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Name - Cover Übersicht

Buch Ruth, Das

Originaltitel:Story of Ruth, The
Premiere im Jahr:1960
Regie:Henry Koster
Handlung spielt im Jahr:1100 vor Christus
Darsteller:Elana Eden ... Ruth, eine Moabiterin

Stuart Whitman ... Boas, ihr zweiter Mann

Peggy Wood ... Naomi, Malons Mutter

Jeff Morrow ... Thob, ein Verwandter von Naomi

Tom Tryon ... Malon, ein hebräischer Handwerker, Ruths erster Mann

Les Tremayne ... Elimelech, Naomis Mann, Malons Vater

Viveca Lindfors ... Eleilat

Thayer David ... Hedak

Eduard Franz ... Jehoam

Leo Fuchs ... Sochin

Lili Valenty ... Kera

John Gabriel ... Kiljon

Ziva Rodann ... Orpa

Basil Ruysdael ... Shammah

John Banner ... König der Moabiter

Adelina Pedroza ... Iduma

Daphne Einhorn ... Tebah

Sara Taft ... Eska

Jean Inness ... Hagah

Berry Kroeger ... Huphim

Jon Silo ... Tacher

Don Diamond ... Yomar

Kelton Garwood ... Kemuel

Anthony Jochim ... Ben Nadab

Chrystine Jordan ... Ruth als Kind

Stand:08.12.2009
Crew:Drehbuch ... Norman Corwin

Produzent ... Samuel G. Engel

Kamera (Cinematography) ... Arthur E. Arling

Schnitt (Film Editing) ... Jack W. Holmes

Art Direction ... Lyle R. Wheeler, Fran Bachelin, Stuart Ross

Kostüme ... Nino Novarese

Musik ... Frank Waxmann

Filmgesellschaft:20th Century Fox
Land:USA
Buch Ruth, Das bei Amazon
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Bewertung:
Max. 5 Sterne
- guter Film

 

Bibelfilm, 130 Minuten


Kurzinhalt:
Ein alttestamentarisches Emigranten-Schicksal (die Geschichte zu dem berühmten Zitat: "Wo Du hingehst, da will auch ich hingehen", das heute noch bei kirchlichen Trauungen verwendet wird):
Die Moabiterin Ruth lässt sich von ihrem Ehemann zum jüdischen Glauben bekehren - da sie Priesterin des Gottes Kemosch ist, zieht das unweigerlich ernste Probleme nach sich. Schließlich flieht sie aus Moab nach Juda - aber auch hier stößt sie auf Ablehnung. Zum Glück hat ihre Schwiegermutter Naomi eine Idee...



Kritik:

Insgesamt ein sympathischer Film, dem man ein breiteres Publikum wünschen würde: Eine kurzweilige Religionsstunde über die populäre Geschichte aus dem Alten Testament und ein eindrucksvoller Einblick in Jüdisches Brauchtum, Traditionsgeschichte und Selbstverständnis.

Gute, zum Teil sehr lebendige Dialoge machen aus den Figuren echte Menschen mit ihren guten und schlechten Eigenschaften. Man kann sich sogar mit ein paar von ihnen identifizieren und ist gespannt, wie sie sich aus ihrer Notlage befreien (außer man ist SEHR bibelfest, dann weiß man es natürlich schon vorher).
Die Inszenierung ist wendungs- und temporeich. Die aufwändige Ausstattung ist zwar nicht frei von buntem Kitsch (ebenso die Musik) - aber zum Glück nur in Maßen. Besonders der in Bethlehem spielende zweite Teil besticht durch seine authentisch wirkende Optik und seinen Respekt, mit dem er sich inhaltlich dem biblischen Thema nähert.




Fakten:

* Ruth ist die Urgroßmutter der populärsten Person des Alten Testamentes: König David.

* Das Königreich Moab hat es tatsächlich gegeben. Es lag am Toten Meer und sein Hauptgott war Kemosch (wie im Film) - allerdings gab es den archäologischen Funden nach wohl einen bemerkenswerten Unterschied zur Filmhandlung: Die Moabiter waren von Israel erobert worden und ihnen tributpflichtig. Im Film (und in der Überlieferung) wird es genau umgekehrt dargestellt: Da wurde Israel von den Moabitern besiegt (vermutlich weil es so besser zur Dramaturgie der Ereignisse passt).






ausführliche Inhaltsangabe
SPOILER Warnung!


Jenseits des Jordan liegt das Land Moab. Hier verkauft ein Jude aus Armut und Not seine Tochter an die Tempelpriester des Kemosch. Sie heißt Ruth.

Ruth wird als Kind dem Moabitischen Gott Kemosch geweiht. Sie soll als reines, makelloses Kind dem Gott geopfert werden und ihm die Gebete der Moabiter überbringen. Doch als der Hohepriester sie auswählt, hat sie plötzlich einen roten Fleck auf dem Arm. Sie ist nicht mehr rein – und der Priester opfert ein anderes Mädchen. Das Kind wird stattdessen in den Lehren des Kemosch unterwiesen.

Die Jahre vergehen.
Als junge Frau ist es Ruths Aufgabe, den Prunk-Schmuck anfertigen zu lassen, den die Mädchen tragen, wenn sie geopfert werden. Der jüdische Goldschmied Malon hat eine schöne, aber stumpfe Krone hergestellt. Ruth reklamiert: die Krone muss glänzen wie die eines Königs. Sie soll die strahlende Freude des Kindes zeigen, das seinem Gott gegenübertritt. Das kleine Kind stimmt zu: Das heißt, ewig zu leben.
Malon fragt die beiden, wie kann man nur Kinder opfern kann. Sein Gott ist unsichtbar und barmherzig – und er ist überall, in allen Dingen. Gelächter bei den Moabiterinnen: Wie praktisch und pflegeleicht!

Die alte Mutter des jungen GoldschmiedSchmieds, Naomi, lobt seinen Mut. Sein Vater Elimelech jedoch tadelt ihn: Sie sind hier nur zu Gast, es kommt ihnen nicht zu, die Bräuche anderer zu kritisieren.

Immerhin - von nun an nagen Zweifel in der jungen Ruth. Malon bringt seine Waren in den Tempel. Diesmal ist Ruth zufrieden. Herablassend plaudert sie mit Malon über ihre unterschiedlichen religiösen Vorstellungen. Sie fragt, wie man einen unsichtbaren Gott verehren kann. Er erklärt es so: Was tut ein Soldat der Moabiter, wenn er auf dem Schlachtfeld den Schutz des Kemosch sucht? Sie sagt: Er denkt an ihn. Malon nickt: Dann ist Kemosch in diesem Moment doch auch unsichtbar. Das sieht sie ein.

Nachts lässt sie Malon holen (natürlich nur, damit er ihr mehr erzählt). Sie meint, wenn sein Gott überall ist, dann tritt sie ihn doch jetzt mit Füßen. Malon stimmt zu. Vor allem aber ist Gott in den Menschen. Auch in uns beiden.
Daran muss Ruth denken, als sie das Mädchen mit der Krone für die Opferung schmückt.

Auf einer Inspektionsreise des Moabiterkönigs zum Steinbruch, wo eine Kolossalstatue des Kemosch gehauen wird, wird er von vier Priesterinnen begleiten - Ruth ist dabei. Als die Sklaven versuchen, die tonnenschwere Statue einmal um die eigene Achse zu drehen, damit der König sie besser sehen kann, kommt die Figur aus dem Gleichgewicht - und zermalmt die Männer. Der König hat genug geshen: Er wendet sich ungerührt ab und Ruth zu. Er lädt sie in den Palast ein, wenn ihre Zeit der Läuterung vorbei ist, was nächstes Frühjahr sein wird.

Das erzählt sie stolz Malon, den sie inzwischen regelmäßig heimlich trifft. Sie meint, es sei eine besondere Gunst des Kemosch, dass der König sich an sie gewandt habe und dass er sie damals von dem Menschenopfer verschont hat, so dass sie noch lebt. Doch Malon erinnert sie daran, dass es doch angeblich eine große Ehre ist, für Kemosch zu sterben. Sie bemerkt die Widersprüche und lässt sich mehr von den Bräuchen der Juden berichten. Bevor Malon geht, schenkt er ihr die 10 Gebote als Silberschmuck.

Das kleine Mädchen fürchtet sich vor dem Tag ihrer Opferung und schreit im Schlaf. Ruth tröstet sie und sucht noch in derselben Nacht den Hohepriester auf. Sie bittet um Vergebung dafür, dass sie an den Opferzeremonien zweifelt. Sie beichtet, dass Malon meint, kein Gott könne am Tod eines Kindes Gefallen finden.
Der Hohepriester zerstreut ihre Zweifel: Erstens reden die Juden viel, wenn der Tag lang wird, zweitens gehört Malon zu dem Volk, das vor seiner Unterwerfung ein Feind der Moabiter war. Der Priester erklärt eindringlich, dass nur ein unschuldiges Kind das Volk von Sünden reinigen, Kraft gegen Feinde verleihen und das Land fruchtbar machen kann (Wie soll der Gott ihnen helfen, wenn sie nicht bereit sind, das Teuerste zu opfern, was sie haben?). Im Frühling wird Ruth eine Hohepriesterin sein. Vielleicht erwählt der König sie dann sogar zu einer seiner Frauen. Das sind hohe Ehren. Ruth sieht ein, dass sie eigentlich keinen Grund hat, an ihrem Gott zu zweifeln.

Am nächsten Tag ist die Opferung des Kindes vorgesehen. Es verneigt sich vor der Kolossalstatue, trägt dem Gott seine Bitten vor und legt sich auf den Opferblock. Ruth packt die Panik, voller Verzweiflung rennt sie davon. Die jüdische Goldschmiedfamilie ist anwesend und sieht alles mit an, auch wie das Mädchen geopfert wird (unklar bleibt, warum sie da sind, wenn sie diese Zeremonie doch so verachten).
Zu Hause schmeckt ihnen dann das Dinner nicht so recht. Plötzlich kommen Soldaten und nehmen die Männer der Familie mit. Im Kerker vermutet Elimelech, Gott strafe ihn so, weil er damals in Zeiten der Not Juda verlassen habe, statt seinem hungernden Volk zu helfen.
Malon wird vom Hohepriester verhört und für schuldig befunden, sich der Priesterin verbotenerweise genähert zu haben, um sie zu verführen. Er kommt lebenslang in die Steinbrüche. Seinen Besitz beschlagnahmt der König. Ruth bekommt sechs Monate Einzelhaft.

Danach darf sie wieder zurück ins Kolleg der Priesterinnen. Sie gibt sich fromm, doch sie denkt inzwischen kritisch über ihre Religion. Als erstes sucht sie Malons Mutter auf. Diese verachtet Ruth: Sie traf sich zum Zeitvertreib mit ihrem Sohn und stürzte so die ganze Familie ins Unglück. Ruth aber will mit Naomi besprechen, wie man Malon aus den Steinbrüchen befreien könnte - das imponiert ihr.

In den Steinbrüchen hat Ruth zahlreiche Aufseher bestochen. Malon setzt zur Flucht an - doch ein Soldat (bei dem Ruth offenbar ihre Geldgeschenke vergessen hat) bemerkt es und verwundet Malon. Ruth und Naomi können ihn noch mit sich nehmen - aber er liegt bereits im Sterben. Kurz vor seinem Tod verheiratet Naomi die beiden noch.

In Moab haben die Soldaten derweil die ganze Stadt nach Ruth durchsucht – ohne Erfolg. Die Oberste Priesterin gibt ihnen einen Tipp: Eine Priesterin, die einen Judäer befreit hat - wohin könnte die wohl geflohen sein? Nach Juda? Aha!
Die Soldaten des Hohepriesters begeben sich also nach Juda, um Ruth zu suchen.

Ruth und ihre Schwiegermutter bestatten Malon. Ruth kommen nun Zweifel an Gott (sie zweifelt immer an irgendwas): Wo sind denn nun in diesem Jammertal und ihrer ohnmächtigen Trauer die Wunder des unsichtbaren Gottes? Naomi lächelt dankbar: Ruth ist dieses Wunder! Naomi will nun nach Bethlehem zurück, wo sie noch Verwandte hat. Ruth will mitkommen - denn zurück kann sie ja nicht mehr (und will es auch gar nicht). Wo Naomi hingeht, da will auch Ruth hingehen.

So geht Naomi durch die Wüste nach Bethlehem, nur begleitet von Ruth (und einem Chor, den die Filmmusik sacht im Hintergrund singen lässt). Unterwegs treffen sie eine Gruppe Juden, die den Mord an einem ihrer Schäfer und seinen Schafen beklagen. Die Soldaten von Juda haben den Mörder schnell verhaftet: Es ist ein Soldat der Moabiter. Er hat das Wasser vergiftet. Die Soldaten lassen ihn davon trinken – und er stirbt sofort. Ein trauriges Willkommen für die zwei Frauen, die gerade aus Moab kommen.

Der König der Moabiter befiehlt unterdessen, Ruth auch in Juda aufzutreiben und zu töten, denn sie hat ihn, der sie erwählen wollte, zum Narren gehalten.

Die beiden Frauen kehren heim zu dem Hof, den Naomi einst bewohnte, bevor sie nach Moab ging. Sie trifft am Brunnen alte Bekannte von damals. Sie berichtet, dass sie aus Moab gekommen sind – sie und ihre Schwiegertochter. Der Dorfklatsch verbreitet diese Neuigkeit sofort.
Naomi überlegt, wie es nun weitergehen soll. Sie denkt an ihre Verwandten: Thob und Boas, beide sind sehr reich. Doch mit Thob lebten sie im Streit – und Boas war der Mann am Wasserloch, der den Moabiter zum Wassertrinken zwang - den brauchen sie gar nicht erst um Hilfe zu bitten.

Wovon also leben? Vom Ährensammeln auf den Feldern. Das ist das Recht der Besitzlosen und Witwen – sie haben also ein doppeltes Anrecht. Doch die ersten Tage auf dem Feld sind nicht leicht – die Männer machen anzügliche Witze. Auch Boas macht aus seiner Verachtung keinen Hehl. Aber wohl oder übel: Gesetz ist Gesetz. Man muss sie die Ähren lesen lassen.
Ruth und Naomi sind getroffen – mit so viel Feindseligkeit hatten sie nicht gerechnet.

Schließlich sendet Boas Lebensmittel - aber ausdrücklich nur an Naomi. Doch die ist solidarisch mit Ruth und lehnt ab. Da Boas die Frauen nicht verhungern lassen will, wendet sich also an Thob und bittet ihn, den beiden die Lebensmittel zukommen zu lassen.
Thobs Blick fällt auf die sexy Ruth – und er reitet sofort zu Naomi, um ihr seine Hilfe anzubieten. Naomi ist platt – aber Thob ist nicht zu bremsen: Vergessen ist der alte Streit! Er renoviert ihr verfallenes Haus und sendet den beiden alles, was sie brauchen.

Derweil kommen die Moabiter, verkleidet als Juden vom Stamme Ruben, in Bethlehem an und streuen das Gerücht, dass die Witwe des Elimelech eine Schwiegertochter habe, die Priesterin in Moab war. Die Juden sind entsetzt – eine Götzendienerin! In ihrer Stadt!
Das Gerücht eilt durch das Dorf wie ein Lauffeuer (bildlich gut umgesetzt durch einen schnellen Schnitt, wild gestikulierende Weiber und rasante Kamerafahrten). Die Frauen jagen Ruth am Brunnen davon. Boas verteidigt sie. Sie wagt jedoch nicht, dem Gerücht zu widersprechen, denn es ist ja wahr.

Boas darf sie nun zu Hause besuchen. Sie lernt ihn näher kennen und versteht, warum die Juden nach dem langen, blutigen (und verlorenen Krieg) die Moabiter so hassen. Er versucht, Ruth zu überreden, für eine Weile fortzugehen. Doch die beiden Frauen lehnen ab. Wenn sie in ihrem Heimatstamm Juda nicht willkommen sind, wie sollten sie es bei einem anderen Stamm sein?

Kaum ist Boas zur Tür hinaus, da hat das aufgebrachte Volk auch schon Klage gegen Ruth beim Ältestenrat erhoben. Die Strafe für Götzendienst ist Steinigung.
Ruth wendet sich nun hilfesuchend an Boas – der Mitglied des Rates ist. Er verteidigt sie glänzend: Sie stand als Moabiterin nicht unter dem Gesetz der Juden – und seit sie bei den Juden ist, lebt sie nach ihren Gesetzen. Was also will man ihr vorwerfen? Schließlich hat selbst die Frau von Moses einst fremden Göttern gedient.
Doch der Ankläger weckt geschickt Antipathien gegen sie – er einnert daran, dass sie selbst Kinder geopfert hat – noch vor wenigen Monaten. Doch Thob meint, jeder sei unschuldig, bis die Schuld beweisen ist. Man benötigt dazu zwei Augenzeugen nach ihrem Gesetz – wo sind die? Da melden sich die beiden verkleideten Moabiter. Sie behaupten, sie hätten Ruth beim Dienst an Kemosch auf ihrem Hof in Bethlehem gesehen. Ruth jedoch hat eine Idee – sie schlägt vor, die beiden sollen mit gutem Beispiel vorangehen und Jehowa preisen und Kemosch verfluchen. Die beiden Moabiter zögern - doch dann fürchten sie Kemosch mehr als die Juden und ergreifen die Flucht.

Jetzt schämen sich die Dorfbewohner, dass sie den beiden so kritiklos auf den Leim gegangen sind – und entschuldigen sich bei Naomi und Ruth. Naomi dankt Thob für seine kluge Hilfe. Er bittet Naomi postwendend um Ruths Hand. So steht es im Levi Ratsgesetz: Der nächste Blutsverwandte hat das Recht, ja die Pflicht, die Witwe des nächsten Verwandten zu heiraten.
Ruth liebt Thob nicht. Aber was tun? Naomi weiß Rat: Sie sagt Ruth, sie soll sich nach dem Erntefest neben ihren Geliebten schlafen legen. Denn es ist Brauch, dass die Männer in dieser Nacht bei dem gesiebten Getreide bleiben.
Sie tut es: Als Boas auf dem Feld im Vollrausch einschläft, legt sie sich neben ihn und schläft sofort ein (besonders anregend scheint der Mann nicht zu sein).

Am nächsten Morgen. Boas reibt sich die Augen, als er Ruth neben sich sieht. Dann gesteht er, dass er sie auch liebt. Er schlägt vor, Thob ein finanzielles Angebot zu machen, das der nicht ausschlagen kann.
Doch Thob ist dieses Mal die Frau wichtiger als der Besitz: Er hat das Angebot abgelehnt und will Ruth heiraten. Ruth ist verzweifelt – was ist das für ein Gesetz, dass eine Frau an einen Mann bindet, den sie nicht liebt? Boas erklärt, das Gesetz sorgt dafür, dass das Vermögen innerhalb der Familie bleibt – ihn selbst gebe es ohne das Gesetz nicht, denn seine Mutter war auch Witwe und sein Vater ein Verwandter, der sie dann geheiratet hat.

Beim Hochzeitsfest mit Thob kommt nun Naomis listige Idee zum Tragen: Ruth bekennt öffentlich, dass sie vor der Hochzeit eine Nacht neben Boas gelegen hat. Die Gäste sind schockiert. Thob verzichtet nun auf die vorgebliche Schlampe, denn sein Haus muss von tadellosem Ruf sein. Der zweitnächste Verwandte ist Boas, und nach dem Gesetzt kann, ja muss er Ruth jetzt heiraten - was er auch gleich tut, wo man doch praktischerweise schon zur Hochzeit versammelt ist.

Nach der Trauung geben sie zu, dass sie wirklich nur tief und fest nebeneinander geschlafen haben und das Ganze nur ein Spiel mit doppeldeutigen Worten (und der schmutzigen Phantasie der klatschsüchtigen Dorfbewohner) war. Doch da ist es zu spät - Thob kann nur noch mit den Zähnen knirschen.

Boas' und Ruths Sohn war Obet, Obet war der Vater von Isai, der der Vater von David war - des Königs David.
Ende.

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