich in Mykene - und genau da ist Eurystheus der Sage nach auch König (und nicht in Eukalia, wie im Film).

* Hyllos und Deianira lässt Cottafavi in Herkules erobert Atlantis (1961) noch einmal auftreten.

* Als Deianira Herkules massiert, sieht man, wie ihr Atem kondensiert - ein Zeichen dafür, dass der Film in einem eiskalten Studio gedreht wurde.





ausführliche Inhaltsangabe:

SPOILER Warnung!

...ach ja, als Held hat man's auch nicht leicht.
Gerade ist Herkules mal wieder in der Unterwelt - diesmal um den Blutdiamanten zurückzuholen, der von Dämonen aus dem Heiligtum des Rachegottes entwendet wurde.

Derweil nutzt Eurystheus, der neue König von Eukalia, Herkules' Abwesenheit aus, um seine Verbündeten dazu zu überreden, Theben zu überfallen. Herkules ist ja im Reich der Toten - und kann die Stadt nicht verteidigen.
Herkules' Sohn Hyllos trifft sich derweil heimlich in Eukalia mit Thea, der Tochter Eurystheus' Vorgänger. Eurystheus weiß davon - und lässt ihn gefangen nehmen. Das tut er nur, um ihn in dem Moment freizulassen, in dem Herkules zurück kommt.
Dazu spannt er die erhgeizige Alkinoé ein. Sie lässt Hyllos frei und flüstert ihm ein, dass sein Vater Herkules gegen die Verbindung mit Thea ist, weil er sie für sich selbst haben will.

Herkules gibt derweil den Diamanten im Tempel des Rachegottes ab. Damit hofft er, seine Schuld gesühnt zu haben und frei zu sein. Auf dem Weg nach Hause wird er freudig begrüßt und gibt ein paar Kostproben seiner ungeheuren Kraft.

Nun kommt der zweite Teil des Planes von Eurystheus: er schickt Alkinoé zu Hyllos. Sie soll ihm ein Gift für Herkules geben - aber das soll sie ihm natürlich nicht sagen. Er soll glauben, es sei ein Mittel, das seinen Vater verzaubert, so dass er Thea vergisst und Hyllos sie heiraten kann.
Auf dem Weg zu ihm wird sie jedoch von einem Bären angefallen. Herkules ist gerade in der Nähe und rettet sie. Nun kann sie ihn natürlich nicht mehr töten - dafür lässt Eurystheus sie ins Gefängnis werfen. Von nun an soll Ismene sich um das Problem kümmern.

Herkules feiert unterdessen ein Fest anlässlich seiner glücklichen Heimkehr. Da sein Sohn sich zu Thea verabschieden will, fesselt er ihn an einen Baum. Warum er aber gegen die Verbindung ist, will er nicht sagen.
Am Baum sucht ihn eine Sklavin von Thea auf. Sie gibt Hyllos das Gift und erzählt die verabredete Geschichte, dass sein Vater dann Thea vergessen würde. Kaum ist sie weg, gibt Hyllos sich einsichtig und will an dem Fest teilnehmen. Freudig befreit Herkules ihn.

Im Knast besucht Thea ihre Freundin Alkinoé - und erfährt, dass Hyllos seinen Vater vergiften soll. Danach will Eurystheus Thea heiraten, weil sie die legitime Thronerbin ist und seine Regierung dadurch legal wird. In Wirklichkeit ist ihr Vater, der alte König, vermutlich nicht gestorben, sondern wurde auch vergiftet. Genau in dem Moment erscheint Eurystheus im Gefängnis - und sperrt Thea auch gleich ein.
Nun kann nur noch ein Gott den beiden Frauen helfen - und tut es auch: Echo trägt die Botschaft von Thea an Hyllos' Ohr, dass er reingelegt wurde und Gift bekommen hat. Da schüttet Hyllos das Gift weg.

Am nächsten Tag kommt Androklus aus Theben und will Herkules zu einer Ratssitzung einladen. Die Thebaner wollen entscheiden, wie sie mit Eurystheus verfahren sollen, der immer mehr Städte zum Bündnis gegen Theben anwirbt - doch Herkules wird nicht mitkommen: Sein Sohn hat sich wieder heimlich nach Eukalia zu Thea geschlichen.

In Eukalia wird Hyllos prompt verhaftet - aber davon abgesehen ist Eurystheus sauer, denn alles geht schief: Thea wird er mit Gewalt in die Ehe zwingen müssen, da sie seine Pläne inzwischen kennt, Herkules lebt immer noch - und seine Verbündeten wollen daher nicht mit ihm gegen Theben ziehen. Eurystheus entscheidet sich für Plan B: Um seine Macht zu demonstrieren, will er Hyllos hinrichten lassen. Zum Glück ist Herkules schon auf dem Weg. Um in die Stadt zu kommen, deren Zyklopenmauern auch er nicht überwinden kann, verkleidet er sich.
Die List gelingt: Er kommt in die Stadt, gerade als sein Sohn von Elefanten zertrampelt werden soll. Herkules ringt die Elefantenführer nieder und befreit in dem folgenden Durcheinander seinen Sohn.

Zusammen gehen sie in den Tempel des Rachegottes. Da erfährt Hyllos endlich die Wahrheit: Ein Fluch liegt auf Herkules. Wenn er Thea heiratet, wird er über Eukalia herrschen - und dann stirbt die Frau, die Herkules liebt. Der arme Hyllos muss also wählen zwischen seiner Mutter und seiner Geliebten - kein Wunder, dass Herkules ihm das ersparen wollte. Er entscheidet, dass es besser ist, wenn sie das Land für immer verlassen - vielleicht können sie woanders in Frieden leben.

Herkules' Familie bricht also auf - aber sie kommen nicht weit: Ein Fluss versperrt ihren Weg. Während Herkules nach einer Furt sucht, wird Deianira von einem Zentaur entführt. Herkules wirft ihm einen Speer nach - doch zu spät: Der Zentaur lässt Nebel aufsteigen und ist verschwunden.

Nun beklagt sich Herkules im Tempel des Rachegottes bitter über sein Schicksal und sagt sich von den Göttern los. Denn er hat alles getan, was man ihm aufgegeben hat und doch strafen ihn die Götter so: Sein Sohn verliebt sich in die falsche Frau und seine Deianira ist fort. Das rührt das Orakel des Gottes - und es gibt Herkules' einen Tipp: Deianira ist in Eukalia, und die Zyklopenmauern sind keineswegs unüberwindlich - sie haben eine schwache Stelle unter dem Felsen, in dem ein Blitz eingeschlagen ist. Für den Verrat dieses Geheimnisses tötet der Rachegott sie umgehend.

Tatsächlich - in der nächsten Szene steht der Zentaur mit Deianira vor den Toren von Eukalia. Herkules' Speer hat ihn tötlich getroffen. Er bittet Eurystheus, ihn zu rächen - das lässt der sich nicht zwei Mal sagen.

Herkules hat sich inzwischen mit der Armee von Theben zusammengetan. Gemeinsam mit Androklus findet er hinter dem Felsen, von dem das Orakel sprach, ein Höhle, die bis unter die Mauern reicht. Er zerschlägt ein paar tragende Felsen - und die Höhle stürzt ein, und mit ihr die Mauern. Thebens Armee kann in die Stadt.

Herkules eilt zum Gefängnis, wo Eurystheus schon auf ihn wartet. Er hat sich Deianira geschnappt und zur Schlangengrube geführt - er will dass Herkules auf die Knie fällt und um ihr Leben bittet, sonst wirft er sie hinein. Herkules tut es - da entschließt sich Alkinoé, den beiden zu helfen: Sie stürzt aus ihrer Zelle auf Eurystheus und reißt ihn mit in die Schlangengrube.
Noch im Sterben gesteht sie, dass sie Herkules liebte, seit er ihr das Leben gerettet hat.

Dieses Opfer hat Herkules befreit: Die Frau, die ihn liebte, ist tot - der Flucht hat sich erfüllt. Nun kann Hyllos seine Thea heiraten und König werden - und Herkules kann mit Deianira wieder nach Hause zurück.

Ende


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