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Disney's Hercules
(Episode 20 bis 42)

Originaltitel:Hercules: The Animated Series
Premiere im Jahr:1998
Handlung spielt im Jahr:1270 vor Christus
Stand:14.02.2010
Land:USA
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- ok

 

Fortsetzung von:
Disney's Hercules (Episode 1 bis 19) und

Fortsetzung:
Disney's Hercules (Episode 43 bis Ende)



EPISODENLISE 2


20, Die verschwundenen Helden

Original: Hercules and the Disappearing Heroes (ok)

Kritik:
Getreu dem Motto "Gemeinsam sind wir Quark" wird hier vergnüglicher Quatsch mit Soße produziert. Ein paar witzige Seitenhiebe halten das Interesse bis zum Ende wach. Z.B. versucht Charon (der Fährmann, der die Toten in die Unterwelt bringt), Herkules einen Fahrkartenblock zu verkaufen, da er ja für einen Lebenden recht oft vorbeikommt.

Inhalt:
Hexe Hekate versucht wieder, sich die Unterwelt anzueignen. Diesmal hat sie ein Monster erschaffen, das den Job für sie tun soll. Damit das Monster das auch schafft, klaut sie berühmten Helden ihre besten Fähigkeiten. So verlieren nacheinander Nestor seinen Adlerblick, Meneleakos sein Gehör und Hercules seine Kraft. Derart geschwächt, können die Ex-Helden jeder für sich nicht mehr viel ausrichten - wohl aber zusammen. Als Team stoppen sie Hekate und retten die Unterwelt.

Fakten:
* Nestor hat in der griechischen Sagenwelt noch eine große Karriere vor sich. Erst wird er Herrscher von Pylos und später der weise Ratgeber von Agamemnon, als dieser vor Troja kämpft. Meneleakos existiert nicht.







21, Die Argonauten

Original: Hercules and the Argonauts (ok)

Kritik:
Gelungene Parodie auf die Argonautensage - und ein interessanter Kommentar zum Thema Schein und Sein.

Inhalt:
Hercules müht sich beim Heldentraining ab. Da die Erfolge ausbleiben, schwindet seine Motivation. Sein Trainer stellt ihm daher den alternden Helden Jason vor, der mit seinem Schiff Argo seit 30 Jahren nach dem Goldenen Vlies sucht. Soviel Ausdauer beeindruckt Hercules. Überflüssig zu sagen, dass die beiden mit vereinten Kräften in Nullkommenix das Vlies finden, die Amazonen besiegen - und dabei eine herbe Überraschung erleben.

Fakten:
* Herkules und Philoctetes waren tatsächlich unter den 50 Helden, mit denen das Schiff Argo sich auf die Suche nach dem goldenen Fell machte - und dabei auch die Amazonen besuchte (wie im Film).







22, Das Theater-Festival

Original: Hercules and the Drama Festival (hat Schwächen)

Kritik:
Viel zu einfach gestrickt, da haben wir in dieser Serie schon Besseres gesehen. Das liegt u.a. daran, dass diese Folge als eine der ersten produziert, aber erst später gesendet wurde. Vieles, was dem regelmäßigen Zuschauer längst bekannt ist, wird hier erst umständlich erklärt.
Immerhin tritt der große Dichter Homer erstmals auf (er interviewt einen der Nachwuchs-Schauspieler). Er wird im Deutschen von Norbert Gastell gesprochen, der auch den Homer bei den Simpsons spricht.

Inhalt:
Hercules' Schule macht ein Theaterfestival, um die Götter zu ehren. Hercules schreibt ein Stück über Zeus. Hades wittert eine Chance, den Olymp zu übernehmen, und überredet Ikarus, ein Stück über die Unterwelt zu schreiben. Sein Plan: Die Zuschauer sollen alle in Tiefschlaf fallen (inklusive der zuschauenden Götter des Olymps), dann wäre der Weg zur Weltherrschaft frei. Natürlich kann Hercules das verhindern.







23, Der Phil-Faktor

Original: Hercules and the Phil Factor (ok)

Kritik:
Die Geschichte beginnt vielversprechend mit einem amüsanten Blick auf Männer in der Midlife-Crises. Gelungen ist auch, dass man den Antike-Helden-Gedanken konsequent weitergedacht hat: Die Griechen sind es nämlich leid, dass jeder dahergelaufene Möchtegern-Held dilettantische Kämpfe liefert und in ihren Städten mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Die Behörden haben daher strengere Regeln beschlossen (u.a. einen Test, den man vorher bestehen muss). Leider mündet der satirische Ansatz gegen Ende in zu vielen Prügelszenen mit wenig aufregenden Gegenspielern - schade.

Inhalt:
Trainer Philoktetes ist unglücklich - nachdem keiner seiner Schützlinge es zu Berühmtheit gebracht hat, halten ihn andere Helden inzwischen für einen Versager. Um das Gegenteil zu beweisen, versucht er sich selbst an ein paar Heldentaten. Das geht gleich doppelt schief: Hercules hat keinen Ausbilder mehr - und Phil blamiert sich beim Kampf gegen lästige Ungeheuer. Verzweifelt wendet er sich vom Heldentum ab und wird - Vertreter (für Waffen!). Inzwischen braucht Hercules seine Hilfe gegen ein übermächtiges Monster - und bekommt sie auch. Phil erkennt, dass der Trainerberuf als solches doch ganz nützlich ist, und Hercules wohl endlich mal ein Held in Ausbildung ist, der am Ende nicht versagt. Zufrieden kehrt er in seinen alten Beruf zurück.







24, Die ewige Nacht

Original: Hercules and the All Nighter (gut)

Kritik:
Witziges Spiel mit gleich mehreren kunstvoll ineinander verwobenen griechischen Sagen. Noch dazu wartet hier ein relativ anspruchsvolles Problem auf unseren Helden, das er nicht nur mit Muskelkraft lösen kann (wie leider allzuoft in den anderen Episoden).

Inhalt:
Der Titel ist irreführend, denn es geht nicht um eine ewige Nacht, sondern einen nicht enden wollenden Tag. Hercules hat nämlich vergessen, sich auf seine Prüfung vorzubereiten. Also kommt er auf eine "tolle" Idee: Er legt den Gott Morpheus schlafen. Denn ohne ihn kann kein Mensch einschlafen, und Herkules kann noch eine ganze Nacht wachbbleiben und lernen. Dumm nur, dass der Mensch Ruhepausen braucht, weil er sonst übermüdet und unkonzentriert ist. Auf Griechenlands Straßen tobt das Chaos, die Unfälle häufen sich. Hercules muss Morpheus also so schnell wie möglich wieder aufwecken, damit die Menschen wieder schlafen können. Hades will das natürlich verhindern, denn durch die Unfälle hat er mehr "Kundschaft".

Fakten:
* Morpheus war eigentlich nur Gott der Träume, nicht des Schlafes (siehe Anmerkung zu Episode 43).







25, Das Lied der Circe

Original: Hercules and the Song of Circe (gut)

Kritik:
Wieder eine Episode, in der sich eine anspruchsvolle Aussage mit einer kurzweiligen Handlung verbinden.

Inhalt:
Ferien am Meer: Am Strand lernen die Schüler die schöne Circe kennen, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat - sagt sie zumindest. Natürlich sind (fast) alle Jungs sofort bereit, ihre Freundinnen zu verlassen, um Circes Neuer zu werden. Doch ihre Anforderungen sind streng: In einer mitreißenden Musical-Nummer (das besagte Lied aus dem Titel) besingt sie die umfangreichen Kriterien, denen der Mann an ihrer Seite genügen muss - und Überraschung: ausgerechnet Knallkopf Icarus wird von ihr erwählt und auf ihre Insel mitgenommen. Natürlich neiden die anderen Jungs ihm den Erfolg. Hercules und Adonis setzen zur Insel über, um Circe doch noch von ihrer Kraft und Schönheit zu überzeugen - aber das sagen sie natürlich nicht. Ihren Mitschülern erzählen sie, es sei die Sorge um ihren guten Freund Icarus, die sie auf die Insel treibe.
Dort angekommen, werben sie nach Kräften um Circes Gunst - doch diese ist nicht interessiert und entpuppt sich nun als launische Zauberin: Wie sich herausstellt, lebt sie keineswegs getrennt von ihren Exfreunden, sondern hat diese vielmehr in Tiere verwandelt - ein Schicksal, dass die beiden jungen Helden nun auch ereilt.
Zu ihren Glück beginnen die Mädchen am Strand die drei zu vermissen. So begibt sich die hellsichtige Cassandra mit einer Freundin auch auf Circes Insel. Sie finden den kleinen Privatzoo und bemühen sich, Circe das Geheimnis zu entreißen, wie man die Tiere wieder in Männer zurückverwandeln kann. Nach einem langen und erbitterten Kampf gibt Circe auf und flüstert es den Mädchen ins Ohr. Sie haben nun die Macht, die Jungs zurückzuverwandeln - oder eben nicht. Die Damen lassen sich Zeit, denn die Jungs müssen erst noch etwas lernen: Freundschaft stellt einen Wert an sich dar, auch wenn man keinen direkten Vorteil davon hat.

Fakten:
* Circe wird die Mannschaft des Odysseus später nur noch in Schweine verwandeln.







26, Der Trojanische Krieg

Original: Hercules and the Trojan War (gut)

Kritik:
Eine interessante Grundidee, die einfallsreich umgesetzt wurde. Die sonst eher stiefmütterlich behandelten Mitschüler und die Schule von Hercules werden hier (endlich!) ausführlich vorgestellt. Ihre unterschiedlichen Vorstellungen, wie ein Konflikt zu lösen sei - nämlich durch List, Heldenmut oder sogar Opfertod(!) - geben durchaus treffend auch die gedankliche Welt der alten Griechen wieder.

Inhalt:
Die Schüler der Prometheus-Akademie und der benachbarten Troja-Akademie liefern sich einen Kleinkrieg aus Spaßattacken und Streichen - der durch Hercules' Ungeschick zu einem handfesten Konflikt eskaliert. Zum Glück gelingt es seiner schönen Mitschülerin Helena, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Der Reporter Homer erfährt davon. Die Geschichte inspiriert ihn zu seinem Erfolgsroman vom Trojanischen Krieg.







27, Die Traumfrau

Original: Hercules and the Dream Date (unbedingt ansehen!)

Kritik:
Gekonnte Persiflage der berühmten Sage mit lebendigen Charakteren und viel Situationskomik. Außerdem macht es einfach Spaß, Hercules nicht nur bei Heldentaten sondern auch im Alltag zu sehen. Viele Gags sind treffend beobachtet und gut umgesetzt (um Aphrodite anflehen zu können, muss man z.B. eine Hotline anrufen - wo erstmal nur eine automatische Ansage läuft).

Inhalt:
Hercules sucht eine Tanzpartnerin für den Aphrodite-Ball - und findet keine. Mädchen stehen halt nicht so auf Muckis. Beim Kunstunterricht erinnert er sich an Pygmalion, den berühmten Bildhauer, für den Aphrodite eine Frauenstatue zum Leben erweckte. Flugs formt Herkules eine Frau aus Ton und fleht dann Aphrodite an. Diese erscheint auch tatsächlich und erfüllt ihm seinen Wunsch: Sie verwandelt die Tonfigur in eine sexy Frau namens Galatea. Diese hat jedoch ein paar Risiken und Nebenwirkungen. Zum Beispiel, dass sie Hercules völlig verfallen ist - was auf Dauer ein wenig nervt. Noch schlimmer ist jedoch, dass sie in allen anderen Frauen potentielle Nebenbuhler sieht - und auch vor Gewaltmaßnahmen nicht zurückschreckt, um sie von Hercules fernzuhalten. So versinkt der schöne Aphrodite-Ball schnell im Chaos, und die Göttin selbst muss wieder erscheinen, um für Ordnung zu sorgen.

Fakten:
* Die Skulptur von Pygmalion nannte Aphrodite übrigens auch Galatea (kannte sie keine anderen Namen?).







28, Die großen Spiele

Original: Hercules and the Big Games (ok)

Kritik:
Abgesehen von einigen treffenden Seitenhieben auf die Olympischen Spiele der Neuzeit läuft auch diese Folge am Ende vor allem auf Slapstick und Action heraus - schade! Aus der vielversprechenden Ausgangssituation hätte man eine interessantere Geschichte spinnen können (z.B. auch über die unterschiedlichen kulturellen Werte, für die die beiden Städte stehen, oder über das idealisierte Trugbild, das man heute oft vom Sport in der Antike hat).

Inhalt:
Hercules' Schule in Athen trägt alle vier Jahre einen sportlichen Wettkampf gegen eine Schule aus Sparta aus. Da sich die Schutzgottheiten der beiden Städte (Athene und Ares) gerade mal wieder streiten und Athen und Sparta in einen Krieg gegeneinander hetzen wollen, macht Zeus einen Vorschlag: Nicht auf dem Schlachtfeld sondern bei diesen Wettkämpfen soll entschieden werden, welche Stadt in Griechenland die Vorherrschaft erringt. Das ist natürlich nicht im Interesse von Hades - er will lieber einen schönen blutigen Krieg mit vielen Toten für sein Reich. Also heuert er ein paar Ungeheuer an, die die friedlichen Spiele in ein grausames Gemetzel verwandeln sollen - wieder ein Fall für Hercules.

Fakten:
* Entgegen dem Klischee waren antike Olympioniken Berufs-Athleten, die für gute Platzierungen gutes Geld bekamen.







29, Der Laufpaß

Original: Hercules and the Jilt Trip (hat Schwächen)

Kritik:
Die Geschichte hat den Konstruktionsfehler, dass sie mit der Trennung von Hercules und einem völlig unbekannten Mädchen beginnt. Natürlich fragt man sich da als regelmäßiger Zuschauer, wie Hercules das Mädchen kennen (und lieben) gelernt hat (vor allem, weil er mit dem anderen Geschlecht ja bisher überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht hat) und was das überhaupt für ein Mädchen ist (sie gehört nicht zum Stammpersonal der Serie) - aber das erfahren wir nicht. Selbst wenn man darüber einmal hinwegsieht, bleibt die Folge wenig aufregend: Null-acht-fuffzehn-Action - und ein paar spießige Plattitüden über Teenager-Liebe.

Inhalt:
Hercules hat eine Freundin - oder vielmehr hatte, denn sie gibt ihm gleich zu Anfang den Laufpaß. Er versucht, sich von seinem Frust durch ein Heldenabenteuer abzulenken, und bekämpft ein dreiköpfiges Monster in einem benachbarten Staat. Wie der Zufall so will hat auch das Monster im Grunde nur Frust, weil es gerade den Laufpaß bekommen hat.







30, Die Sternbilder

Original: Hercules and the Falling Stars (hat Schwächen)

Kritik:
Leider ist auch diese Folge weder witzig noch interessant - macht aber nichts. Da muss man durch als Fan!

Inhalt:
Hercules tut sich schwer mit Pfeil und Bogen (was regelmäßige Zuschauer etwas überraschen dürfte, denn in anderen Folgen haben wir ihn schon als äußerst geschickt erlebt) - und kommt auf die absurde Idee, den größten Bogenschützen aller Zeiten, den Jäger Orion, um Hilfe zu bitten. Dumm nur, dass Orion kein Mensch mehr ist, sondern längst als Sternbild am Himmel schwebt. Hercules zerreißt das Himmelszelt, und Orion kann auf die Erde springen (was im amerikanischen Original die Quelle für witzige Bemerkungen über "Falling Stars" ist - was sowohl "Sternschnuppe", als auch "Schicksal" oder eben auch einen "Filmstar" meinen kann, dessen Popularität schwindet).
Leider kommen mit Orion auch ungebetene Sternbilder wie Drache, Löwe und Krebs - und machen die griechischen Stadtstaaten unsicher. Orion und Hercules besiegen die Monster zwar, dennoch sind die Einwohner mit der Gesamtsituation (Kosmos durcheinander, Sternbilder weg, Kulturstätten zerstört) unzufrieden. Orion sieht das ein und kehrt an seinen Platz zurück, zusammen mit den anderen Kreaturen. Hercules ist über das Chaos, das er angerichtet hat, frustriert. Da tröstet Orion ihn: Dereinst wird Hercules so berühmt sein, dass auch er als Sternbild am Himmel steht - und so ist es ja in der Tat auch gekommen.

Fakten:
* Die im Film genannten Sternbilder gibt es tatsächlich, allerdings hatten sie in der Antike andere Namen. Die heute üblichen Bezeichnungen (Großer Wagen, Löwe, Herkules usw) wurden erst 1928 verbindlich festgelegt.







31, Die Goldene Hand

Original: Hercules and the Golden Touch (ok)

Kritik:
1995 wurde nach 6 langen Jahren Pause ein neuer James-Bond-Film gedreht - und versetzte die ganze Welt in Bondmania. Eine gute Idee also, mit unserem antiken Helden eine Parodie auf den modernen Helden zu drehen. Da es gleich zwei Bond-Filme mit goldenen Körperteilen im Titel gibt (Goldfinger und Goldeneye), drängt sich die Geschichte von König Midas dafür geradezu auf (wir erinnern uns: alles, was er anfasst, wird zu Gold). Leider hat man diese Steilvorlagen nicht für geistreiche Unterhaltung, sondern überwiegend für kracherne Hau-Drauf-Komik genutzt, was der Folge viel von ihrem Reiz nimmt.

Inhalt:
Hercules wird vom Geheimdienst von Athen beauftragt, König Midas von Phrygien das Handwerk zu legen - da dieser inzwischen so reich ist, dass er sich halb Griechenland kaufen kann. Herc verwandelt sich also in "Les, Herku Les". Von Ikarus mit allerlei 007-Gimmicks ausgestattet, begibt er sich nach Phrygien - wo der Fall dann eine überraschende Wende nimmt.



Fakten:

* James Bond-Fans werden ihre Freude an den zahlreichen gekonnten Anspielungen haben. So trifft sich Herkules z.B. genau wie Bond typischerweise in einem Spielcasino mit seinen Informanten, die Bösewichter haben absurde Phantasien von der Weltherrschaft und setzen absurde, riesengroße Waffensysteme ein. Hercules verwendet einen Sattel, der einen Ölfilm verspritzt (ganz wie der legendäre Aston Martin in Goldfinger) und am Ende wird der Film Liebesgrüße aus Sparta angekündigt.

* Auch auf die tragische Geschichte des Midas wird kurz aber eindrucksvoll Bezug genommen (dass sich alles in Gold verwandelt, entpuppt sich als Fluch: auch seine Mahlzeiten und Freunde, denen er die Hand gibt, werden zu Gold).







32, Das Labyrinth

Original: Hercules and the Minotaur (hat Schwächen)

Kritik:
Kampf der Giganten: Hercules gegen den Minotaurus (die beiden werden sich in Episode 49 wiederbegegnen). Aus den zahlreichen vielversprechenden Zutaten hätte man allerdings einen wesentlich besseren Film machen können.

Inhalt:
Daedalus ist ein genialer Erfinder - muss sich sein Geld aber leider mit eintönigem Werkunterricht an der Schule von Hercules verdienen. Kein Wunder, dass er sich unterfordert fühlt - und dankbar die Einladung von König Minos nach Kreta annimmt. Dort baut er ein Labyrinth, in dem das Ungeheuer Minotaurus sicher eingesperrt werden soll.
Als dieses extravagante Gefängnis fertig ist, sucht König Minos in Athen einen jungen Mann für einen exklusiven Zweikampf in Kreta. Dass er diesen in Wirklichkeit dem Minotaurus zum Fraß vorwerfen will, verschweigt er natürlich. Zum Glück ist der erste, der darauf hereinfällt, ausgerechnet Hercules. Der bärenstarke Held besiegt erst den Minotaurus und dann den König. Daedalus kehrt mit Hercules zusammen in die Heimat zurück - und will in Zukunft lieber für seine Schüler da sein als für einen Tyrannen.



Fakten:

* Daedalus ist auch in der antiken Sage der Vater von Ikarus und der Erbauer des Labyrinths, in dem der Minotaurus wohnt.

* Der Minotaurus ist der Legende nach halb Mensch halb Stier und der uneheliche Sohn von der Ehefrau von König Minos (was der Film natürlich taktvoll verschweigt - denn ihr Liebhaber war ein Stier). Ihm sollte auch nicht nur ein einziger junger Mann geopfert werden - sondern 7 junge Männer und 7 junge Frauen. Diese 14 Leute musste Athen liefern, weil es (wie im Film) den Krieg gegen Kreta verloren hatte. Erst der Held Theseus wird dem ein Ende machen (siehe Episode 49 und Theseus, Held von Hellas, 1960).

* Talos, der Riese aus Bronze, der die Insel Kreta bewacht, kommt in der griechischen Mythologie ebenfalls vor. Genau wie im Film warf er Steine auf alle feindlichen Schiffe, die sich der Insel näherten. Erst den Argonauten gelingt es, ihn zu besiegen - und da ist Hercules auch wieder dabei (siehe Jason und die Argonauten, 1963).

* Alle gezeigten Erfindungen gab es zur Zeit, in der der Film spielt, noch nicht (das ist in dieser Geschichte aber okay, denn Daedalus soll seiner Zeit ja ausdrücklich weit voraus sein):
Der Baukran wurde etwa 600 vor Christus erfunden (und war damals natürlich auch noch nicht so groß wie im Film). Das deutsche Wort "Kran" leitet sich übrigens vom altgriechischen Wort für Kranich ab. Katapulte gibt es seit etwa 400 vor Christus, den Flaschenzug gibt es erst seit etwa 250 vor Christus - und noch viel später ging der erste Heißluftballon in die Luft: nämlich erst 1783 NACH Christus (obwohl das Prinzip, dass heiße Luft nach oben aufsteigt, den alten Griechen schon seit etwa 250 vor Christus bekannt ist).

* Heureka! ist griechisch und bedeutet "Ich hab's!"







33, Der Sohn des Poseidon

Original: Hercules and the Son of Poseidon (ok)

Kritik:
Kurzweilige Slapstick-Revue mit Toleranz-Botschaft.

Inhalt:
Noch so ein Treffen der Giganten: Hercules meets Triton.
Poseidons Sohn hat keine Lust mehr, in seine unterseeische Schule zu gehen. Er möchte lieber mit Cousin Hercules auf die Prometheus-Akademie. Als Meeresbewohner kommt er an Land aber kaum zurecht, und so geht ihm alles schief - bis die Schule im Chaos zu versinken droht. Da sich nun alle richtig gemein über ihn lustig machen, entwendet er den Dreizack seines Vaters und verschafft sich damit Respekt (denn mit dem Dreizack kann man so coole Sachen wie Wellenreiten und Fontänen hochschießen lassen). Leider weckt er bei so einer Aktion ein Meeres-Ungeheuer auf (natürlich mal wieder mit drei Köpfen). Die beiden Cousins besiegen es zwar, aber Triton sieht ein, dass er lieber in seinem vertrauten Milieu bleibt - und Hercules entschuldigt sich dafür, dass er sich auch auf so gemeine Weise lustig gemacht hat, obwohl Triton ja gar nichts für seine Missgeschicke konnte (und Hercules ist selbst ja auch ein rechter Tolpatsch).

Fakten:
* Triton war tatsächlich der Sohn des Poseidon und begegnet Hercules in der antiken Sagenwelt zwei Mal: bei den Argonauten und beim Versuch, die Äpfel der Hesperiden zu stehlen. Er wurde als Meeres-Gott verehrt. Bis Anfang des 20sten Jahrhunderts war er in ganz Europa eine äußerst beliebte Figur für Springbrunnen auf öffentlichen Plätzen (die berühmten Tritonenbrunnen).







34, Die Götterdämmerung

Original: Hercules and the Twilight of the Gods (unbedingt ansehen!)

Kritik:
Eine von den Spitzen-Folgen, die Fans besonders schätzen und die in keinem Artikel über die Serie fehlen. Vermutlich angeregt durch den Zeichentrickfilm Walhalla (1995) darf auch Hercules den nordischen Göttern einen Besuch abstatten. Die ungewohnte Umgebung und neue Figuren sorgen für witzige Dialoge und originelle Situationen - dadurch wird das inzwischen recht eingefahrene Schema (in dem Hercules immer wieder mit Monstern kämpfen muss) belebt und zu neuer Blüte geführt. Eine solche Frischzellenkur hätte man bei der Serie gerne öfter gesehen - antike Hochkulturen, die er noch hätte besuchen können, gab es ja eigentlich genug zur Auswahl.

Inhalt:
Herc wird überraschend von Loki, einem nordischen Gott, eingeladen, sich in Walhalla um den freien Posten des Donnergottes zu bewerben. Natürlich kann der Held in Ausbildung da nicht widerstehen, also begibt er sich mit Phil nach Skandinavien, wo er Thor trifft, den anderen Kandidaten um das hohe Amt. Odin setzt einen Zweikampf an, den Hercules wider Erwarten sogar gewinnt.
Als neuer Donnergott geht er sogleich seinen Pflichten nach - wobei er einen klaren Fall von Betrug aufdeckt: die Schicksalsgöttinnen sind sowohl in Griechenland (als Moiren) als auch in Skandinavien (als Nornen) tätig (kassieren also zwei Gehalts-Schecks!). Leider geht die Handlung auf diese Parallelen zwischen den Mythologien nicht weiter ein - denn die Göttinnen flüchten überstürzt. Wie sich herausstellt, hatte Loki von Anfang an den Plan, den schwachen Hercules zum Donnergott zu machen - damit dieser Walhalla nicht verteidigen kann, wenn Loki jetzt die Macht übernimmt. Er hat zu diesem Zwecke Hercules mit Zauberkraft den Zweikampf gewinnen lassen - und drei Monster aus dem Eis befreit, die nun über Walhalla herfallen.
Aber natürlich geht der Plan schief: Hercules hilft Thor, Loki zu besiegen, und gibt danach gerne sein Götteramt zurück, um sich auf den Heimweg zu machen (wo das Klima auch viel angenehmer ist).



Fakten:

* Das hier gezeigte Crossover ist eigentlich gar nicht möglich, da die nordischen Götter vermutlich erst etwa 500 Jahre NACH Hercules verehrt wurden.

* Der erfrischend schlagfertige Loki war in der nordischen Mythologie der Gott des Feuers und gefürchtet für seinen Listenreichtum. Er führte tatsächlich der Sage nach in der Götterdämmerung die Mächte des Bösen an. Seltsam, dass der Name trotzdem bei uns als Frauenname Verwendung fand (die Frau des Exkanzlers Schmidt heißt z.B. auch Loki).







35, Der Greif

Original: Hercules and the Griffin (gut)

Kritik:
Ein rundum gelungenes, fröhliches Abenteuer.

Inhalt:
Im Rahmen des "Sonnenschein"-Programmes leisten die Schüler der Prometheus-Akademie ein paar Sozialstunden im Altersheim "Zum elysischen Sonnenuntergang" (bekannt aus Folge 10). Hercules soll sich um den Greif kümmern (der ist halb Löwe, halb Adler). Das tut er auch - er organisiert ein Festessen für den alternden Helden. Doch das war ein Fehler - denn wie sich herausstellt, wacht der Greif seit Urzeiten über einen wertvollen Diamanten, den Hephaistos ihm einst anvertraute. Diesen kann nun das Volk der Arimaspen ungehindert stehlen. Natürlich versuchen Hercules und der Greif, den Stein wieder zurück zu gewinnen - doch dabei geht etwas schief: Im Kampf mit den Arimaspen wird der Diamant aus ein Fenster heraus gegen einen Berggipfel geschleudert. Er zerspringt in 1000 Splitter, die am Himmel leuchten. So entstand das Polarlicht, das bis heute am nördlichen Himmel in allen Farben glüht.



Fakten:

* Die Griechen kannten allerdings das Polarlicht gar nicht, da es nur in nordeuropäischen Ländern vorkommt. So gesehen wäre dies eine schöne Geschichte gewesen, die Hercules noch bei den nordischen Göttern hätte erleben können.

* Die Szene, in der Hephaistos ein Stück Kohle quetscht und daraus ein Diamant wird, stammt direkt aus dem Film Die Abenteuer des Baron Münchhausen (1988) - den Griechen war nicht bekannt, dass Diamanten unter großem Druck entstehen. Sie kannten Diamanten nur als Importware aus Indien.

* Der Greif bewacht in der Originalgeschichte von Aristeas (um 650 v. Chr.) übrigens Goldminen in Indien - seine Gegner sind auch da die Arimaspen, einäugige Bergbewohner.

* Einer der Bewohner des Altersheims ist übrigens der berühme blinde Wahrsager Theresias, dessen Rat bei antiken Helden sehr gefragt war. Ödipus hilft er z.B. bei der Aufklärung des Mordes an König Laios und Amphitryon, Hercules' Vater, sagt er voraus, dass der kleine Hercules einmal ein berühmter Held werden wird. Sogar als er schon tot ist, wird er in der Unterwelt noch von Odysseus aufgesucht und um Rat gefragt.






36, Der Ersatzkönig

Original: Hercules and King for a Day (gut)

Kritik:
...und noch eine Folge, die Spaß macht. Das Einbeziehen immer neuer mythologischer Gestalten in die Serie ist wesentlich unterhaltsamer als wenn Hercules immerzu gegen Monster oder Hades kämpfen muss. Endlich lernt man auch Philoktetes (immerhin eine der Hauptfiguren!) und seinen familiären Hintergrund etwas besser kennen.

Inhalt:
Trainer Phil besucht in seiner Heimat, dem Land der Satyrn, seine Mutter - und ist arg enttäuscht: Sie redet immer nur von seinem Bruder Sol und dessen Karriere (als Handelsvertreter für Sandalen). Natürlich hätte Phil gerne, dass seine Mutter ihm mehr Wertschätzung zeigt, also fragt er Pan, seinen König, um Rat. Überraschenderweise macht Pan den Vorschlag, Phil für einen Tag die Königswürde zu überlassen. Wenn Phil König ist, wird seine Mutter schon beeindruckt sein. Pan macht derweil einen Tag Kurzurlaub.
Dankbar greift Phil zu - was er nicht weiß: König Pan und Göttin Demeter haben Streit. Demeter hatte die Menschen mit einer besonders üppigen Ernte verwöhnt und erwartet nun üppige Opfergaben. Aber Pan rechnet die gute Ernte seiner klugen Regierungsarbeit an - und läßt sich von seinem treuen Volk einen Tempel errichten - für ihn selbst! Demeter beauftragt daraufhin Rachegöttin Nemesis, den König der Satyrn gepflegt hinzurichten - tja, und die trifft nun Phil an.
Dumm gelaufen. Zum Glück kann Hercules alles aufklären. Demeter ist bereit, auf eine Strafe zu verzichten, wenn Pan ihr ein ordentliches Opfer nachreicht. Phil rät Pan daraufhin, der Göttin den Tempel zu weihen, den Pan eigentlich für sich selbst gebaut hatte. Das ist ein guter Rat: Demeter ist zufrieden, verschont Pan und lobt Phils Weisheit in aller Öffentlichkeit. Das wiederum macht Phils Mutter stolz.
Inzwischen ist auch Phils Bruder Sol eingetroffen. Wie sich herausstellt, hat ihre Mutter Sol immer mit Geschichten über Phil genervt - genauso wie sie Phil mit denen über Sol genervt hat. So wollte sie verhindern, dass die beiden Buben eingebildet und angeberisch werden. Und was macht sie jetzt? Sie nervt alle beide - mit Geschichten über die Schwester.

Fakten:
* Pan ist erstens KEIN Satyr, sondern ein griechischer Hirtengott, und hätte zweitens deswegen sehr wohl Anspruch auf einen eigenen Tempel.







37, Die Pegasus-Episode

Original: Hercules and the Pegasus Incident (ok)

Kritik:
Etwas lahmes Action-Spektakel mit der drögen Aussage, dass man sich echte Freunde nicht kaufen kann.

Inhalt:
Hercules muss für die Schule lernen und hat keine Zeit, mit seinem geflügelten Pferd Pegasus zu spielen. Pegasus ist deswegen eingeschnappt und schließt sich einem anderen Helden an: Bellerophon. Dieser kann mit seiner Hilfe ein Monster, das gerade Lykien verwüstet, gefangen nehmen. Bei den dankbaren Einwohnern werden die beiden daraufhin wie Superstars verehrt. Hercules liest davon in der Zeitung und macht sich auf den Weg (gezwungenermaßen im Linienbus), um Pegasus zurückzuholen. Doch Bellerophon will sich von dem Tier nicht mehr trennen - und Pegasus gefällt der luxuriöse Lebensstil des (auch kommerziell) erfolgreichen Helden offenbar besser als das, was Hercules zu bieten hat. Inzwischen bricht das Monster aus und setzt seine Verwüstung fort. Zusammen mit Pegasus kann Hercules es besiegen. Da erkennt Pegasus, was er an Hercules hat, und folgt ihm nach Hause.

Fakten:
* Ironischerweise ist Pegasus in der griechischen Mythologie tatsächlich das Pferd des Helden Bellerophon von Lykien - nicht das des Herkules. Bellerophon tötet mit seiner Hilfe, das Monster Chimäre, das (wie auch im Film) halb Löwe, halb Schlange war: Bellerophon schießt einen Bleiklumpen auf das Monster. Dieses spuckt Feuer, wodurch das Blei schmilzt, in sein Maul tropft und das Monster von innen her verbrennt - das wird im Film auch so dargestellt, nur dass man da aus dem Klumpen den Kopf einer zerstörten Statue gemacht hat. Diese Statue stellt übrigens die Göttin Athene dar, die in der Sage den Pegasus dem Bellerophon zum Geschenk macht.







38, Der große Untergang

Original: Hercules and the Big Sink (ok)

Kritik:
Witzige Persiflage der Atlantis-Sage - leider mit zu vielen bekannten Zutaten.

Inhalt:
Hercules und seine Freunde besuchen die Vergnügungsmetropole Atlantis City. Hier begegnen sie dem Reporter Homer wieder. Ihm erzählt Kassandra die Weissagung, dass Atlantis untergehen würde - was Homer groß auf die Titelseite bringt. Natürlich stört eine solche Prognose den Millionär Krösus, der in Atlantis eine Menge Geld investiert hat. Er will Kassandra ausschalten, bevor diese in einer Talkshow weitere fatale Details ihrer Weissagung verbreiten kann. Natürlich macht Krösus die Dreckarbeit nicht selbst. Er ist so reich, dass er Hades bestechen kann - der dann auch prompt Kassandra entführen läßt. Als Hercules sie befreien will, besticht Krösus flugs den Gott Poseidon, damit dieser das Meeresungeheuer Scylla (natürlich mit drei Köpfen) auf Hercules hetzt. Um die Bevölkerung zu beruhigen, besticht er die Moiren, damit sie in Interviews Kassandras Behauptungen dementieren. Aber leider gehen Kassandras Visionen immer in Erfüllung: Bei einem der Auftritte der Moiren wird ihr berühmter Schicksalsteppich (siehe Episode 11) beschädigt - ausgerechnet die Quadratzentimeter, auf denen Atlantis dargestellt ist, gehen kaputt. So versinkt Atlantis am Ende im Meer (und mit ihm das Finanzimperium des Krösus).



Fakten:

* Krösus hat tatsächlich gelebt. Er war bis 546 v. Chr. König von Lydien (nicht von Atlantis) und der erste Herrscher, dem die ihm untergebenen Städte regelmäßig Steuern zahlen mussten. Dies begründete seinen Reichtum - und seinen Ruf als Finanzgenie. Im Film erinnert er etwas an den Millionär Donald Trump.

* Scylla ist eines der Meeresungeheuer, mit dem Odysseus (nicht Hercules) zu tun hatte. Es soll an der Straße von Messina (vor Sizilien) beheimatat gewesen sein (gemeint ist in Wirklichkeit wohl eine starke, für Seeleute gefährliche Strömung).

* Das Buch Atlantis ist eines der Hauptwerke von Platon (um 400 v.Chr.), nicht von Homer (um 800 v. Chr.). Ob es Atlantis wirklich gegeben hat (und wenn ja, wo) ist Gegenstand leidenschaftlicher Auseinandersetzungen (auf die wir im Zusammenhang mit den entsprechenden Filmen ausführlich eingehen). Das Atlantis im Film parodiert die Uferpromenade des Spielerparadieses Atlantic City in New Jersey.

* Deutsche Zuschauer werden sich fragen, wieso der Greif hier plötzlich als Talkshow-Moderator auftritt (vgl. Episode 36). Die Erklärung: "Greif" heißt auf Englisch "Griffin". Ein legendärer US-Fernsehmoderator heißt auch so, nämlich Merv Griffin (der Erfinder von "Jeopardy!" und "Glücksrad"). Er kaufte 1988 in Atlantic City ein Hotel (von Donald Trump). Da lag es natürlich nahe, in diesem Film auch einen Griffin/Greif moderieren zu lassen. In Episode 51 wird er noch einmal auftreten.







39, Die große Lüge

Original: Hercules and the Big Lie (gut)

Kritik:
Kurzweiliges Loblied auf echte Freundschaft - und wieder einmal darf Hercules sich um eine Freundin bemühen. Leider wurde das insgesamt sehr stiefmütterlich abgehandelt. Schade - denn zusammen mit den Episoden 27 und 29 hätte dieser Film schon eine ganz ordentliche Liebesgeschichte ergeben (mit Kennenlernen und Verlassenwerden - allerdings nur, wenn man immer dasselbe Mädchen gezeigt hätte). Ansonsten ist hier erstmals zu sehen, wie Icarus mit den von Daedalus gebauten Flügeln fliegt (siehe Episoden 6 und 31).

Inhalt:
Eigentlich hatte Herc dem Icarus versprochen, mit ihm zu einer Veranstaltung mit der Comicfigur Myklos zu gehen, deren Abenteuer Icarus begeistert liest. Doch leider hat Hercules inzwischen ein Mädchen kennengelernt - Andromeda. Nun ist ihm Icarus' Hobby peinlich. Um nicht mehr hingehen zu müssen, lügt er, er habe Katastrophia - eine gefährliche Krankheit, die Hades gerade in Umlauf gebracht hat (weil mal wieder zu wenig Leute sterben). Außer sich vor Sorge macht Icarus sich auf den Weg, das Gegenmittel besorgen, das im Land des Briareos wächst, einem hundertarmigen Riesen. Hercules erfährt, was Icarus vorhat, und fliegt ihm nach. Briareos hat Icarus inzwischen gefangen genommen. Hercules kämpft mit ihm - bis sich herausstellt, dass auch dieser ein Myklos-Fan ist. Echte Fans halten zusammen: Der Riese läßt die beiden mit dem Gegenmittel nach Hause. Echte Freunde, die für einander dasind und zusammen Heldentaten vollbringen - das findet natürlich auch Andromeda sexy (und schlägt Hercules ein Date vor). Nun besucht Hercules endlich zusammen mit Icarus (und Briareos!) die Myklos-Fan-Convention.



Fakten:

* Herkules' Großmutter hieß (zufällig?) auch Andromeda.

* Briareos gehört nicht zur Herkules-Sage, sondern steht Zeus im Kampf gegen die Titanen bei. Er wird als Riese mit 50 Köpfen und 100 Armen beschrieben. Im Film wachsen ihm die Arme nicht aus dem Körper, sondern aus der Erde und halten Eindringlinge fest - was eine interessante und originelle Interpretation der antiken Vorlage ist.

* In den USA sind Conventions (wie die im Film gezeigte) durchaus üblich, vor allem von Comic- und Science-Fiction-Fans. In der Regel laden die Veranstalter die Stars aus den Filmen oder die Zeichner der Comics ein - und nicht selten kommen dann Tausende, um ihre Idole zu sehen.

* Da wir in einem Disney-Film sind, ist Myklos wohl eine Parodie auf Micky.







40, Der Schulball

Original: Hercules and the Prom (ok)

Kritik:
Amüsante Verfolgungsjagd, in der es wieder um Schein und Sein geht: Auch starke und coole Typen haben oft eine schwache Seite (z.B. Fans seichter Pop-Stars zu sein), die ihnen dann peinlich ist (manchmal ist es auch umgekehrt: Orpheus gibt sich weich und kumpelhaft, ist in Wirklichkeit aber ein knallharter Erfolgsmensch). Leider tritt hier Andromeda nicht noch einmal auf. Nachdem Hercules und Icarus sich in Episode 39 als Comic-Fans geoutet haben, hätte Andromeda sich nun als Orpheus-Fan outen können. Aber, wie gesagt, eine Freundin war Hercules in dieser Serie nicht vergönnt.

Inhalt:
Hades versucht, einen neuen Mitarbeiter für sein Team anzuwerben - das Monster Lästrygon. Da dieses ein großer Fan des Sängers Orpheus ist, verspricht Hades, dass Orpheus in der Unterwelt ein Konzert geben wird. Pech, dass zur selben Zeit Hercules versucht, Superba dazu zu überreden, mit ihm zum Schulball zu gehen. Da Superba auch ein großer Orpheus-Fan ist, verspricht Hercules leichtsinnig, dass er für einen Auftritt des Orpheus beim Schulball sorgen will. Nun beginnt eine wilde Hatz, bei der Hades und Hercules versuchen, den Star in jeweils ihre Veranstaltung abzuschleppen - die dummerweise beide gleichzeitig stattfinden. Natürlich landet Orpheus am Ende auf dem Schulball. Hercules kann mit Superba tanzen, Icarus mit Kassandra - und am Ende taucht sogar Lästrygon auf, um Orpheus künftig bei seinen Tourneen zu helfen.



Fakten:

* Bei den Griechen war Lästrygon kein Monster, sondern der Stammvater der Laistrygonen in Afrika, bei denen Odysseus dann später ein Abenteuer erleben wird.
Der Sage nach gab Orpheus nicht auf einem Schulball sondern tatsächlich in der Unterwelt ein Konzert - siehe Episode 11.

* Schulbälle sind in den USA (anders als bei uns) ein wichtiges gesellschaft- liches Ereignis, für das die Jeans und T-Shirt gewohnten Schüler sich sogar in Anzug und Abendkleid werfen (genau wie im Film). Wer alleine hingehen muss oder (noch schlimmer!) in unattraktiver Begleitung, ist bei den Mitschülern unten durch.







41, Die Spartanische Armee

Original: Hercules and the Spartan Experience (ok)

Kritik:
Amüsante Parodie auf Armee-Filme. Viele Szenen erinnern an die in den USA und England populäre britische Komödie Carry on Sergant (Kopf hoch - Brust raus) (1958).

Inhalt:
Adonis muss die Grundausbildung bei der spartanischen Armee durchlaufen, um später einmal König werden zu können. Mal abgesehen davon, dass Adonis harte Arbeit hasst, ist er auch noch sehr ungeschickt, so dass er befürchtet, bei der Prüfung am Ende durchzufallen - und dann kann er nicht mehr König werden. Daher bittet er Hercules und Icarus darum, ihm beim Dienst zu helfen, was diese auch tun. Wider Erwarten macht Icarus der militärische Drill sogar Spaß. Kriegsgott Ares ist der Schutzpatron von Sparta. Er läßt bei der alljährlichen Begrüßung der Rekruten alle Soldaten ein Spottlied auf Boreas, den Gott der Stürme, singen, dem er das Land Sparta einst abgeluchst hat. Das ärgert Boreas so sehr, dass er Sparta im Sturm erobern will (Wortspiel!). Zum Glück hat Hercules eine Idee. Zusammen mit Icarus und Adonis kann er Boreas einfangen und Sparta retten. Ares ist hocherfreut - natürlich haben die drei damit ihre Prüfung bestanden. Adonis bekommt sogar noch ein Extra-Lob. Er hat zur Rettung der Stadt zwar keinen Finger krumm gemacht - aber genau dadurch hat er sich als guter Vorgesetzter erwiesen (der ja bekanntlich alles an Untergebene delegiert).



Fakten:

* Boreas war bei den alten Griechen tatsächlich der Gott der kalten Nordwinde.

* Der Hauptmann im Film heißt Agamemnon, ist aber nicht der berühmte Agamemnon. Durch den Namen erinnern die Filmemacher daran, dass die antiken Spartaner sich als Nachfahren von König Agamemnon sahen, der mit den Griechen in den Trojanischen Krieg zog (der aber inhaltlich erst NACH Hercules' Schulzeit beginnt). Die Figur im Film ist eine Parodie auf Sergeant Hartman aus dem berühmten Film Full Metal Jacket von Stanley Kubrick (1987).

* Die Kartoffeln, die im Film in der Kaserne geschält werden, kannten die alten Griechen natürlich noch nicht. Sie stammen aus Südamerika und wurden erst lange nach Kolumbus (1492) in Europa angebaut.

* Die gezeigte kleine Armbrust hingegen ist keineswegs eine Erfindung des Mittelalters - Auch die alten Griechen kannten seit dem 3. Jahrhundert vor Christus ganz ähnliche Waffen (das wäre dann allerdings auch lange NACH Hercules).

* Hercules zitiert im Film übrigens die Grundsätze der Hilfe zur Selbsthilfe, wie sie auch heute noch (z.B. bei der Entwicklungshilfe) zur Anwendung kommen.

* Der Slogan "Willkommen in Sparta - und jetzt verzieh dich wieder!" ist zwar nicht klassisch, wäre aber perfekt geeignet für moderne Fußabtreter (kleiner Tipp an die Disney-Merchandising-Abteilung - die machen ja sonst auch jeden Mist).







42, Die schräge Electra

Original: Hercules and the Complex Electra (ok)

Kritik:
Die Gags sind zwar dünn gesät, aber es ist generell immer amüsant, was Männer so alles machen, um Frauen zu gefallen. Die unterschiedlichen Charaktere der Schüler (aufsässig / desinteressiert / sehr engagiert) sind gut beobachtet. Optisch bekommen wir etwas mehr von Athen und der Prometheus-Schule zu sehen, die sonst in anderen Episoden nur kurz im Bild sind.

Inhalt:
Hercules will sich bei Electra einschmeicheln (wieder eine neue Liebschaft - siehe auch Episode 40). Dazu tut er so, als fände er ihre seltsamen Ideen und unkonventionellen Hobbies ganz toll - zumindest am Anfang. Doch als sie ein Gedicht schreibt, in dem sie über Helden lästert, reicht es ihm: Er gibt sich als Held (in Ausbildung) und Sohn des Zeus zu erkennen. Leider zeigt sich nun, dass Electra auch ungewöhnliche Haustiere hat: Die Furien (das sind Rachegöttinnen), die immer dann erscheinen, wenn Electra wütend wird. Da hat Hercules sich ganz schön was eingebrockt...



Fakten:

* Elektra war bei den alten Griechen die Tochter des Königs Agamemnon von Mykene. Ihr sind mehrere Theaterstücke gewidmet, u.a. von Sophokles und Euripides (beide um 413 vor Chr. uraufgeführt). In den Stücken tötet ihre Mutter König Agamemnon (als dieser siegreich vom Trojanischen Krieg heimkehrt), um ihren Liebhaber auf den Thron zu bringen. Elektra und ihr Bruder Orest üben daraufhin Rache für den Mord, indem sie ihrerseits die Mutter und den Liebhaber umbringen. Die Rachegöttinnen schließlich rächen diesen Mord - aber nur an Orest, Elektra verschonen sie (genau darauf spielt der Film an).

* Die Furien sind tatsächlich Rachegöttinnen - aber erst bei den Römern. Bei den Griechen hießen sie Erinnyen.




weitere Episoden:


Disney's Hercules (Episode 1 bis 19) und
Disney's Hercules (Episode 43 bis Ende)

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