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Sturm über Europa: Die Völkerwanderung

Originaltitel:Sturm über Europa
Premiere im Jahr:2002
Regie:Dokumentation
Handlung spielt im Jahr:antikes Rom
Stand:19.03.2010
Crew:Regie ... Christian Twente, Christian Feyerabend, Nina Koshofer

Kamera (Cinematography)... Martin Christ, Torbjörn Karvang

Schnitt (Film Editing)... Marc Schubert

Filmgesellschaft:Gruppe 5 Filmproduktion
ZDF
ORF
Land:Deutschland
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- guter Film

 

Fernsehserie, 4 Episoden à 45 Minuten
mit Schauspielszenen
Premiere: Februar 2002 (Arte)


Kurzinhalt:

Die wechselvolle Geschichte der Nachbarn des Römischen Reiches.




Episodenliste:

1, Kimbern und Teutonen

120 vor Christus

2, Varusschlacht und Gotensaga

9 nach Christus

3, Der Kampf um Rom

395 nach Christus

4, Die Erben des Imperiums

507 nach Christus



Kritik:

Ein Einblick in die Machtverhältnisse und den Alltag zur Zeit der Völkerwanderung am Ende des Römischen Reiches und zu Anfang des Königreiches der Goten.
Visuell ambitioniert (zeitgenössisch gekleidete Statisten und zahlreichen Computer-Rekonstruktionen). Sehenswert vor allem, weil es einen kaum beachteten Zeitabschnitt behandelt. Jeder Film beginnt mit der Gesichtsrekonstruktion eines antiken Barbaren auf der Basis alter Schädelfunde. An sich eine interessante Idee, aber auf Dauer ermüdet der immergleiche Einstieg. Hätte es nicht noch andere Forschungsmethoden gegeben, anhand derer man dem Zuschauer die Antike näherbringen kann? Auch schreitet man insgesamt doch recht gemessenen Schrittes durch die einzelnen Epochen - da hätte die Inszenierung gerne etwas flotter sein dürfen. Davon einmal abgesehen ist die Miniserie kompakt und sehr informativ und bemüht sich um ein differenziertes Geschichtsbild, wobei sie auch gleich mit vielen Vorurteilen aufräumt (z.B.: die Wandalen waren keine Vandalen).


Fakten:

* Eine Reportage über die Dreharbeiten: „Blond, bärenstark und Multikulti“ in Hörzu Heft 9 vom 22. Februar 2002.

 
Mein Kommentar:

P.S.:


Jahrzehntelang gab es gar keine Filme über die Varusschlacht, da dies für Deutschtümelei gehalten wurde. Noch 1999, als die Vorbereitungen für diese Serie begannen, warnten ältere ZDF-Redakteure vor den möglichen negativen Zuschauer-Reaktionen (die übrigens ausblieben: Die Serie war ein voller Erfolg).

Seit damals sind gleich vier (in Ziffern: 4!) aufwändige Arminius-Filme gemacht worden:
* Teil 2 dieser Serie (2002)
* Teil 2 der arte-Serie Die Germanen (2007)
* Die Varusschlacht des BR (2008)
* die große Arte/ZDF-Doku Kampf um Germanien (2009).

Nichts gegen eine gepflegte Hermannsschlacht von Zeit zu Zeit. Aber es gibt viele andere interessante Epochen (nicht nur in der Antike), die noch auf ihre Entdeckung warten - und ebenfalls einen Film verdient hätten (eine Liste "Sträflich vernachlässigte Epochen in Film und Fernsehen" senden wir auf Anfrage gerne jeder Redaktion zu).

Vielleicht wäre es auch klüger gewesen, das ganze Geld dieser vier Filme für nur einen einzigen Film auszugeben - diesen dann aber dafür so richtig teuer im Stil eines amerikanischen Monumentalfilmes. Achja. Aber uns fragt ja keiner...

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