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Titan mit der eisernen Faust, Der
| Originaltitel: | Mucius Scaevola / Il Colosso di Roma |
| Premiere im Jahr: | 1964 |
| Regie: | Giorgio Ferroni |
| Handlung spielt im Jahr: | 510 vor Christus |
| Darsteller: | Gordon Scott ... Caius Mucius Scaevola (= "Der Linkshänder")
Gabriella Pallotta ... Clelia, seine Verlobte Roldano Lupi ... Lars Porsenna, König der Etrusker Gabriele Antonini ... Aruntes, Sohn des Lars Porsenna Maria Pia Conte ... Valeria, Tochter des Konsuls Massimo Serato ... Tarquinius Superbus (= "Der Überhebliche"), der letzte König von Rom |
| Stand: | 16.12.2009 |
| Crew: | Drehbuch ... Remigio Del Grosso, Alberta Montanari
Produzent ... Bruno Turchetto Kamera (Cinematography) ... Augusto Tiezzi Schnitt (Film Editing) ... Antonietta und Graziella Zita Art Direction ... Antonio Visone Kostüme ... Elio Micheli Musik ... Francesco Lavagnino Studio ... De Paolis In.Ci.R- Studios (Rom) |
| Filmgesellschaft: | Dorica Film, Rom
Pea, Neapel Unicité Les Films Jacques Leitienne, Paris |
| Land: | Italien + Frankreich |
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| Bewertung: Max. 5 Sterne | |
| Historienfilm, 86 Minuten
Kurzinhalt Der Film verbindet zwei alte römische Legenden, die vor dem Hintergrund desselben Krieges spielen: Als Rom mit den Etruskern im Krieg liegt, geht Cloelia (in der deutschen Version: Clelia) als Geisel zu den Etruskern, und Gaius Mucius versucht, den Etruskerkönig Lars Porsenna zu töten. Als dies misslingt, verbrennt er seine rechte Hand - und heißt fortan "Scaevola" ("Linkshänder"). Kritik gelungener Film über Roms mythisch verklärte Frühzeit. Plus: Der Film enthält alle wichtigen Elementen der beiden Sagen. Die Sagen wurden nicht übermäßig verändert. Die einfache Geschichte wird einfach erzählt, ohne Schnickschnack. Minus: Viele überflüssige Peplum-Zutaten (Mucius ist natürlich ein bärenstarker Superheld, der schwere Unfälle ohne Kratzer überlebt. Er verprügelt die Feinde mit Pappmaché-Baumstämmen. usw.). Langsames Tempo. Die Kulissen sind viel zu prachtvoll (im sechsten Jahrhundert vor Christus ging es sehr bescheiden zu). Fakten * Zur Enttäuschung seiner Fans ist Gordon Scott im ganzen Film vollständig angezogen. * Zweikämpfe Mann gegen Mann waren in der frühen Antike tatsächlich üblich, um Feldschlachten und nutzloses Blutvergießen zu vermeiden (wie im Film). * Aus diesem Grunde war auch der Austausch von Geiseln völlig normal. In Wirklichkeit hätte sich niemand darüber aufgeregt (im Film sind die Senatoren darüber empört). * In der Legende opfert Caius Mucius seine rechte Hand den Göttern. (Iim Film ist es eine Demonstration römischer Überlegenheit.) * Ob die Hauptpersonen wirklich existiert haben, ist zweifelhaft: Die Römern vermischten schon früh Geschichtsschreibung mit Propaganda. ausführliche Inhaltsangabe: SPOILER Warnung! Um 500 vor Christus: König Tarquinius, den die Römer verjagt haben, hat sich mit den Etruskern verbündet, um Rom zurückzuerobern. Der Belagerungsring um Rom ist eng: Die Lebensmittel werden knapp, da die Getreidetransporte abgefangen werden. Die Hilfstruppen der mit Rom verbündeten Albaner und Sabiner lassen auf sich warten. Möglicherweise sind sie zu den Etruskern übergelaufen. Der Konsul in Rom braucht also jeden Mann, um die Stadt zu sichern, und kann den Transporten keinen Geleitschutz geben. Eine gute Gelegenheit für Mucius, ganz alleine gegen eine Übermacht bewaffneter Männer zu kämpfen und seine Kraft unter Beweis zu stellen. Eine Lieferung kommt also ausnahmsweise nach Rom – doch es ist zu wenig: Das Volk prügelt sich um die knappe Ration. Mucius wagt daher einen Alleingang ins etruskische Lager und dringt in das Zelt des Königs Lars Porsena ein. Er tötet den Mann am Schreibtisch - eine Verwechslung, denn das war ein Offizier: Der König schlief nebenan und nimmt Mucius nun fest. Um ihm die militärischen Geheimnisse der Römer zu entreißen, wird ihm mit Folter gedroht. Doch Mucius zeigt, aus welchem Holz ein Römer geschnitzt ist: Er hält seine rechte Hand freiwillig ins Feuer, da sie den falschen Mann getötet hat. Das beeindruckt den König. Die beiden reden über den Krieg: Die Etrusker wollen ihre Gebiete wiederhaben, die die Römer ihnen einst wegnahmen. Die Römer wollen, dass die Etrusker nicht mehr König Tarquinius unterstützen und endlich anerkennen, dass Rom jetzt eine Republik ist. Auf dieser Basis will man einen Vertrag aushandeln und den Kampf solange unterbrechen. König Tarquinius, der sich im Lager der Etrusker aufhält, erfährt davon - und gibt dem etruskischen Unterhändler einen hinterhältigen Rat: Rom soll Geiseln entsenden. Am besten eine Gruppe von zehn Frauen, darunter Clelia, Mucius‘ Verlobte, und Valeria, die Tochter des Konsuls. Das erscheint dem Verhandlungsführer als eine gute Idee, also fordert er dies im Senat von Rom. Die Senatoren sind empört und haben Angst um ihre Töchter. Doch um ehrlichen Friedenswillen zu demonstrieren, entsendet der Senat tatsächlich die Frauen. Ihre Ankunft überrascht König Porsena - denn das hatte er ja gar nicht gefordert. Er vermutet eine List von Tarquinius - und richtig: Tarquinius versucht, im Lager Übergriffe gegen die Geiseln zu provozieren - damit Rom einen Grund hat, die Verhandlungen abzubrechen und weiter Krieg zu führen (denn diesen würde Rom nach Lage der Dinge sicher verlieren). In Rom hat der Ex-König immer noch mächtige Anhänger, die ihm bei diesem Plan helfen. Zufällig hört die Geisel Clelia das – und will nun Rom warnen. Sie überredet die Frauen zur Flucht. Diese geht so vonstatten, dass sie sich alle an einem Baumstamm festhalten und sich tiberabwärts nach Rom treiben lassen. Nach Clelias Bericht diskutiert der Senat, ob man überhaupt noch verhandeln soll. Doch dann hätte Tarquinius ja bekommen, was er wollte. Mucius hat eine bessere Idee: Da der Etruskerkönig ja nichts mit Tarquinius‘ Plänen zu tun hat, senden sie zwei der Geiseln zurück ins Lager - zusammen mit einer Eskorte, die sie schützt und Porsena erklärt, wer die Verhandlungen hintertreibt. Doch Porsena hat davon schon selbst erfahren. Nun ist er entschlossen, Tarquinius im Stich zu lassen. Tarquinius will ihn aber zurück in den Krieg zwingen. Er schickt Bogenschützen vor das Lager, die die ankommenden Geiseln töten sollen. Auf diese Weise will er die Römer zu einem Angriff auf die Etrusker provozieren. Diese werden dann die römische Armee vernichten, so sein Plan, und müssen ihn schließlich in Rom als König einsetzen – denn wer wäre sonst noch da? Die Bogenschützen treffen nur Valeria. Clelia nehmen die Etrusker gefangen. Mucius stürzt beim Kampf in eine Schlucht. Im Lager der Etrusker hat Tarquinius derweil die Macht übernommen und König Porsena gefangen genommen. Der Senat von Rom erfährt von dem Überfall auf die Geiseln – doch hier ist man realistisch: Den Krieg können sie nicht gewinnen. Eine Partei stimmt sogar dafür, sich zu ergeben und Tarquinius wieder einzusetzen. Ist die Lage ganz verloren? Nein! Mucius hat den Sturz in die Schlucht überlebt. Er klettert den Abhang hoch und eilt in den Senat. Er plädiert für Krieg, da nicht alle Etruskersoldaten unter Tarquinius dienen wollen. Eine derart geschwächte Armee kann man wohl nicht besiegen – aber vielleicht Porsena wieder an die Macht bringen und Frieden schließen. An den Iden des Mai greifen die Römer also das Lager der Etrusker an. Wie erwartet, werden sie von Etruskern unterstützt, die sie ungehindert ins Lager eindringen lassen. Doch Tarquinius hat damit gerechnet: So finden die Römer im Lager das Heer überraschend in voller Rüstung und bereit zum Kampf vor. Die Römer unterliegen - doch der Sieg nutzt Tarquinius nichts, da die Etrusker sich weigern, weiterhin seinen Befehlen zu folgen. Leider hat er immer noch Clelia in seiner Gewalt. In einem Anflug von Überheblichkeit (daher der Name "Superbus") bietet Tarquinius an, in einem Zweikampf mit Mucius seine Sache zu entscheiden. Doch Tarquinius hat sich verrechnet: Mucius siegt mit Links - im wahrsten Sinne des Wortes. Ende. |


