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Disney's Hercules
(Episode 43 bis 65)

Originaltitel:Hercules: The Animated Series
Premiere im Jahr:1998
Handlung spielt im Jahr:1270 vor Christus
Stand:14.02.2010
Land:USA
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- ok

 

Fortsetzung von:
Disney's Hercules (Episode 1 bis 19) und
Disney's Hercules (Episode 20 bis 42)

Fortsetzung:
Hercules



EPISODENLISE 3


43, Die Welt der Träume

Original: Hercules and the Long Nightmare (gut)

Kritik:
Nicht besonders witzig, aber lehrreich. Interessant ist die Folge auch deswegen, weil hier ausnahmsweise mal ein Gegner nicht besiegt wird, sondern sich durchsetzen kann. Am Ende wird er für seine Taten sogar belohnt:

Inhalt:
Nach der Erschaffung der Welt vergibt Zeus an seine Verwandten und Kollegen Götter-Jobs. Während Morpheus zum Gott des Schlafes ernannt wird, geht dessen Bruder Phantasos aber völlig leer aus. Seither sinnt er auf einen Weg, diese Entscheidung rückgängig zu machen.
Viele Tausend Jahre später, zur Zeit von Jung-Hercules, hat er einen Weg gefunden: Bislang kennen die Menschen nur angenehme Träume - er aber schickt ihnen richtig fiese Albträume. Hercules träumt beispielsweise, er würde mit dem Monster Hydra kämpfen (der Leser ahnt es schon: Es hat drei Köpfe - wie originell!). Da die Menschen nun nicht mehr gut schlafen können, meint Zeus, Morpheus mache einen schlechten Job als Schlafgott - und setzt ihn ab. Sein Nachfolger wird, wir ahnen es, Phantasos. Das lässt Morpheus sich natürlich nicht gefallen - er schaltet Hercules ein. Doch statt den Kampf aufzunehmen stellt Hercules fest, dass diese Albträume durchaus auch ihre guten Seiten haben. Zum Beispiel kann man im Traum Probleme, die einen belasten, besser erkennen. Das überzeugt auch Zeus - und so wird für Phantasos eine neue Planstelle geschaffen: Der Gott der Träume.



Fakten:

* Der Film stellt die Katharsis-Theorie des Aristoteles (um 350 v. Chr.) richtig dar - allerdings mit dem Unterschied, dass Aristoteles damit die Wirkung von Theaterstücken und nicht die von Träumen beschreibt. Dass man im Traum Zugang zu tiefliegenden oder unbewussten Problemen findet, hat mit der Katharsis eigentlich nichts zu tun. Diese Art der Traumdeutung ist aber in der Tat bei vielen Psychiatern üblich.

* Dass Zeus die Welt aus dem Chaos erschaffen hat, entspricht nicht der griechischen Mythologie. Im Chaos entstanden zunächst 5 Ur-Götter, u.a. Liebesgott Eros (siehe Episode 18) und Ur-Mutter Gaia. Zeus war einer ihrer Söhne.

* Phantasos war hingegen tatsächlich der Bruder des Morpheus. Beide sind, anders als im Film, die Götter der Träume. Gott des Schlafes ist eigentlich Hypnos (ihr Vater). Nach dieser Götter-Familie sind bis heute Phantasie, Morphium und Hypnose benannt.

* Das Ungeheuer Hydra hat bei den Griechen eigentlich 9 Köpfe und wird von Herakles/Hercules (wie im Film angedeutet) bei einer seiner 12 Aufgaben besiegt - aber das liegt hier noch in weiter Ferne.




44, Die arabische Nacht

Original: Hercules and the Arabian Night (ok)

Kritik:
Unterhaltsames Merchandising-Crossover mit "Zusammen sind wir stark"-Botschaft.

Inhalt:
Die Unterwelt hat einen neuen Bewohner: Jafar, den bösen Zauberer aus dem Trickfilm "Aladdin" (Disney 1992), der beim Kampf mit Aladdin gestorben ist. Natürlich sinnt er nun auf Rache, daher heckt er mit Hades einen guten Plan aus: Sie lassen im persischen Agrabah Aladdins Freund, den Affen Abu entführen - und in Athen Icarus, den Freund des Hercules. Sodann streuen sie Gerüchte, sodass schon bald Aladdin und Hercules gegeneinander kämpfen (in der falschen Annahme, der jeweils andere hätte den besten Freund entführt). Als sie bemerken, dass sie Jafar und Hades auf den Leim gegangen sind, verbünden sie sich und besiegen Jafar (Hades kommt ungeschoren davon, weil er ja noch für andere Hercules-Episoden benötigt wird).



Fakten:

* Der Titel Die arabische Nacht spielt auf das Titellied Arabische Nächte des Aladdin-Filmes an, das sich wiederum auf den Film Arabische Nächte (Universal 1942) bezieht. Der Name Abu soll an den Schauspieler Sabu erinnern und an seine Rolle, die er 1940 in Der Dieb von Bagdad spielte.

* Natürlich können sich die beiden Helden eigentlich gar nicht begegnen, da Aladdins Abenteuer frühestens im frühen Mittelalter spielen (also über 2000 Jahre nach Hercules). Möglicherweise wollte man mit Aladdins Gastauftritt die Zuschauer vor allem an die 1996 eingestellte TV-Serie Aladdin erinnern, die weit weniger erfolgreich als die Hercules-Serie war.

* Interessant ist diese Episode vor allem, weil man sieht, wie ähnlich sich die Disney-Helden im Grunde sind (sogar Jafar verwechselt die beiden). Auch ihre Begleiter sind nach demselben Schema gestrickt: ein Helfer für den Transport (ein fliegendes Pferd/ein fliegender Teppich), einer zum Lachen (Icarus/Abu), einer, der mit Rat und Tat zur Seite steht (Trainer Phil/Flaschengeist) usw.




45, Die aetolianische Amphore

Original: Hercules and the Aetolian Amphora (unbedingt ansehen!)

Kritik:
Temporeiche Film-Noir-Parodie à la Malteser Falke:

Inhalt:
An seinem Stamm-Gyros wird Hercules von einer unbekannten Schönen angesprochen - Megara. Richtig: DIE Megara, die Herc schon in dem Spielfilm von 1997 allerlei Ungelegenheiten bereitet hat. Zunächst überredet Megara den Hercules, sie in eine Kneipe zu begleiten, wo sie einen Zentauren treffen will. Dieser will ihr eine Amphore zum Kauf anbieten, die ihrer Familie angeblich einst gehört hat.
Was Hercules nicht weiß: Diese Amphore wurde in Wirklichkeit bei Hades geklaut. Sie enthält Wasser vom Unterwelt-Fluss Lethe. Damit kann man Erinnerungen auslöschen. Verständlich, dass Hades das Wasser wiederhaben will und Pech und Schwefel danach suchen lässt. Wie der Zufall so will, treffen sich alle in der Kneipe wieder: Der Zentaur, Megara, Hercules, Pech und Schwefel.
Nach einer kurzen Keilerei mit Hercules gesteht der Zentaur, dass er die Amphore verkauft hat - an die beiden Söhne von Kriegsgott Mars. Herrje, wozu brauchen die das Wasser? Ganz einfach: Mars hat ihnen Hausarrest gegeben. Da die beiden Karten für ein Konzert haben, wollen sie, dass ihr Vater den Arrest vergisst und sie hingehen lässt.
Megara und Hercules suchen also im Tempel des Mars nach der Amphore - werden dabei aber von den beiden Söhnen überrascht. Herc hält sie in Schach - doch Megara flieht mit der Amphore und lässt ihn im Stich. Allerdings kommt sie nicht weit - denn vor dem Tempel lauern schon Pech und Schwefel, die in der Kneipe alles mitangehört haben. Sie entführen Megara und die Amphore in die Unterwelt.
Hercules ist sauer und würde Megara am liebsten ihrem Schicksal überlassen - aber er fängt an, Gefühle für sie zu entwickeln (außerdem hat er als Held ja einen Ruf zu verlieren). So ist er also pünktlich zur Stelle, um sie aus Hades' Klauen zu retten.
Bleibt nur eine Frage: Was wollte sie mit dem Wasser? Einen Mann vergessen! Sie hatte eine kurze, aber eindrucksvolle Affäre mit Adonis - dafür schämt sie sich so, dass sie jede Erinnerung daran auslöschen will. Sie hat die Rechnung jedoch ohne die beiden Söhne des Mars gemacht: Die haben eine Menge Geld für das Wasser bezahlt und finden sich nun auch in der Unterwelt ein, um es zu bekommen.
Im Gerangel um die wertvolle Amphore passiert es schließlich: etwas Lethe-Wasser wird verschüttet und trifft Hercules und Megara. Schlagartig vergessen sie alles was war. Sie trennen sich als Fremde - um sich dann als Erwachsene im Spielfilm neu zu verlieben.



Fakten:

* Im Fluss Lethe badeten in der griechischen Mythologie die Verstorbenen, wenn sie die Unterwelt betreten hatten, um ihr Leben und ihren gesellschaftlichen Status zu vergessen.

* Ätolien ist eine Landschaft im Südwesten des griechischen Festlandes. Der Titel der Episode bezieht sich also auf eine Amphore, die hier angefertigt wurde. Die im Film gezeigte ist eine Bauchamphore mit schwarzfiguriger Bemalung (um 500 vor Christus).




46, Die Römer

Original: Hercules and the Romans (gut)

Inhalt:
Um sich für ein Schulprojekt zu informieren, fliegt Icarus zu der berühmten Bibliothek von Alexandria. Auf dem Rückweg kommt er mit den Wachsflügeln wieder der Sonne zu nahe, stürzt ab und landet in der frisch gegründeten Stadt Rom.
Ebenda überlegen Romulus und Remus gerade, wo sie für die neue Stadt ein paar neue Götter hernehmen sollen - denn auf ihre Stellenanzeigen hin hat sich keiner gemeldet. Wie Icarus da nun so vom Himmel fällt, fallen auch die beiden gleich auf die Knie und erheben ihn zum römischen Stadtgott. Wie könnte Icarus da widerstehen? Er bleibt also und gibt den Römern Hinweise in Sachen Städtebau und Stadtplanung.
Daheim fängt Hercules an, ihn zu vermissen und bittet Nemesis, ihm bei der Suche zu helfen. Die Rachegöttin mit ihrer übernatürlichen Spürnase hat ihn natürlich ruckzuck in Rom aufgespürt - allerdings riecht sie auch etwas Anderes: ein Mensch, der sich als Gott verehren lässt - das ist ein Sakrileg, auf das die Todesstrafe steht!
Als Nemesis zur Hinrichtung schreiten will, erscheinen plötzlich 3 Götter aus Ägypten, die das Inserat gelesen haben und hier tätig werden wollen. Nun gibt es ein Kompetenzgerangel zwischen den neuen Göttern und Nemesis, wer den Hochstapler hinrichten darf, in dessen Verlauf Hercules und Icarus die Nilgötter besiegen können.
Zum Glück erscheinen nun die Götter vom Olymp, die auch das Inserat gelesen haben und werden die neuen Götter von Rom. Weil Icarus beim Aufbau der Stadt einen prima Job gemacht hat, darf er ihnen neue, römische Namen geben. Damit hat er auch gleich ein tolles Projekt, das er in der Schule abgeben kann. Nur Hades ist unzufrieden - Bei den Römern heißt der Gott der Unterwelt nämlich Pluto. So nennt man doch nicht mal seinen Hund!



Fakten:

* Rom wurde der Legende nach zwar erst 753 vor Christus gegründet, dürfte aber in Wirklichkeit schon viel früher besiedelt worden sein. Wahrscheinlich bestand auch schon früh Kontakt zu den Griechen, von denen die Römer (wie im Film) viel gelernt und übernommen haben.

* Nemesis war die Göttin der gerechten Rache - und keine Halbgöttin (wie im Film). Sie war die Mutter der schönen Helena, die dann den Trojanischen Krieg auslöste (siehe auch Episode 48).

* Das Kolosseum wurde erst 72 nach Christus erbaut. Bis etwa 100 vor Christus bauten die Römer Theater und Arenen aus Holz (da kannten die Griechen bereits Stadien und Theater, die aus Stein in Berghänge gebaut wurden). Vorläufer der Gladiatorenkämpfe lassen sich ab etwa 400 vor Christus in Italien nachweisen - Icarus ist mit seiner Idee für die Arena also sehr früh dran.

* Einfache Wasserleitungen hingegen kannten schon die alten Ägypter. Die Römer bauten seit etwa 300 vor Christus dann ihre berühmten Aquädukte.

* Luxuriöse Prachtbauten wie die im Film hat es in Rom tatsächlich gegeben - aber erst in der Kaiserzeit, also gut 1500 Jahre später.

* Der Spruch "Du bist so dumm, dass du den Minotaurus für einen Kurzurlauber hältst" eignet sich für ein cooles Hercules-T-Shirt (noch so ein Tipp an die Disney-Merchandising-Abteilung).




47, Das Jahrbuch

Original: Hercules and the Yearbook (hat Schwächen)

Kritik:
Diese Episode ist das Resultat einer Unsitte bei amerikanischen Comedy-Serien, aus altem Material eine neue Folge zusammenzustellen. So kann man mit wenig Geld die Zeit füllen und noch eine ganze Folge schinden - so auch hier. Das ist zwar nicht schlecht gemacht - aber man hat das eben alles schon gesehen.

Inhalt:
Der Film macht einen Ausflug in die nahe Zukunft, in die Zeit unmittelbar nach dem Spielfilm Hercules (1997): Hercules und Megara haben geheiratet und beziehen ihr neues Heim in Athen. Dabei findet Megara Hercules' altes Schul-Jahrbuch, das er am liebsten vor ihr versteckt hätte. Zusammen mit Phil erzählt er ihr schließlich von seinen Erlebnissen während der Schulzeit. Diese sind Ausschnitte aus alten Episoden (z.B. Nr 1, 16, 27 und 38). Nachdem Megara herzlich über ihren ungeschickten Ehemann gelacht hat - gefriert ihr das Lachen im Mund: Hercules hat nämlich inzwischen IHR Schuljahrbuch besorgt und lacht nun über ihre Missgeschicke.



Fakten:

* Wie im Spielfilm sprechen Til Schweiger und Jasmin Tabatabai die Rollen des erwachsenen Paares.

* Diese Episode war ursprünglich als Abschluss der Serie geplant und sollte eine Verbindung zwischen dem Teenager und dem erwachsenen Hercules herstellen. Als sich dann der große Erfolg der Serie abzeichnete und noch eine zweite Staffel mit 13 Filmen gedreht wurde, war diese Episode nur noch eine unter vielen.

* Noch ist Megara glücklich mit Hercules - aber das wird sich bald ändern: Hercules wurde als Mann von einem Wahn befallen - und tötete seine Frau Megara und seine Söhne. Zur Strafe dafür musste er dann seine berühmten 12 Taten vollbringen - in deren Verlauf er seine zweite Frau Deianira kennenlernt (die man aus den italienischen Monumentalfilmen kennt).




48, Seine Odyssee

Original: Hercules and the Odyssey Experience (gut)

Kritik:
Amüsante Irrfahrt-Variante mit gut gemachten Witzen auf Kosten der klassischen Sage und witzigen Insider-Späßen.

Inhalt:
Odysseus, der Held von Troja, hat mit der Odyssee ein Vermögen gemacht: In Massen kaufen die Leute seine Bücher, sein Merchandising und Karten für seine Ausstellung, in der er Souvenirs von seiner Irrfahrt zeigt. Unter den Besuchern sind auch Heinz (Kassandras Vater), Hercules und zwei Seeleute von der Argo (aus Folge 21). Genau wie in der Odyssee wird aus Neugier der ausgestellte Windsack des Aeolos geöffnet. Der dadurch entfesselte Sturm reißt Odysseus' altes Schiff und auf ihm die 4 Besucher und Odysseus' Sohn Telemach mit sich. Gemeinsam erleben sie ein paar Abenteuer der Odyssee (die Zyklopen, die Sirenen, Scylla und Charybdis), bei denen Hercules' Kraft und Telemachos' Klugheit alle Probleme überwinden, so dass der anfangs schüchterne Telemach endlich aus dem Schatten seines berühmten Vaters heraustritt. Schließlich werden sie von den besorgten Eltern Zeus, Odysseus und Penelope gefunden und nach Hause gebracht.



Fakten:

* Odysseus und Herkules sind in den klassischen Sagen (anders als in diesem Film) ungefähr gleich alt und nehmen gemeinsam an der berühmten Reise der Argonauten teil.

* Der Trojanische Krieg war für die Autoren der Serie eine dauerhafte Herausforderung - denn der Krieg und die Odyssee spielen eigentlich erst NACH der in dieser Serie gezeigten Jugendzeit des Hercules (und wenn man Episode 12 berücksichtigt, fand der Trojanische Krieg sogar GAR NICHT statt). Es musste also immer etwas geändert werden, wenn man Bezug auf Troja nehmen wollte. In dieser Episode sind es Kassandras Eltern:

* Kassandra ist eigentlich die Tochter von Priamos, des Königs von Troja. Aber wenn der Trojanische Krieg schon stattgefunden hat, ist Troja eine verwüstete Stadt - das geht in einer Disney-Jugendserie natürlich nicht. Was tun? In dieser Episode wird daher der Athener Heinz als ihr Vater vorgestellt.

* In einem Punkt war diese Episode ihrer Zeit (1998) etwas voraus: Das hier gezeigte üppige Merchandising von kulturellen Ausstellungen gab es damals noch nicht - wohl aber heute. Wer 2009 in Mannheim die Alexander-der-Große-Ausstellung oder in Frankfurt Bunte Götter gesehen hat, wird bemerkt haben, dass es da genausoviel Nippes zu kaufen gab, wie in diesem Film in Odysseus' Museum.





49, Der eiserne Rächer

Original: Hercules and the Grim Avenger (ok)

Kritik:
Leider kommt nach einem starken Anfang eine ziemlich unerhebliche Geschichte. Dabei hätte man aus der Parodie auf Batman und dem Wiedersehen mit dem Widersacher aus Episode 32 durchaus mehr machen können - insbesondere da mit Theseus endlich mal ein Mann auftritt, in den Kassandra sich verguckt.

Inhalt:
Griechenland ist in Aufruhr - ein unbekannter Täter zerstört aus unbekannten Gründen die Tempel der Götter. In der Prometheus-Akademie dreht sich jedoch alles um den neuen Schüler Theseus. Kein Wunder: er sieht gut aus, er ist Prinz - und steinreich. Als in Athen ein Tempel zerstört wird, ist Hercules zur Stelle und trifft unerwartet auf Konkurrenz: Auch der eiserne Rächer ist hinter dem Täter her. In seinem Geheimversteck enthüllt der Rächer, dass der Täter der Minotaurus ist. Er konnte aus dem Labyrinth entfliehen. Der Rächer ist natürlich Theseus, der schon im Labyrinth erfolgreich gegen den Minotaurus gekämpft hat (was Hercules bekannt vorkommt - siehe Folge 32). Sie verabreden, nun gemeinsam eine Falle zu stellen: Theseus gibt in einem Tempel eine Party für seine Mitschüler. Da kann der Minotaurus nicht widerstehen. und Als er versucht, den Tempel zu zerstören, verwickeln die beiden Helden ihn in einen langen Kampf (in dessen Verlauf widersinnigerweise eine Reihe von Tempeln komplett zerstört werden) und besiegen ihn. Die Götter schicken ihn dann zurück in sein verhasstes Labyrinth. Wie sich herausstellt, hat er sich an den Tempeln vergriffen, weil er sich von den Göttern ungerecht behandelt fühlt: er kann schließlich nichts dafür, dass er als Ungeheuer geboren wurde.

Fakten:
* Theseus und Hercules gehörten der Sage nach als Erwachsene beide zur Mannschaft der Argo, als diese auf der Suche nach dem Goldenen Vlies war. Theseus war der Haupt-Held der Athener, Herakles der der Spartaner. Die beiden standen also nicht nur in diesem Film in Konkurrenz zueinander.




50, Der Fluch der Zauberquelle

Original: Hercules and the Spring of Canathus (ok)

Kritik:
Nicht allzu witzig und nicht allzu originell - solider Durchschnitt eben. Leider kam die Serie nie auf das erzählerische Potential dieser Episode zurück: Die gute Zusammenarbeit von Kassandra und Hades' Helfer Pech, sowie das "Schweigegeld", das Kassandra von ihren Mitschülern nun verlangen kann, wären interessante Ausgangspunkte für weitere Geschichten gewesen.

Inhalt:
Hades hat es immer noch nicht aufgegeben, Hercules auszuschalten - doch bisher hat der bärenstarke Held jede Fall überlebt. Seine beiden Helfer Pech und Schwefel verfallen daher auf die Idee, Herc mit Wasser aus der Thanatosquelle von den stymphalischen Sümpfen nasszuspritzen - denn dann verwandelt er sich in ein Kind zurück. Mit einem Kind, so denken sie, werden sie leichter fertig - doch weit gefehlt: Der ist immer noch bärenstark. Zu allem Überfluss spritzt der ungeschickte Pech auch noch Icarus, Pegasus, Adonis und seinen Partner Schwefel nass, so dass Kassandra sich plötzlich um eine regelrechte Krabbelgruppe kümmern muss. Damit auch Schwefel wieder in seine erwachsene Gestalt zurückverwandelt werden kann, führt Pech die Gruppe und Kassandra zur Quelle. Dort müssen sie allerlei Ungetier besiegen, bevor sie durch einen zweiten Spritzer Quellwasser alle wieder in Erwachsene zurückverwandeln. Dabei zeigt sich, dass Pech und Kassandra ein gutes Team sind, das sich prima ergänzt. Als aus den Kindern wieder junge Männer geworden sind, flehen sie Kassandra an, niemandem von ihren peinlichen Baby-Erlebnissen zu erzählen - sie würden ihr auch jeden Wunsch erfüllen.



Fakten:

* Thanatos ist eigentlich der Gott des sanften Todes, der einen im Schlaf ereilt (und hat mit Verjüngung nichts zu tun).

* Die Sümpfe hingegen gibt es wirklich. Sie gehören zum Stymphalos-See in Korinthia (Nordosten des Peloponnes). Der See ist ein beliebter Nist- und Rastplatz von Zugvögeln. Zu den 12 Taten des Herakles gehörte es der Sage nach, von diesem See ein paar Vogelungeheuer zu vertreiben - die in dieser Episode übrigens auch zu sehen sind.




51, Die große Show

Original: Hercules and the Big Show (hat Schwächen)

Kritik:
Wie schon in Episode 47 wird auch hier aus alten Szenen eine neue Geschichte zusammengestellt - allerdings hatte Nr 47 wenigstens noch eine amüsante Rahmenhandlung. Bemerkenswert wäre eigentlich nur, dass die Anspielung aus Episode 38 hier klar beim Namen genannt wird: Der Greif heißt Merv Griffin, wie der berühmte US-Fernseh-Moderator. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Figuren plötzlich an Komplimenten regelrecht überbieten ("Merv, deine Show ist spitze!" usw), so dass die Episode nicht nur inhaltlich wenig überzeugt - sie wirkt über weite Teile auch noch wie peinliche Arschkriecherei.

Inhalt:
Hercules wird in die Talkshow von Merv Griffin eingeladen, um über sein Leben als Halbgott zu erzählen. Dies wird mit allerlei Einspielfilmen aus alten Episoden illustriert. Dabei kommt Hades natürlich nicht gut weg, da er ja in der Regel immer von Hercules besiegt wird. Wütend taucht er in der Talkshow auf, fesselt den Moderator und die Gäste - und will dem Publikum nun seine Sicht der Dinge erzählen. Zum Glück kann Hercules fliehen und zusammen mit seinem Vater Zeus alle befreien und die Show von Merv zu Ende moderieren zu lassen. Ihren besten Moment hat die Episode ganz am Ende, als Zeus gefragt wird, was der Sinn des Lebens sei. Gerade als er dies erklären will - blendet die Show aus und geht in die Werbepause: Denn sogar ein Gott kann die Werbung nicht verhindern (und die Menschheit muss nach wie vor den Sinn des Lebens selbst herausfinden).

Fakten:
* Hercules wurde der Sage nach tatsächlich unter Hirten groß (wie im Film angesprochen). Seine leibliche Mutter, Königin Alkmene von Theben, fürchtete die Rache der Göttin Hera, weil Heras Göttergatte Zeus der Vater war und nicht Alkmenes Mann Amphitryon. Daher gab die Königsfamilie Hercules zu einer Pflegefamilie auf dem Lande.




52, Zwist auf dem Olymp

Original: Hercules and the Tiff on Olympus (gut)

Inhalt:
Wie alle Ehepaare zanken sich auch Zeus und Hera manchmal: Diesmal, weil Zeus ihren Hochzeitstag vergessen hat. Hades erkennt blitzschnell seine Chance und spielt auf dem Olymp den besorgten Verwandten, der nur vermitteln will. In Wirklichkeit sät er sehr geschickt so lange Zwietracht - bis Hera zu ihrer Mutter zieht und Zeus sich eine Auszeit in Hades' Junggesellenbude nimmt. Der Olymp ist also ohne Führung - freie Bahn für Hades.
Zu allem Überfluss schenkt Hercules seinem Vater Zeus auch noch eine Erinnerungsrolle mit Geburtstagskalender - damit er keinen wichtigen Termin mehr vergißt. Das streut natürlich Salz in Zeus' Wunde - und er fertigt Herkules gereizt ab. Nun ist auch unser Held ein wenig verstimmt. Auch hier erkennt Hades seine Chance: Er hat oft genug vergeblich versucht, Herc von außen anzugreifen - diesmal greift er ihn von innen an. Er schickt Hercules einen neuen Dämon: Neurosis. Dieser flüstert Hercules unentwegt Ängste und Selbstzweifel ins Ohr, bis Herc tatsächlich glaubt, Zeus sei so abweisend gewesen, weil er Hercules für einen Versager hält. Kurzentschlossen will er seine (längst überfällige) Prüfung zum Helden beim zuständigen Dachverband ablegen, damit wieder alle stolz auf ihn sind. Leider besteht die Prüfung dieses Jahr aus der Zähmung der menschenfressenden Rosse des Diomedes.
Hercules macht sich ans Werk, wird dabei aber natürlich von Neurosis andauernd zugetextet. Das führt dazu, dass ihm alles schiefgeht und er in Lebensgefahr gerät, so dass er am Ende Zeus und alle Götter um Hilfe anflehen muss. Durch diesen Hilferuf werden auch tatsächlich alle Götter automatisch herbeigebeamt. Blöd für Hades, der gerade die Macht übernehmen wollte. Die gefährlichen Pferde nehmen beim Anblick der Unsterblichen Reißaus, Hercules ist gerettet, und die Götter sind alle vereint und können sich aussprechen. Jetzt bemerken sie, dass sie wieder mal auf Hades hereingefallen sind.



Fakten:

* Die Zähmung der menschenfressenden Rosse des Diomedes ist eine der 12 Heldentaten des erwachsenen Herkules.

* Die Griechen stellen sich ihre Götter tatsächlich (wie im Film) als Wesen mit menschlichen Eigenschaften vor - die auch Ehekräche haben. Überraschenderweise werden Zeus und Hera hier als Hercules' Eltern dargestellt, obwohl Herc in der Serie ausdrücklich nur der Sohn des Zeus mit einer sterblichen Mutter (und daher auch nur ein HALBgott) ist - wie es auch mythologisch korrekt ist (siehe Anmerkung zu Episode 51).

* Hestia wurde tatsächlich als die Göttin des Herdes verehrt (für Party-Catering war sie also indirekt auch zuständig).

* Hades' Aftershave ist von Calvin Pein - mit dem höllischen Duft. Mal ehrlich: wieso kann man sowas nicht im Disney-Shop kaufen?




53, Der erste Schultag

Original: Hercules and the First Day of School (hat Schwächen)

Kritik:
Die zweite Staffel (1999) beginnt mit einem Rückblick auf Hercules' allerersten Schultag an der Prometheus Akademie. Insgesamt nicht schlecht gemacht, wäre der Film als Episode 1 auch in Ordnung gewesen. Aber nach 52 Folgen kommt das einfach viel zu spät - vor allem erfahren wir nichts Neues über die Hauptpersonen (auch nicht, warum Zeus seinen Sohn eigentlich auf die Schule schickt). So ist das einzige Highlight das Monster (ein Zyklop mit zwei Köpfen, die je ein Auge haben), das ganz witzige Selbstgespräche führt - insgesamt reichlich wenig.

Inhalt:
Vater Zeus ordnet an, dass der Junge zur Schule muss. Da macht der Tollpatsch alles falsch und lernt Ikarus und Kassandra kennen. Er erfährt, dass der eine der Sonne zu nahe kam und dass sie hellsehen kann (aber das wissen wir alles bereits). Um sich bei den Mitschülern beliebt zu machen, zieht Herc aus, ein Monster zu töten. Das Monster jedoch wurde von seiner Mutti auf eine Promi-Diät gesetzt - das heißt: Es darf nur noch Prominente fressen, also Könige, Stars, Helden usw. Zu dieser Gruppe gehört Herc nicht dazu - und wird von dem Monster einfach ignoriert. Stattdessen schnappt es sich lieber Adonis, den Prinz von Thrakien. Herc ringt das Monster nieder - was aber keiner so richtig mitkriegt, so dass Adonis das am Ende auch noch als seine Heldentat ausgeben kann. Nicht gerade ein Traumstart. Aber Hercules sieht es gelassen: Wen kümmert es schon, was andere denken? Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich es kann!




54, Der Besuch des Zeus

Original: Hercules and the Visit From Zeus (hat Schwächen)

Kritik:
Lahmes Stück, das um mehr Verständnis zwischen Eltern und Kindern wirbt. Die Art, wie man sich bei Teenagern (der vermuteten Zielgruppe) einschmeichelt, wirkt eher peinlich als verständnisvoll.

Inhalt:
Hercules hat's nicht leicht: Wie alle Teenager muss er seinen Weg erst noch finden - und dann ist da auch noch Adonis, der ihn fortlaufend ärgert. Zeus hört sich die Klagen seines Sohnes an, hält sie aber für Weinerlichkeit. Er will ihm zeigen, wie man einen Schultag ganz lässig überstehen kann, indem er für 24 Stunden auf seine göttlichen Kräfte verzichtet und sich in der Gestalt eines ganz normalen Teenagers unter die Schüler mischt. Das geht natürlich doppelt schief: Zeus hat den Stress an so einer Schule unterschätzt - und dann will Hades auch noch die Gelegenheit nutzen, den Götterboss auszuschalten, solange er sterblich ist (natürlich mithilfe eines dreiköpfigen Monsters). Doch vereint können Vater und Sohn alle Gefahren abwehren, und lernen sich dabei auch noch besser kennen.

Fakten:
* Zerberus war bei den alten Griechen tatsächlich der dreiköpfige Hund, der den Eingang zur Hölle bewacht. Als Erwachsener musste Herakles als 12te Aufgabe diesen Hund einfangen.




55, Die Fahrprüfung

Original: Hercules and the Driving Test (ok)

Kritik:
Leider ist auch diese Folge wenig originell ausgefallen. Immerhin ist der Auftritt der Sphinx als Quizmaster wirklich gelungen.

Inhalt:
Hercules muss peinlicherweise feststellen, dass alle seine Mitschüler schon einen Führerschein haben. Um nicht als Außenseiter zu gelten, will er gleich am nächsten Tag den Führerschein machen. Zeus und Hades erfahren davon. Zeus wettet um die exklusiven Elysischen Felder (das Totenreich, das nur Helden und Prominenz vorbehalten ist), dass Hercules das schafft, bevor die Sonne sinkt. Natürlich behindern Hades' kleine Helfer den Hercules nun so lange, bis der Abend dämmert - und Zeus beinahe seine Wette verliert (eine der Behinderungen ist, dass sie Hercules in die Quizshow der Sphinx umleiten). Damit die Elysischen Felder nicht an Hades fallen, überredet Hercules den Gott Apollo, die Sonne knapp über dem Horizont anzuhalten. Nun kann er in Ruhe den Führerschein erwerben - und Zeus die Wette gewinnen.



Fakten:

* Zu Apollo: siehe Anmerkung zu Episode 1.

* Die Sphinx (nicht identisch mit der Statue in Ägypten) lebte der Mythologie nach vor der Stadt Theben. Sie gab Passanten schwierige Rätsel auf. Wer sie nicht lösen konnte, wurde von ihr gefressen. Ihren bekanntesten Auftritt hat sie in der Sage des Ödipus. Sie fragt ihn: Welches Lebewesen geht am Morgen auf vier Füßen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien? Ödipus weiß es: Der Mensch (als Baby läuft er auf allen Vieren, als Erwachsener auf zwei Beinen und im Alter geht er mit einem Stock). Auf diesen berühmten Dialog spielt die Quiz-Frage in dieser Episode an.

* In der deutschen Übersetzung ist der Name übrigens "Lou van Sphinx" - nach dem berühmten Showmaster Lou van Burg (Der Goldene Schuß, Varieté, Varieté).

* Wie im Film richtig gezeigt, ist Elysion das Paradies der alten Griechen, wo nur diejenigen Toten hinkamen, die die Götter liebten. Nach diesen Gefilden wurde die exklusive Pariser Prachtstraße Champs-Élysées benannt (die so teuer ist, dass sich wirklich nur Götter da eine Wohnung leisten können).




56, Das Eltern-Wochenende

Original: Hercules and the Parent's Weekend (hat Schwächen)

Kritik:
Nichts Neues und auch nicht besonders gut umgesetzt. Immerhin lernen wir die Eltern etwas näher kennen - und wer bis zum Ende durchhält, wird mit einem wirklich guten Schluss-Gag belohnt.

Inhalt:
Während sich die Eltern und Schüler alle zu einem großen Schulfest treffen, hat Hercules zwei Probleme: Er hat seinen göttlichen Vater eingeladen, aber stattdessen ist sein sterblicher Vater ist gekommen - und der ist wenig vorzeigbar - und dann schnappt sich auch noch ein Monster seine Eltern und die von Kassandra und Adonis. Mit Zeus' Hilfe gelingt es Hercules, alle zu retten - und einzusehen, dass er sich für seine irdischen Eltern nicht genieren muss: Denn sie lieben ihn.

Fakten:
* Hercules' Familienverhältnisse sind noch viel komplizierter als im Film dargestellt (siehe Episode 51). Alkmene und Amphitryon sind die Namen seiner königlichen Eltern. Im Film zu sehen ist aber die Hirtenfamilie, bei der er als Pflegekind aufwuchs -für die haben sich die antiken Autoren keine Namen ausgedacht.




57, Die Prometheus-Affäre

Original: Hercules and the Prometheus Affair (gut)

Kritik:
Kurz vor Schluss zieht die Serie noch einmal alle Register: Die Prometheus-Sage am Anfang wird korrekt und witzig zusammengefasst - und dann originell weiterentwickelt. Im Film sind die sympathischen Bewohner des Olymp denn auch endlich einmal als strafende Rachegötter zu sehen, so wie es bei den alten Griechen auch war. Die mit sehr hohem Tempo erzählte Geschichte stellt zudem die wichtige Frage nach dem Preis der Gerechtigkeit.



Inhalt:

Jeden Donnerstag gibt es in der Prometheus-Akademie Leber zum Mittag. Ein Lehrer erklärt den wenig begeisterten Schülern, dass sie dies im Gedenken an den Titan Prometheus servieren. Dieser brachte den Menschen das Feuer und wurde zur Strafe dafür an einen Felsen gekettet. Jeden Tag kommt ein Adler und frisst seine Leber auf - die dann über Nacht wieder nachwächst.
Hercules hält das für eine schreiende Ungerechtigkeit und befreit den Titan. Was er nicht ahnt: Sein Vater Zeus hat die Strafe damals verhängt.

Als Zeus nun davon erfährt, lässt er die Götter nach dem Befreier suchen - denn eine Entscheidung von Zeus darf nicht in Frage gestellt werden: Prometheus muss also wieder an Felsen. Hades weiß, dass Hercules der Gesuchte ist, das verschweigt er Zeus aber. Stattdessen nimmt er ihm listig das Versprechen ab, den Verräter auch jeden Fall zu vernichten.
Natürlich haben Prometheus und Hercules gegen den gesamten Olymp keine Chance und werden geschnappt - so erfährt Zeus also, dass Hercules der Befreier war. Hades erinnert ihn daran, dass die Strafe für den Befreier schon verhängt worden war: Vernichtung. Natürlich will Zeus seinen Sohn nicht bestrafen, also lässt er sich auf eine Art Gottesurteil ein: Prometheus und Hercules sollen gegen den Adler kämpfen, der die Leber verspeist. Wenn sie siegen, sind sie frei, wenn nicht, werden beide bestraft. Hades hilft dem Adler, in dem er ihm Feuer-Kräfte verleiht - doch Hercules besiegt ihn, in dem er das Feuer mit einem Tuch einfach erstickt.
Zeus erklärt nun, dass es ihn gar nicht stört, dass Prometheus im Olmyp Feuer geklaut und den Menschen gebracht hat. Es ist nur so, dass seine Autorität in Gefahr ist, wenn er ein göttliches Urteil nachträglich abändert - auch wenn das vielleicht im Einzelfall ungerecht ist. Gerechtigkeit hat für ihn einen hohen Preis: Er, der König der Götter, gibt damit zu, dass er sich geirrt hat.

Prometheus kann nun endlich die nach ihm benannte Schule besuchen - und erweist seine Dankbarkeit, indem er als erstes den Leber-Tag abschafft.



Fakten:

* Prometheus bringt der Sage nach den Menschen das Feuer - wird von Zeus aber in erster Linie wegen eines anderen Betruges bestraft. Wie im Film ist es Herakles/Hercules, der Prometheus befreit. In der Sage muss Prometheus danach stets einen Ring mit einem Stein aus dem Felsen tragen - damit Zeus formal korrekt immer noch behaupten kann, er sei am Felsen angekettet (auch eine Lösung für die Autoritätsfrage, die im Film so viel Raum einnimmt).

* Prometheus' Felsen steht in der Sage übrigens im Kaukasus.




58, Der Held von Athen

Original: Hercules and the Hero of Athens (hat Schwächen)

Kritik:
Ein echter Höhepunkt ist das selbstironische Lied, das Icarus über seine Tätigkeit als Held singt - und dann die Parodie darauf im Abspann, in dem unter "Kamera", "Licht" usw nur Götternamen wie "Athene", "Hermes" usw eingesetzt wurden. Beide Male gibt es herrlich Anspielungen auf populäre amerikanische Comic-Helden wie Batman, Superman usw. Ansonsten business as usual.

Inhalt:
Icarus leidet darunter, dass er so unbeliebt ist. Er wäre auch gerne ein Held (in Ausbildung) - aber Phil lehnt ihn als Schüler ab. Daraufhin macht sich Icarus als selbständig - als freischaffender Superheld. Seinen erste Auftrag, die Sicherstellung des Nemëischen Löwen, schafft er nur, weil Hercules ihm heimlich hilft. Das macht Icarus bei der Athener Bevölkerung sehr beliebt - aber natürlich weiß er nicht, was er machen soll, als der Löwe ein zweites Mal ausbricht. Da ist er ganz froh, dass Hercules solche Jobs macht und er selbst zurück in die zweite Reihe treten kann.

Fakten:
* Der Nemëische Löwe ist eine der sagenhaften Taten des Herakles: Er erwürgte ihn und trug fortan sein Fell als Mantel.




59, Der Kalydonische Eber

Original: Hercules and the Caledonian Boar (hat Schwächen)

Inhalt:
Umweltschützer protestieren dagegen, dass Herc und Phil den Kalydonischen Eber jagen wollen, da die berühmten Tiere schon nahezu ausgerottet worden sind. Damit Hercules sich auf jeden Fall für die Sache der Umweltschützer einsetzt, verwandelt die Göttin Artemis Phil in einen Eber. Nun muss Hercules die anderen Jäger davon überzeugen, dass man keine Tiere töten muss, um seine Kraft zu beweisen - keine leichte Sache.

Fakten:
* Der Sage nach wurde der Kalydonische Eber von Artemis geschickt, weil die Stadt Kalydon ihr keine Opfer mehr dargebracht hatte. Der Stier verwüstete die Felder und tötete die Bauern - bis die Stadt die griechischen Helden zu Hilfe rief.
An der Jagd auf den Eber beteiligten sich dann u.a. Theseus, Argos, Jason, Iphikles und Nestor - aber eben NICHT Herkules, weil dieser mit seinen 12 Taten beschäftigt war. Zu diesen gehörte ironischerweise die Erlegung des Erymanthischen Ebers - einem Bruder des Kalydonischen Ebers.




60, Das verlorene Gedicht

Original: Hercules and the Epic Adventure (ok)

Kritik:
Witzige Verfolgungsjagd - ein amüsantes Highlight ist Hercules' Begegnung mit einer kleptomanisch veranlagten Harpyie, die Hercules bestiehlt und dann gebetsmühlenartig "Meins, meins, meins - alles meins!" krächzt.

Inhalt:
Hercules soll in der Schule ein selbstgeschriebenes Gedicht vortragen. Das Gedicht ist kein Problem (sowas muss man können als Held), aber vor Publikum sprechen - da hat unser Held viel zu viel Lampenfieber. Als er sich im Schnellimbiss auf seinen Auftritt vorbereitet, gerät auch noch seine Schreibtafel mit dem Gedicht in den Abfalleimer und macht sich auf den Weg zur Müllkippe. Bei dem Versuch, das Gedicht wiederzubekommen, gerät Herc ständig an Leute, die ihm gute Ratschläge erteilen, wie er am einfachsten frei sprechen lernen kann. Als er am Ende dann vor seiner Klasse steht, hat er das Gedicht ganz vergessen - stattdessen sprudeln seine Erlebnisse auf der Suche nach seiner Schreibtafel nur so aus ihm heraus.

Fakten:
* Harpyien waren der Sage nach geflügelte Dämonen. Ihr Aussehen haben die Trickfilm-Zeichner dem Film Jason und die Argonauten (1963) entnommen. In der Argonautensage begegnen sich die Harpyien und der erwachsene Hercules wieder.




61, Das Poseidon-Cup-Abenteuer

Original: Hercules and the Poseidon's Cup Adventure (gut)

Kritik:
Kurz vor Schluss noch eine rundum gelungene, witzige Geschichte.

Inhalt
Bei seiner morgentlichen Zeitungslektüre muss Poseidon entsetzt feststellen, dass ihn die BILD der Antike nur noch unter der Rubrik Stars von gestern führt. Zeit, sein Image wieder auzupolieren. Seine Frau Amphitrite veranstaltet daher ihm zu Ehren eine Boots-Wettfahrt, die durch attraktive Preise großes Prestige bekommt. Der Coup gelingt: Die bekanntesten Yacht-Besitzer reißen sich um die Teilnahme an der Regatta - auch Adonis und seine Familie. Für teuer Geld kaufen sie einen bekannten Sportsegler ein, der ihr Schiff zum Sieg steuern soll. Icarus überredet Hercules, die alte Argo für das Rennen wieder flott zu machen, die Jason nach seiner erfolgreichen Vlies-Suche außer Betrieb gestellt hat. Amphitrite sieht das gerne, da sie weiß, dass Icarus nur teilnimmt, weil er Poseidon aufrichtig verehrt - und darum geht es ja eigentlich. Leider hat der berühmte Kapitän von Adonis inzwischen einen Unfall. Adonis gelingt es nun tatsächlich, Hercules mit teuren Geschenken als Ersatz für sein Team einzukaufen - und Icarus im Stich zu lassen. Icarus gibt nicht auf und lässt seinen Vater Daedalus die Argo so umbauen, dass er sie alleine bedienen kann. Derweil lassen Adonis und Hercules sich so feiern, als hätten sie den Sieg schon in der Tasche - das missfällt Poseidon sehr. Am Tag der Regatta platziert er daher das See-Ungeheuer Charybdis auf der Rennstrecke - als Adonis' Schiff sich ihr nähert, wird es verschlungen, Hercules kann nur noch die Mannschaft retten. Amphitrite kümmert sich dann noch darum, dass auch die anderen Schiffe nicht so recht vorankommen - und so kann Icarus einen eindeutigen Sieg einfahren, zum Ruhme des Poseidon.




62, Die Muse des Tanzes

Original: Hercules and the Muse of Dance (ok)

Kritik:
Endlich bekommt auch Phil eine Freundin an die Seite gestellt - schade dass dieser interessante Einblick in sein Privatleben erst am Ende der Serie erfolgt.

Inhalt
Im Sportunterricht sollen die Schüler auch Ballett-Tanz lernen - was Hercules sehr schwer fällt, da er so ein Tollpatsch ist. Da bekommt er Hilfe von der Muse des Tanzes, die ihm solche Tanzschritte zeigt, die seine Bewegungen leicht und geschmeidig erscheinen lassen. Nun könnte Hercules sogar an einer Schultheateraufführung teilnehmen - wenn Trainer Phil nicht dagegen wäre, weil er Tanzen für unmännlich hält. Doch dann kann Hercules seinen Trainer mit den neuerworbenen Eigenschaften bald aus einer brenzligen Situation retten...

Fakten
* Wie im Film richtig dargestellt, war Terpsichore die Muse des Tanzes. Die Musen waren die Schutzgöttinnen der Kunst und regten Menschen zu kreativen Leistungen an. In diesem Sinne wird der Begriff heute noch verwendet.




63, Der Wandertag

Original: Hercules and the Kids (hat Schwächen)

Kritik:
Die Grundidee, dass der Held zwar mit den großen Monstern aber nicht mit den Kindern fertig werden kann, ist ganz witzig - aber leider hat man nichts daraus gemacht.

Inhalt
Der Grundschullehrer ist erkrankt. Hilfsbereit übernimmt Hercules die Vertretung für den Wandertag - und verirrt sich prompt mit den Kindern. Darauf haben zwei gefräßige Spinnenmonster nur gewartet... Einer von den Schülern ist der junge Alexander der Große, der hier lernt, wie man komplizierte Knoten öffnet.



Fakten

* Als Alexander der Große geboren wurde, waren die Geschichten um Herakles schon gut 1000 Jahre alt. Er hatte daher zwar nicht den mythologischen Helden als Lehrer aber immerhin Aristoteles - einen der bekanntesten Philosophen der Antike.

* Mit dem gordische Knoten war am Streitwagen von König Gordios das Joch an die Deichsel befestigt. Der Legende nach konnte nur derjenige über Persien herrschen, der den Knoten lösen konnte. Im Frühjahr 334 v. Chr. teilte Alexander der Große diesen Knoten einfach mit seinem Schwert.




64, Medusa

Original: Hercules and the Gorgon (gut)

Kritik:
Ein originelles Plädoyer dafür, dass beides wichtig ist: Man muss Menschen letztendlich so akzeptieren, wie sie sind - und man muss kleine und große Kompromisse machen, wenn man mit jemandem zusammen sein will.
Hercules und Medusa, Halbgott und Gorgone - das hätte ein interessantes Paar werden können. Leider kommt die Idee zu spät.

Inhalt:
Icarus stürzt bei einer Flugübung ab. Als Hercules ihn rettet, wird er von Medusa beobachtet. Sie würde ihn gerne kennenlernen - aber bekanntlich wird jeder zu Stein, der einer Gorgone in die Augen sieht. Also wendet sie sich an Hades, damit er sie in ein Mädchen verwandelt. Hades vereinbart mit ihr also, dass sie tagsüber ein Mensch ist und mit Hercules zusammen zur Schule gehen kann - nachts aber ist sie wieder eine Gorgone und muss Hades dienen. So kommt es, dass sie Hercules eines Nachts in Stein verwandelt. Zum Glück schaltet sich nun Venus ein: Sie sorgt dafür, dass Hercules wieder zurückverwandelt wird, und gibt Medusa eine superstarke Sonnenbrille, die ihren gefürchteten Blick filtert. Nun kann sie gefahrlos mit Hercules ausgehen.

Fakten:
* Genau wie im Film haben auch die Gorgonen in der griechischen Mythologie keine Haare sondern Schlangen auf dem Kopf - und verwandeln jeden in Stein, der ihnen in die Augen blickt. Dass sich gerade Medusa für ein Leben bei den Menschen interessiert, ist kein Zufall: Medusa war die einzige sterbliche Gorgone.




65, Das grünäugige Monster

Original: Hercules and the Green-Eyed Monster (gut)

Kritik:
Gemeint ist die Eifersucht, die immer größer wird, je mehr Nahrung sie bekommt - und einen Menschen schließlich ganz auffressen kann. Die Serie endet mit einem interessanten, zeitlosen Thema, das kurzweilig umgesetzt wurde. Da fällt das Abschiednehmen schwer.

Inhalt:
Icarus' Eltern sind geschieden. Eines Tages hat sein Vater Daedalus eine neue Freundin. Während seine Ex-Frau, die inzwischen eine erfolgreiche Unternehmerin ist, sich sehr für ihn freut - wird sein Sohn Icarus von Eifersucht geplagt. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die Eifersucht ist ein Monster, das eigentlich in der Lunch-Box von Pandora wohnt. Einmal freigelassen, wächst die Eifersucht zu einem riesigen Monster heran das Icarus ganz und gar auffrisst. Zum Glück erinnert ihn seine neue Stiefmutter daran, wie sehr er sein Vater ihn liebt. Da wird die Eifersucht immer kleiner, bis Hercules sie wieder in die Box einsperren kann.

Fakten
* In der griechischen Sagenwelt war Pandora die erste Frau auf Erden. Die Götter haben sie mit allen guten menschlichen Eigenschaften ausgestattet - und ihr eine Büchse mitgegeben, in der alle schlechten Eigenschaften sind. Pandora war so neugierig, dass sie die Büchse trotz aller Warnungen öffnete: So kam das Übel in die Welt.
Die Götter hatten sich dies als Rache-Aktion ausgedacht, zur Strafe dafür, dass Prometheus den Menschen das Feuer gebracht hatte. Im Film ist Pandora eine neugierige Mitschülerin von Hercules und Icarus, die alle möglichen schlechten Eigenschaften in ihrer Brot-Dose aufbewahrt.

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