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Steinzeitkinder, Die

Originaltitel:Steinzeitkinder, Die
Premiere im Jahr:1972
Regie:Manfred Jenning
Handlung spielt im Jahr:2000 vor Christus
Darsteller:Marionetten der Augsburger Puppenkiste
Stand:06.12.2009
Crew:Drehbuch ... Manfred Jenning, nach den Büchern von Bertil Almqvist

Musik ... Hermann Amann

Puppen + Kostüme ... Rose Oehmichen

Filmgesellschaft:Hessischer Rundfunk
Augsburger Puppenkiste
Land:Deutschland
Steinzeitkinder, Die bei Amazon
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- hat Schwächen

 

Fernsehserie für Kinder, 4 Episoden à 22 Minuten
Premiere: Oktober 1972


Die 13 Hedenhös-Bücher von Bertil Almqvist:
sv.wikipedia.org/Hedenhös
www.hedenhosland.se

Die Steinzeitkinder bei der Augsburger Puppenkiste:
apk-chronik.de (Unter "Filmographie". Dann scrollen bis "1972".)



ansehen:
Die Serie ist Bestandteil der (sehr teuren!) Augsburger Schatzkiste mit 10 DVDs von selten (oder nie mehr) gezeigten Filmen mit den Marionetten.




Kurzinhalt:
Skandinavien vor 4000 Jahren. Während in Südeuropa die Kultur Einzug hält, herrscht hier noch tiefe Steinzeit. Die Familie Hedenhös packt ihre Koffer und macht Urlaub in der Zivilisation ("hedenhös" heißt im Schwedischen "Urzeit").




Kritik:
Uninteressant und langatmig.
Leider verwandelte die Augsburger Puppenkiste die (in Schweden hochberühmten) Bücher in eine brave deutsche Kinder-Serie. Damit die lieben Kleinen auch ja alles verstehen, wurde die Handlung stark vereinfacht, das Niveau der Dialoge reduziert - und natürlich reden alle Schauspieler ganz langsam.
Damit die Hedenhös-Filme nun doch nicht zu simpel wurden, wurden ein paar aktuelle Zeitbezüge eingebaut: die Mondlandung (1972 war die letzte), die Olympischen Spiele (1972 in München) und der Film Der weiße Hai (auch 1972). Auch bei den Kulissen wurde etwas Innovatives versucht. Statt dreidimensionaler Bühnenbilder wurden Comic-Zeichnungen als Hintergrundbilder verwendet. Statt gesprochener Dialoge gibt es manchmal ausgeschnittene Sprechblasen, die an Fäden vor dem Mund der Marionetten platziert werden. Das wirkt auch heute noch überraschend modern - rettet die Serie aber nicht.






Fakten:

* Aus der interessante Grundidee (Zivilisation versus Steinzeit) machte der schwedische Autor Bertil Almqvist von 1948 bis 1971 insgesamt 13 Bücher, in denen er die Familie Hedenhös nach England, Mallorca, Ägypten, Amerika - und sogar zum Mars schickte. Almqvist verband kurzweilige Unterhaltung mit interessanten wissenschaftlichen Fakten - und zwar in einfachen Worten und klaren Bildern. Die Serie erfreut sich in Skandinavien seit 60 Jahren ungebrochener Beliebtheit.

* Almqvist starb im Mai 1972, noch während der Dreharbeiten.

* Der Stalling-Verlag übersetzte die Bücher aus der Fernsehserie ins Deutsche: Die Steinzeitkinder ... in Aegypten, ... auf Weltraumfahrt und ... auf der Olympiade. Doch leider hatten sie keinen Erfolg (genausowenig wie die Filme). Die Bücher erlebten nur eine Auflage - und sind heute sehr teure Sammlerstücke.

* Genau diese Art von altmodischer und betulicher Machart war es, die den WDR 1971 zu einem frischen, schnellen und modernen Konzept für Kinder veranlasste: die sehr efolgreiche Sendung mit der Maus.






Episodenliste


1, Fahrt nach Ägypten
Wir lernen die Familie kennen: Vater Ben, die Mutter Knuta, die beiden Kinder Sten und Fliesa, den Hund Urax und das Pferd Schönhaar. Sie reiten ein wenig, jagen ein wenig (was man halt so tut in der Steinzeit) - doch dann werden die jungen Hedenmös von ägyptischen Händlern gefangen genommen und an den Nil verschleppt, da sie die felltragenden Kinder irrtümlich für Tiere halten. Als sie ihren Irrtum bemerken, zeigen sie ihnen die Pyramiden und schicken sie nach Hause. Zu Hause erzählen die Kinder ihren Eltern von Ägypten. Mutter Hedenmös ist begeistert: da fahren sie im nächsten Urlaub hin.

Mehr passiert nicht - aber immerhin: Die ägyptischen Trachten und ihr Schiff sind recht originalgetreu nachgebildet, und der kleine Sprachkurs in ägyptischen Hieroglyphen ist zum Schmunzeln.
P.S.: Was haben antike Ägypter in Skandinavien zu suchen?





2, Urlympische Spiele
In einer Stein-Zeitung steht, dass ein Zukunftsforscher davon ausgeht, dass die Steinzeit bald vorüber ist und das Metallzeitalter beginnt - es wird auch höchste Zeit, denn in Wirklichkeit endete die Steinzeit schon um 7000 vor Christus. Hedenmös sind also 5000 Jahre zu spät dran! Den Aufbruch in ein neues Zeitalter will die Steinzeitsiedlung mit urlympischen Spielen feiern, dazu laden sie benachbarte Nationen ein. Ein Stadion wird gebaut, das (ganz wie in München) durch sein bahnbrechendes Zeltdach (und sensationelle Baukosten) besticht - dann geht es los: Die Athleten zeigen ein paar steinzeitliche Varianten moderner Sportarten.




3, Inselreisen
Die Hedenmös leiden sehr unter dem harten Winter - also warum nicht nach Mallorca fahren? Dort ist der Fremdenverkehr zum Erliegen gekommen, da ein weißer Teufelsrochen die Küste unsicher macht. Da muss der Vorfahre von Chopin (der im 19. Jh. die Insel besuchen wird) helfen und mit seiner Musik den Rochen verjagen (die Ureinwohner von Mallorca werden hier übrigens als schwarze Wilde dargestellt). Nach diesem "Abenteuer" werden die Kinder (schon wieder) entführt - diesmal von Beefeatern. Die Eltern schalten Sherlock Holmes und Dr. Watson ein. Die Spur führt nach England, wo die wieder vereinte Familie dann das Richtfest von Stonehenge miterlebt (die riesigen Megalithen wurden tatsächlich um 2000 v. Chr. errichtet). Dies ist die gelungenste Sequenz in der ganzen Serie: Das Richtfest wird nicht mit den Marionetten inszeniert. Stattdessen werden große, detailfreudige Zeichnungen abgefilmt - dies erlaubte dem Künstler, zahlreiche kleine gelungene Gags einzubauen.



4, Weltraumabenteuer
Die Hedenmös fahren aus einer Laune heraus (sollte dies subtile Kritik am Apollo-Programm sein?) auf den Mond. Da stellen sie die berühmte Mondlandung von 1969 nach und fliegen weiter zum Mars. Da leben Menschen, die ihrer Zeit 4000 Jahre voraus sind (und offenbar nur mit Bauhaus-Architekten zusammenarbeiten). Sie zeigen den Hedenmös ihren Planeten (also v.a. die Polkappen, die man hier absichtlich abschmelzt, um Wasser für die Marskanäle zu gewinnen) und führen sie im Fernsehen und auf einem interstellaren Oktoberfest als Sensation vor. Danach fliegen sie wieder nach Hause. Als Beweis für ihren Weltraum-Ausflug haben sie eine Puppe von einem Marsbewohner dabei (aber das dürfte ihre Nachbarn genausowenig überzeugen, wie damals das Mondgestein die zahlreichen Kritiker und Skeptiker von den Apollo-Missionen überzeugte).

P.S.: Bei den Raumanzügen sind die Gucklöcher nicht über den Augen (die Hedenhös können also gar nichts sehen).

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