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König Ödipus

Originaltitel:Oedipus the King
Premiere im Jahr:1968
Regie:Phillip Saville
Handlung spielt im Jahr:1250 vor Christus
Darsteller:Christopher Plummer ... Ödipus

Orson Welles ... Theresias, Wahrsager

Lilli Palmer ... Iokaste

Richard Johnson ... Kreon, ihr Bruder

Cyril Cusack ... Bote aus Korinth

Roger Livesey ... Hirte des Laios

Friedrich Ledebur ... König Laios

Demon Starenios ... Priester des Zeus

Alexis Mann ... Diener

Oenone Luke ... Antigone

Cressida Luke ... Ismene

Donald Sutherland ... Chorführer

Minos Argyrakis, Takis Emmanouel, George Dialegmenos, Manos Destounis, Alexandros Maniatakis, George Oekonomou, Pan Panagiotopoulos, Nicos Paschalides, Paul Roche, Achilleas Scordilis, Costas Themos, George Zaifides ... Chor

Stand:19.12.2009
Crew:Drehbuch ... Michael Luke

Produzent ... Philip Saville

Kamera (Cinematography) ... Walter Lassally

Schnitt (Film Editing) ... Paul Davies

Art Direction ... Yannis Migadis

Kostüme ... Denny Vachlioti

Musik ... Jani Christou

Filmgesellschaft:Crossroads
World Film Services
Universal Pictures, London
Land:England
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- guter Film

 

Tragödie, 97 Minuten


Kurzinhalt:
Die Königin aller Tragödien und vermutlich das bekannteste Theaterstück der Antike: König Ödipus versucht seinem Schicksal zu entgehen - doch all seine Bemühungen sorgen nur dafür, dass es sich umso schneller erfüllt.



Kritik:
Plus: Die ruhige und präzise Verfilmung geht einen guten Mittelweg zwischen Werktreue (mit antikem Theater als Schauplatz und einem Chor als Kommentator) und modernen filmischen Mitteln (Actionszenen mit schnellen Schnitten, Standbild u.ä.). Das Ergebnis ist streckenweise spannend wie ein Krimi.
Minus: Allerdings vor allem für den, der die Ödipus-Geschichte bereits kennt. Die Vorgeschichte (das Rätsel der Sphinx, der Tod des alten Königs) wird zu bruchstückhaft und zu indirekt nachgereicht, als dass ein unkundiger Zuschauer schlau daraus werden könnte. "Werkgetreu" bedeutet leider auch: sehr viel Text und insgesamt etwas spröde.




Fakten:
* Die Ödipus-Geschichte ist älter als man denkt. Schon bei Homer erzählt Epikaste (Iokaste) in der Unterwelt von den dramatischen Ereignissen in Theben. Danach verwendeten Aischylos, Euripides, Xenokles, Achaios, Meletosy und Nikomachos den Stoff. Erhalten haben sich aber nur die Tragödien von Sophokles (König Ödipus 428 v. Chr.und Ödipus auf Kolonos 406 v. Chr.).





Inhalt:


Die Pest wütet in Theben.
Der neue König Ödipus schickt Kreon, den Bruder der Königin, zum Orakel nach Delphi, um den Grund für dieses Unheil zu erfahren. Die Antwort lautet, dass der Mord an Ödipus‘ Vorgänger, König Laios, noch nicht gesühnt ist.

Ödipus startet die Ermittlungen. Er erfährt, dass der König auf dem Weg zu einem entfernten Tempel von Wegelagerern ermordet wurde. Nur einer seiner Begleiter konnte entkommen, um dies zu Hause zu berichten. Der König lässt nach ihm schicken. Die Aussage des Mannes liefert Hinweise, denen Ödipus nachgeht, die wiederum Hinweise auf seine eigene Vorgeschichte liefern:

Denn Ödipus ist gar nicht aus Theben. Er hatte seine Heimatstadt Korinth verlassen, da man ihm geweissagt hatte, er würde dereinst seinen Vater töten. Das wollte er nicht, so ging er freiwillig in die Verbannung.

Inzwischen stirbt sein Vater Polybos, der König von Korinth, eines natürlichen Todes. Ein Bote berichtet König Ödipus, er könne nun dessen Erbe antreten und auch noch König von Korinth werden. Ödipus atmet erleichtert auf - denn der befürchtete Fluch ist nicht eingetreten.

Doch nun erfährt er von einem Hirten, dass Polybos nicht sein biologischer Vater war, sondern ihn nur adoptiert hatte. Seine echten Eltern hatten ihn auf einer Schafweide ausgesetzt - dass er dort sterbe und der bewusste Fluch mit ihm. Doch daraus wurde nichts, denn der Hirte fand das Baby und gab es Polybos, dem König von Korinth.

Nun kommt die erste bittere Erkenntnis: Viele Jahre später war Ödipus als Erwachsener auf dem Weg in die Verbannung und begegnete einem Fremden. Mit diesem geriet er in Streit - und erschlug ihn. Danach ging er nach Theben. Auf dem Weg dahin traf er die Sphinx, die damals die Stadt Theben terrorisierte. Sie gab ihm ein Rätsel auf, das er löste. Damit war Theben von dem Ungeheuer befreit. Als Retter der Stadt wurde er freudig empfangen und durfte die frisch verwitwete Königin Iokaste heirateten - was ihn zum neuen König machte.

Aber, o weh, nun stellt sich heraus, dass König Laios damals in Zivil auf dem Weg zum Tempel war. Er wollte die Götter demütig um Hilfe gegen die Sphinx bitten, daher war er war nicht als König zu erkennen gewesen - und es wird klar, dass er der Fremde war, den Ödipus damals erschlagen hat. Ödipus selbst ist also die Ursache für die jetzige Pest in Theben und muss sich als König quasi selbst richten.

Doch es kommt noch schlimmer: Königin Iokaste erkennt die Geschichte von dem ausgesetzten Baby wieder - denn es war ihr eigenes! Sie und Laios hatten ihren Sohn damals ausgesetzt, weil man ihnen geweissagt hatte, dass er einst seinen Vater erschlagen würde. Ödipus' Fluch hat sich also trotz aller Maßnahmen doch erfüllt.

Und das Schlimmste: Mit Iokaste hat er seine eigene Mutter geheiratet!
Als die Königin und er dies vor sich selbst nicht mehr leugnen können, erhängt sie sich, und Ödipus blendet sich selbst - da seine Augen nicht sahen, was sie hätten sehen müssen.
Freiwillig schickt er sich in die Verbannung, damit er jetzt doch noch dort sterbe, wo seine Eltern ihn einst ausgesetzt hatten.

Ende


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