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Quo Vadis

Originaltitel:Quo Vadis
Premiere im Jahr:1951
Regie:Mervyn LeRoy
Handlung spielt im Jahr:68 nach Christus
Kultur:Römer
Darsteller:Robert Taylor ... Zenturio Marcus Vinicius

Norman Wooland ... Fabius Nerva, Tribun des Marcus Vinicius

Deborah Kerr ... Lygia, eine Geisel aus Lygien, Adoptivtochter des Aulus

Buddy Baer ... Ursus, Sklave der Lygia

Felix Aylmer ... Ex-General Aulus Plautius, bei dem Lygia lebt

Nora Swinburne ... Pomponia, seine Frau

Leo Genn ... Titus Petronius, Berater des Nero und Schriftsteller

Marina Berti ... Eunice, Sklavin des Petronius

William Tubbs ... Anaxander, Petronius' Sekretär

Peter Ustinov ... Kaiser Nero

Patricia Laffan ... Poppaea, seine Frau

Ralph Truman ... Tigellinus, Kommandant der Prätorianer

Roberto Ottaviano ... Flavius, ein Hauptmann der Prätorianer

Nicholas Hannen ... Seneca, Neros Berater

D.A. Clarke-Smith ... Phaon, Neros Architekt

Rosalie Crutchley ... Acte, Neros Geliebte

Abraham Sofaer ... Apostel Paulus

Finlay Currie ... Apostel Petrus

Peter Miles ... Nazarius, sein junger Diener

Elspeth March ... Miriam, Nazarius' Mutter

John Ruddock ... Chilo, griechischer Spion, der Marcus zu den Christen führt

Arthur Walge ... Croton, siegreicher Ringer bei Neros Fest

Strelsa Brown ... Hohepriesterin

Pietro Tordi ... General Galba, Neros Nachfolger

Marika Aba ... Assyrische Tänzerin bei Neros Fest

Giuseppe Tosi ... besiegter Ringer bei Neros Fest

Bud Spencer... Wache des Kaisers

Sophia Loren ... einzelne Zuschauerin beim Triumphzug, Christin in der Arena

Elizabeth Taylor ... als Christin in den Kerkern der Arena

Stand:15. März 2010
Crew:Drehbuch ... S.N. Behrman, Sonya Levien, John Lee Mahin - nach dem Roman von Henryk Sienkiewicz (1895)

Produzent ... Sam Zimbalist

Kamera (Cinematography) ... William V. Skall, Robert Surtees

Filmschnitt (Film Editing) ... Ralph E. Winters

Art Direction ... Edward Carfagno, Cedric Gibbons, William Horning, Italo Tomassi

Kostüme ... Herschel McCoy

Musik ... Miklós Rózsa

Filmstudio ... Cinecittà, Rom (Italien)

Filmgesellschaft:Metro Goldwyn Mayer (MGM)
Land:USA
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Bewertung:
Max. 5 Sterne
- guter Film

 

Monumentalfilm, 162 Minuten


Kurzinhalt

Der bekannteste Quo-Vadis-Film - und bis heute eine der größten Geldmaschinen der MGM. Auch im deutschen Fernsehen wird der Film jedes Jahr mindestens einmal gezeigt.
Es geht um die Liebe zwischen einem römischen Zenturio und einer Christin im Rom unter Kaiser Nero.




Kritik


Minus: Sein hoher Bekanntheitsgrad ändert nichts an seiner fragwürdigen Qualität: Schwülstige Dialoge, eindimensionale Charaktere (die zahlreichen "Sprechrollen" täuschen - die meisten sind nur Stichwortgeber für die wenigen Hauptdarsteller), plüschige Dekorationen, Wallawalla-Kostüme mit Quasten und Trotteln, und natürlich alles in grellbunten Farben - man könnte meinen, die Filmemacher haben aus Versehen im Lexikon unter "Kitsch" und nicht unter "Antike" nachgeschaut. Das ist Unterhaltung aus der Klamottenkiste des 19. Jahrhunderts.

Plus: Das heißt aber nicht, dass der Film uninteressant ist - im Gegenteil. Ustinovs flammende und eindringliche Darstellung des wahnsinnigen Kaisers vermag auch heute noch zu fesseln.
In seinen Dialogen, insbesondere wenn die Chistenverfolgung beginnt, kann man leicht Parallelen zu Hitler und der Verfolgung der Juden erkennen - und natürlich auch die Reaktionen darauf (vom untätigen Nichteinmischen bis hin zum opportunistischen Mitmachen, manche leisten offen Widerstand, andere entziehen sich der Verfolgung durch Selbstmord).
Man beachte in diesem Zusammenhang, wie oft und wie demonstrativ sich die Römer in diesem Film mit "Heil" und einer Art Hitler-Gruß begrüßen. Auch die hier gezeigten Stadtansichten von Rom und die Säle der Pläste erinnern eher an die kalte Pracht von Hitlers Reichskanzlei (und haben gar nichts mit den archäologisch gesichterten Gebäuden zu tun. Siehe auch historische Fakten ganz unten).

Der Film ist vor allem eine Abfolge beeindruckender Action- und Massenszenen (Triumphzug, Brand von Rom, Amphitheater).
Kitsch oder nicht Kitsch - Spektakel bleibt Spektakel. Viel Vergnügen dabei!







Produktionsgeschichte:


1895 erschien Quo Vadis? als Fortsetzungsroman in drei polnischen Zeitungen. Im Gegensatz zu anderen Autoren der damaligen Zeit recherchierte Henryk Sienkiewicz ausgesprochen sorgfältig. Er studierte antike Quellen und bereiste die Schauplätze seines Romanes (Lew Wallace schrieb Ben Hur, ohne sich diese Mühe zu machen), so dass (im Buch!) viele historische Fakten und auch Details aus dem römischen Alltag richtig dargestellt werden. So überrascht es nicht, dass das Buch (1896) schnell ein internationaler Bestseller wurde (Sienkiewicz erhielt 1905 den Literatur-Nobelpreis) und in Europa zwischen 1901 und 1924 drei Mal verfilmt wurde.

MGM kaufte bereits in den 30er Jahren die Rechte an dem Stoff von der Familie Sienkiewicz. Eine erste Drehbuchversion entstand schon um 1936, und damals schon war Robert Taylor als Marcus im Gespräch (obwohl damals eigentlich viel zu jung für die Rolle). Allerdings war man erst 1942 soweit, dass man den Film drehen konnte - in Mexico, mit Charles Laughton als Nero und (immer noch) Robert Taylor als Marcus. Durch den Kriegseintritt der USA stiegen jedoch die Kosten für solche Unternehmen zu stark an, so dass man das Projekt zunächst zurückstellte.

1947 (bis 1956) wurden in den Höhlen am Toten Meer die berühmten Schriftrollen von Qumran freigelegt, die unbekannte Texte über die ersten Christen enthielten. 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Beide Ereignisse weckten das Interesse der Öffentlichkeit am frühen Christentum und an biblischen Themen. Gleichzeitig hatte die italienische Regierung ein Gesetz erlassen, dass die Einspielergebnisse ausländischer Filme auch in Italien ausgegeben werden mussten. Da MGM also seine italienischen Gewinne nicht außer Landes bringen konnte, fiel nun die Entscheidung, das Großprojekt zu beginnen - und auch gleich in Italien zu drehen.

1949 begannen daher die Quo-Vadis-Dreharbeiten in der Cinecittà in Rom unter der Regie von John Huston mit Elizabeth Taylor als Lygia und Gregory Peck als Marcus. Huston kam gerade von Warner Bros zur MGM. Solche Wechsel versüßte MGM gerne, indem es den neuen Regisseuren große Filme gab. Doch Gregory Peck wurde krank und musste das Projekt verlassen - Liz Taylor konnte auf einen neuen Drehbeginn nicht warten, da sie für Ein Platz an der Sonne verpflichtet war (sie gab jedoch noch einen Gastauftritt als Christin als sie die Dreharbeiten 1950 besuchte). Nun gingen auch Huston und Arthur Hornblow (von Anfang an der Produzent) und drehten stattdessen Asphalt-Dschungel.

Sam Zimbalist übernahm das Projekt und gewann LeRoy als Regisseur. Am 22.5.1950 fiel dann die erste Klappe - ironischerweise wieder mit Robert Taylor als Marcus, der inzwischen eigentlich schon zu alt für die Rolle war und so gar nicht zu der blutjungen Deborah Kerr passt. Drehschluss war im November 1950.
Als der Film am 8.11.1951 endlich in die Kinos kam, wurde er noch als "the biggest motion picture of our lifetime" beworben - keiner konnte ahnen, dass noch für die nächsten 10 Jahre in rascher Folge ein Monumentalfilm nach dem anderen kommen sollte.

P.S.: In Polen, der Heimat vonQuo Vadis, wurde erst 2001 eine eigene Film-Version gedreht.




Fakten zum Film:


* Für die Massenszenen gab es etwa 16 Regie-Assistenten, unter ihnen Anthony Mann (beim Brand von Rom) und Sergio Leone. Wie groß ihr Beitrag zum fertigen Film war, ist umstritten - ebenso wie die Anzahl der Statisten: Die MGM-Pressemitteilungen sprechen von 30.000, Mervin LeRoy spricht in seiner Autobiographie von 6.000 - und auch nur an den Drehtagen in der Arena. Als einigermaßen sicher gilt, dass 32.000 Kostüme zum Einsatz kamen.

* Was man im Film sieht, sind übrigens alles in Originalgröße gebaute Kulissen (einige Totalen wurden lediglich durch nachträglich eingefügte gemalte Hintergünde ergänzt) - auch die riesige Arena mit ihren vielen Sitzreihen, die Wohnhäuser, die die Straßen säumen, und die Via Appia (von der etwa 500 Meter auf dem Gelände der Cinecittà nachgebildet wurden). Damit setzte der Film neue Maßstäbe.

* Gregory Peck drehte ein Jahr später David und Bathseba - und zeigte damit allen, dass er vermutlich die bessere Besetzung gewesen wäre.

* Für die junge Engländerin Deborah Kerr war Quo Vadis der erste Hollywood-Film. Sie bekam die Rolle, weil sie einem großen Publikum gänzlich unbekannt war - und daher die Erinnerung an frühere Rollen nicht die Illusion von Unschuld stören konnte, die sie für ihre Rolle als Lygia brauchte. Sie trat 1953 für MGM in Julius Cäsar noch ein letztes Mal für einen Monumentalfilm vor die Kamera - und trug da eines ihrer Kleider aus Quo Vadis noch einmal.

* 1952 bewies Elizabeth Taylor in Ivanhoe – Der schwarze Ritter, dass man auch mit einer bekannten Vergangenheit ein junges, unschuldiges Mädchen spielen kann.

* Auch für Peter Ustinov war Quo Vadis das Debut in Hollywood. Allerdings blieb er dem Genre danach länger treu und spielte noch in Sinuhe der Ägypter (1954), Spartacus (1960), Barefoot in Athens (1966) und Jesus von Nazareth (1977) mit. In seinem Buch Ich und Ich erzählt er, wie er die Dreharbeiten an diesen Filmen erlebt hat.

* Robert Taylor war Leutnant in der US-Armee - und bringt tatsächlich die knackige Direktheit eines Soldaten in sein Spiel ein, der weiß, was Krieg ist, und gewohnt ist, Befehle zu empfangen und zu geben.

* Cedric Gibbons war fest angestellt bei MGM und stattete auch Ben Hur (1925), Julius Caesar (1953), Jupiters Liebling (1955) und Tempel der Versuchung (1955) aus - allesamt mustergültige Beispiele für die Art von Hollywood-History-Kitsch, der das Bild der Antike vieler Zuschauer bis heute prägt.

* Quo Vadis ist der letzte Film, der noch unter Louis B. Mayer, einem der MGM-Gründer, fertig gestellt wurde.

* Die (im Vorspann nicht erwähnten) Anthony Mann und Sergio Leone werden beide bis in die 60er Jahre maßgeblich an zahlreichen Monumentalfilmen beteiligt sein.

* Sam Zimbalist aber wird sie alle übertrumpfen, denn er bringt 1958 einen weiteren Klassiker des Genres auf den Weg: Ben Hur.





Historische Fakten:


* Die Darstellung des Arena-Betriebes (die Maschinerie im Inneren, die Sklaven, die das Amphitheater reinigen und dekorieren, der Darsteller, der als Totengott Charon die Verurteilten holt) deckt sich weitgehend mit historischen und archäologischen Quellen - allerdings über das Kolosseum, das erst nach Neros Tod gebaut wurde.

* Das Rom-Modell, das Nero in Antium präsentiert, sieht aus wie das berühmte Modell im Museo della Civiltà Romana in Rom (ob es dasselbe ist und für den Film ausgeliehen wurde, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden). Es zeigt Rom zur Zeit Kaiser Konstantins, also gut 250 Jahre nach Nero (Chefarchitekt Phaon hatte also offenbar klare Vorstellungen, wie die Stadt sich entwickeln würde - zumindest im Film).
Nicht so klar waren dagegen die Vorstellungen der Filmemacher, wie lange es dauert, so ein Modell anzufertigen. Das Museum arbeitete von 1933 bis 1937 - nur am Stadtzentrum. Das gesamte Modell wurde sogar erst 1955 fertig. Hätte Nero wirklich solch ein Modell bestellt, es wäre erst lange nach seinem Tod geliefert worden.

* Christen und Juden wurden schon früh auffällig, da sie sich gegen das Aufstellen und Verehren von Kaiserstatuen wandten. So waren beide Religionen schon 38 n. Chr. in Italien verboten. Dass die Christen sich deswegen (wie im Film) nur bei Nacht und an geheimen Orten trafen, darf aber bezweifelt werden. Es gibt Belege, dass man sich in den Häusern reicher Familien zum Gottesdienst traf. Richtig ist, dass unter Nero und nach dem großen Brand die erste systematische Christenverfolgung im großen Stil (aber auf die Stadt Rom beschränkt) stattfand, bei der die Verurteilten (wie im Film gezeigt) als Brandstifter (also durch Feuer) hingerichtet wurden.

* Domine quo vadis? ist bis heute der Spitzname der Kirche Santa Maria in Palmis an der Via Appia in Rom, die an der Stelle steht, wo sich der Legende nach die im Film gezeigte Petrus-Episode abgespielt haben soll.

* Nero ließ tatsächlich seine Mutter und seine erste Frau Octavia ermorden. Ob er den Brand von Rom gelegt hat, ist unklar. Er hielt sich (wie im Film) jedenfalls zum fraglichen Zeitpunkt in Antium auf. Unter Nero wurden in Britannien im Jahre 61 Aufstände niedergeschlagen (wie im Film erwähnt). Nero wurde tatsächlich gestürzt und beging Selbstmord - allerdings erst im Juni 68 (also vier Jahre nach dem Brand von Rom) und auch nicht in seinem Palast, sondern im Landgut des Phaon (seines letzten Getreuen). Er hatte bei seinem Selbstmord tatsächlich Hilfe - allerdings nicht von Acte, sondern von einem Sekretär.
Übrigens: In Quo Vadis stirbt der große Kaiser mit den Worten "Ist das das Ende von Nero?". 1931 in "Der kleine Cäsar" (auch von Regisseur LeRoy) stirbt Edward G. Robinson mit dem Satz "Ist das das Ende von Rico?" - ein Insidergag des Regisseurs? Neros echte letzte Worte werden von Sueton so überliefert: "Welch ein Künstler stirbt mit mir!"
P.S.: Da im Film alle hohen Würdenträger nur beim Müßiggang gezeigt werden, stellt sich die Frage, wer das Reich eigentlich regierte.

* Poppäa starb 65 - also ein Jahr nach dem Brand von Rom und drei Jahre vor Neros Tod. Sie wurde nicht erwürgt, sondern starb vermutlich bei Komplikationen bei ihrer zweiten Schwangerschaft.

* Tigellinus war tatsächlich Prätorianerpräfekt - aber anders als im Film gezeigt, schloss er sich der Revolte an und stellte sich mit den Prätorianern gegen Nero. Er starb erst, als Kaiser Otho im Jahre 69 (also nach Nero und sogar noch nach dessen Nachfolger Galba) seinen Selbstmord befahl. Der Grund dafür war, dass das Volk Tigellinus so hasste, dass es ihn lieber tot als lebendig sehen wollte.

* Über die Kirchenväter Paulus und Petrus ist wenig bekannt. Paulus war tatsächlich römischer Bürger (wie im Film), wurde aber vermutlich im Jahre 59 gefangen genommen, nach Rom überführt und da schon um 60 hingerichtet (aber das ist nicht sicher). Ob Petrus in Rom war und dort um 65 hingerichtet wurde, wie es traditionell angenommen wird, ist ebenfalls umstritten. Seit dem Jahr 140 wird ein Grab auf dem vatikanischen Hügel als Petrusgrab verehrt. Es liegt heute unter dem Papstaltar im Petersdom.

* Die Figuren im Film verbinden hochfliegende Erwartungen mit Galba - zu Unrecht. Der im Juni 68 schon 70 Jahre alte Galba regierte nur bis Januar 69, also ungefähr ein halbes Jahr - dann wurde er von den Prätorianern ermordet, weil er die Probleme des Reiches nicht im Griff hatte und jemanden als Thronfolger einsetzte, der keinen Rückhalt beim Heer hatte. Galba ging in die Geschichte ein als der erste Kaiser, der nicht aus der julisch-claudischen Familie stammte (also nicht mehr mit dem ersten Kaiser Augustus verwandt war). Viele starke Generäle folgten fortan seinem Beispiel, scharten Truppen um sich und ließen sich zum Kaiser ausrufen. Damit war die Herrschaft zwar endlich auch offen für fähige Newcomer - gleichzeitig trug diese Entwicklung aber wesentlich zur Destabilisierung des Reiches bei - so werden alleine im Jahr 69 vier (!!) Kaiser nacheinander an die Macht kommen! Das sollte man im Kopf behalten, wenn Marcus am Ende über Roms Zukunft nachdenkt.

* General Aulus Plautius und seine Frau Pomponia hat es tatsächlich gegeben, allerdings weiss man über sie nur wenig. Der General hat (wie im Film erzählt) Britannien erobert (unter Kaiser Claudius). Seine Frau wurde im Jahre 57 öffentlich beschuldigt, fremden Aberglauben zu betreiben - weswegen Sienkiewicz sie und ihren Mann als Christen darstellte. Belege gibt es nicht, auch ihr Tod ist unbekannt. Das gilt auch für Phaon, der ein Freigelassener war, auf dessen Landgut Nero sich das Leben nahm. Dass er Neros Chefarchitekt war, läßt sich nicht belegen. Aber wenn er so eine hohe Stellung hatte, ist es unwahrscheinlich, dass er (wie im Film) um Nero herumwuselte, ihn bediente und die Diktate seiner Briefe aufnahm.

* Auch Titus Petronius hat tatsächlich gelebt und war (wie im Film) "arbiter elegantiae" also "Schiedsrichter des guten Geschmacks" bei Nero. Er nahm sich im Jahre 66 das Leben (wie im Film - das Öffnen der Pulsader durch einen Arzt war gängige Praxis, und Selbstmord galt dem alten Römer als legitimer Ausweg) und hinterließ einen kritischen Brief an Nero. Er ist der Verfasser des Romans Satyricon, von dem sich Auszüge bis heute erhalten haben und der 1968 von Fellini verfilmt wurde - aber das ist eine andere Geschichte.





ausführliche Inhaltsangabe:

SPOILER Warnung!

64 nach Christus. Zenturio Marcus Vinicius kehrt nach drei Jahren mit seinen siegreichen Truppen nach Rom zurück. Er hat in Britannien Aufstände erfolgreich niedergeschlagen. Vor den Toren der Stadt erreicht ihn der Befehl Kaiser Neros, sein Lager aufzuschlagen und auf das Eintreffen weiterer Truppen zu warten, damit alle zusammen einen prachtvollen Triumphzug veranstalten können - zu Unterhaltung des Volkes, das immer öfter nach solchem Schauspiel verlangt.

Petronius, ein Berater am Hofe Neros und Marcus' Onkel, hat Marcus für die Dauer seines Aufenthaltes im Haus des Ex-Generals Plautius einquartiert. Dort lernt er die Geisel Lygia kennen, eine Königstochter aus Lygien, die von Plautius und seiner Frau wie eine Tochter behandelt wird, und den Prediger Paulus von Tarsus. Was Marcus noch nicht weiß: Die Familie und Lygia sind Christen. Hochanständig, wie Christen nun mal sind (zumindest im Film), weist Lygia seine (sexuellen) Annäherungsversuche zurück - ist aber bei seinem prunkvollen Triumphzug durch Rom zugegen und jubelt ihm zu.

Was sie nicht ahnt: Marcus hat sich inzwischen bei seinem Onkel nach den Rechten und Pflichten von Geiseln erkundigt. Da Geiseln offiziell dem Kaiser unterstellt sind, kann Petronius veranlassen, dass Lygia das Haus des Generals verläßt und Marcus zugewiesen wird. So erlebt die Familie Plautius eine böse Überraschung, als plötzlich 10 Prätorianer vor der Tür stehen und Lygia zum Palast bringen.

Im Palast wird sie festlich eingekleidet und trifft dabei Acte, die Ex-Geliebte des Kaisers (und eine Verbündete der Christen). Lygia muss an Marcus' Seite am Fest zur Feier des Triumphes teilnehmen. Poppaea, Neros Frau, hat selbst ein Auge auf Marcus geworfen und versucht, die beiden zu trennen - doch das kann Petronius verhindern.
Nero unterhält sein Publikum derweil mit einem selbstgeschriebenem Lied über "lodernd Feuer". Er muss aber selbst einsehen, dass seinem Vortrag genau das fehlt - Feuer. Kein Wunder, er hat ja noch nie eine gewaltige Feuersbrunst gesehen, wie soll er dann darüber schreiben?

Nach der Feier soll Lygia in das Haus des Petronius gebracht werden. Acte hat während des Festes aber den hühnenhaften Ursus informiert, der Leibwächter der Lygia im Haus des Generals. Er befreit sie nun, als sie in der Sänfte abtransportiert wird - und beide verschwinden in der Nacht.

Am nächsten Morgen sucht Marcus sie im Haus des Generals, aber da ist sie nicht. Petronius empfiehlt, er solle sich an Chilo wenden, einen Griechen, der in Rom die besten Kontakte zur Unterwelt hat. Dieser bittet Marcus um detaillierte Hinweise, was er im Haus des Generals gehört und gesehen hat, um daraus Rückschlüsse zu ziehen, wo sich Lygia jetzt aufhalten könnte. Marcus berichtet von dem Fisch, den Lygia gemalt hat. Das aber ist das geheime Erkennungszeichen der Christen - und so erfährt Marcus endlich, dass Lygia eine Christin ist.

Zusammen mit dem Ringer Croton gehen Chilo und Marcus zu einem geheimen Treffen der Christen. Da hält Petrus gerade eine lange Predigt, in der er berichtet, wie Jesus Christus ihn zum Menschenfischer machte. Tatsächlich sind auch Lygia und Ursus unter den Zuhörern. Die drei folgen ihr - und wollen Lygia kidnappen. Doch Ursus verteidigt sie: Croton tötet er und Marcus schlägt er nieder. Chilo flieht. Ursus bringt den ohnmächtigen Marcus in Lygias Versteck, wo sie ihn versorgt und zur Ruhe bettet.

Am nächsten Morgen kommt es zur offenen Aussprache zwischen den beiden. Er gibt sie frei und schwört, ihr fortan nicht mehr nachzustellen. Doch sie gesteht ihm nun, dass sie sich längst aus freien Stücken für ihn entschieden hat: Sie liebt ihn. Marcus ist hocherfreut - allerdings muss vor einer Eheschließung noch die Glaubensfrage geklärt werden. Marcus ist bereit, Lygias Glauben zu tolerieren, ohne ihn selbst anzunehmen, dies lehnt Lygia jedoch entschieden ab. Zusammen mit Paulus versucht sie, ihm den christlichen Glauben näher zu bringen - ohne Erfolg. Marcus versteht den Gedanken nicht, dass das Christentum die Nächstenliebe, also die universelle Liebe zwischen ALLEN Menschen, über die Liebe ZWEIER Menschen stellt. Was für eine Liebe soll das denn sein, die über sich eine noch höhere Liebe anerkennt? Verwirrt und verärgert zieht er ab.

Er begibt sich nach Antium (im Süden Roms, an der Küste) wo Neros Hof sich in seiner Sommerresidenz aufhält, inklusive Petronius. Der Müßiggang wird unterbrochen, als Nero seine Berater zusammenruft, um ihnen seine neueste Idee zu präsentieren: Ein Modell von einem gänzlich umgebauten Rom, dem er den schönen Namen Neropolis geben will. Auf die verduzte Zwischenfrage des Petronius, was denn mit dem alten Rom geschehen soll, kommt auch schon die Meldung, dass Rom brennt. Das ist Neros neues Konzept: Altes zerstören, sich am Anblick weiden - und dann Neues erschaffen.

Der Hof begibt sich eilends in seine Wagen, um zum Palast zu fahren - und auch Marcus eilt nach Rom: Um Lygia zu retten. Auf dem Dach seines Palastes steht Nero und besingt das Flammenmeer vor ihm, derweil Marcus in der brennenden Stadt für die Bevölkerung Fluchtwege durch die Kanalisation und die Kaiserlichen Gärten öffnet. So strömt das Volk vor die Tore des Palastes. Da man in der Stadt Neros Soldaten beim Brandschatzen gesehen hat, nennt die aufgebrachte Menge Nero nun einen Brandstifter.
Der listige Petronius rät Nero zwar, vor das Volk zu treten und sein neues Konzept gerade heraus zu erklären - aber das traut Nero sich nicht. Er sucht lieber einen Schuldigen - zunächst unter seinen Beratern. Aber auch die sind nicht scharf darauf, für ihn ihr Leben zu opfern. "Ihr liebt mich nicht!" tadelt Nero sie (im Film wird uns die seltsame Idee, dass der Beweis für wahre Liebe offenbar der Tod ist, noch öfter begegnen). Da hat Poppaea eine Idee: Nehmen wir doch die Christen als Sündenböcke! Nero greift dankbar zu. Petronius' Warnung, wie die Geschichte denn einmal über ihn urteilen wird, schlägt er in den Wind: Die Geschichte wird nicht einmal mehr wissen, dass es die Christen je gegeben hat.

Wieder in seinem Haus bekommt Petronius Besuch von Marcus. Marcus will dem Treiben ein Ende machen: Er hat eine Botschaft an General Galba geschrieben, in der er ihn bittet, in Rom die Macht zu übernehmen. Er bittet Petronius, die Nachricht ebenfalls zu unterschreiben - was er ohne zu zögern tut. Er hat inzwischen eingesehen, dass er viel zu lange passiv geblieben ist, statt sich dem Unrecht in den Weg zu stellen.

Die Nachricht an Galba ist unterwegs - aber Neros Soldaten sind derweil nicht untätig: Die Gefängnisse füllen sich mit Christen. Unter ihnen Lygia und die Familie Plautius. Das Volk darf die Häuser der christlichen Mitbürger plündern - und glaubt die Lüge von der Brandstiftung nur zu gern. Bei dem Versuch, Lygia zu befreien, wird schließlich auch Marcus verhaftet.

Der Apostel Petrus verläßt Rom. Unterwegs jedoch spricht Jesus durch seinen Diener Nazarius zu ihm. Petrus fragt: "Quo vadis, domine?" - "Wohin gehst Du, Herr?" Und Jesus antwortet, er gehe nach Rom, um sich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen. Da erkennt Petrus, dass er eigentlich bei seiner Gemeinde in Rom sein sollte, und kehrt um.

Petronius kennt seinen Herrn gut: Nach dem offenen Widerstand, den er gegen die Verhaftung der Christen geleistet hat, ahnt er, dass Nero ihn nun beseitigen lassen will. Er beschließt, dem durch Selbstmord zuvorzukommen. Dazu lädt er seine Freunde ein (seltsamerweise keine Opposition, sondern der komplette Beraterstab des Nero - also die, die bisher immer auf Neros Seite standen). Sie werden Zeuge, wie er sich von seinem Arzt die Pulsschlagadern öffnen läßt. Seine Geliebte Eunice folgt ihm in den Tod. Sterbend diktiert Petronius einen letzten Brief an Nero, in dem er dem Kaiser zuruft: quäle dein Volk, aber langweile es nicht mit deinen schlechten Liedern. Seneca überreicht Nero den Brief - der liest ihn und ist not amused.

Im Amphitheater werden die Christen den wilden Löwen vorgeworfen, gekreuzigt oder verbrannt. Der zurückgekehrte Petrus erscheint in den Zuschauerrängen und spricht seiner Gemeinde Mut zu: Schon bald werden sie alle im Paradiese sein - und prompt wird er festgenommen. Lygia und Marcus bitten ihn im Kerker, sie zu vermählen, damit sie als Mann und Frau in den Tod gehen können. Das tut er - und wird dann abgeführt, um auf dem vatikanischen Hügel gekreuzigt zu werden (mit dem Kopf nach unten - denn so zu sterben wie Jesus wäre zu viel der Ehre).
Auch die Zweisamkeit im Kerker währt nur kurz: Poppaea hat sich für die beiden etwas Besonderes ausgedacht. Lygia wird an einem Pfahl festgebunden und ein wilder Stier wird auf sie losgelassen. Ursus soll gegen ihn kämpfen (und verlieren, so das Konzept). Marcus wird auch festgebunden - aber oben in der Kaiserloge, damit er mitansehen muss, wie seine Geliebte am Ende vom Stier zerfetzt wird. Doch Ursus kann den Stier tatsächlich besiegen.

Das Publikum jubelt und fordert Gnade, auch Neros Berater zeigen mit dem Daumen nach oben. Doch Nero versucht das Konzept zu retten - und senkt den Daumen. Doch seine Soldaten kommen nicht mehr dazu, Lygia und Ursus zu töten - da beginnt schon die Revolte: andere Soldaten stechen sie und Tigellinus nieder. Marcus kann sich befreien und verkündet dem Volk, dass Galba auf dem Weg hierher sei, um der neue Kaiser Roms zu werden.

Nero und Poppaea flüchten daraufhin in den Palast. Nero muss erkennen, dass er nun keinen Verbündeten mehr hat - und erwürgt Poppaea, der er die Schuld an der Situation gibt (nicht ganz zu Unrecht: Es war ihre Idee, die Christen hinzurichten). Als er sich nun zur Flucht wendet, stellt sich ihm jemand in den Weg - Acte. Sie gesteht ihm ihre wahre Liebe zu ihm. Da der Mob draußen droht, Nero zu lynchen, überredet sie ihn - Selbstmord zu begehen (was genau genommen eine seltsame Art ist, seine wahre Liebe zu beweisen. Um ganz sicher zu gehen, hilft sie ihm sogar dabei).

Nun zieht Galba mit seinen Truppen in Rom ein, als Befreier begrüßt (wie die Amerikaner nach dem Krieg). Marcus philosophiert noch eine Weile, ob das Christentum Rom eine dauerhafte und gerechte Ordnung geben kann, kommt aber zu keinem Ergebnis. In der letzten Szene verlassen er, Ursus, Lygia und Nazarius Rom auf der Via Appia. Nazarius erzählt, dass Petrus an dieser Stelle von Jesus zur Umkehr aufgefordert wurde. "Ein geweihter Ort" raunt Lygia erfurchtsvoll. Die Kamera fährt an den zurückgelassenen Wanderstock des Petrus heran. Eine Erzählstimme verkündet: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben".

Ende


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