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Leben und Leiden Jesu Christi

Originaltitel:Vie et la Passion de Jésus Christ, La
Premiere im Jahr:1905
Regie:Lucien Nonguet
Ferdinand Zecca
Handlung spielt im Jahr:30 nach Christus
Darsteller:Frau Moreau ... Maria
Herr Moreau ... Josef
Stand:16.01.2010
Filmgesellschaft:Pathé
Land:Frankreich
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- ok
- Film von besonderem Interesse

 

Bibelfilm, 44 Minuten
Stummfilm, schwarzweiß mit Handcolorierung



Um die Jahrhundertwende verschwand das Interesse der Zuschauer an den kurzen Filmchen, wie sie auf Jahrmärkten gezeigt wurden. Die Produzenten suchten nach neuen Absatzmärkten und Publikumsschichten und wagten sich an ambitioniertere Stoffe. Dafür benötigte man allerdings mehr Zeit - und so wurden die Filme länger und länger. Auf dem weiten Weg zur heute üblichen Spielfilmlänge und Erzählweise ist dieser Film eine interessante Zwischenstation.



Kurzinhalt:
Das Leben Jesu von der Geburt bis zur Auferstehung


ansehen:
* online unter: video.google.com
* auf DVD zusmmen mit From the Manger to the Cross (1912)




Fakten:


* 1902 hatte Pathé bereits eine kurze Version gedreht, die 1905 um weitere Szenen ergänzt wurde und erneut in die Kinos kam. Mit nunmehr fast 45 Minuten Länge war La Vie et la Passion de Jésus Christ damals der längste Film überhaupt.

* Der gängige Begriff Sandalenfilm trifft hier nicht zu: Trotz aufwändiger Kostüme sind fast alle Darsteller barfuß.

* Achten Sie auf die Dekoration in der 13ten Minute. Im Eingangsbereich von Josefs Werkstatt ist unübersehbar das Logo von Pathé an die Wand gemalt (ein Hahn) - eine frühe Form von Kopierschutz, damit fremde Verleiher nicht einfach den Vorspann abschneiden und den Film dann als den ihren ausgeben konnten.

* Szene 7, Die Flucht nach Ägypten hat einen interessanten Anfang: Um das Jesuskind steht ein Chor von Engeln, den man minutenlang musizieren und singen sieht - in einem Stummfilm!

* Interessant ist, dass dieser Film NICHT die Bergpredigt enthält, die Dreh- und Angelpunkt aller modernen Jesus-Filme ist, sondern die vergleichsweise unbekannte Episode, in der Jesus der Frau am Brunnen von Samaria begegnet.




Kritik:


Die Kulissen sind überwiegend professionelle, mit Sorgfalt und Liebe zum Detail gemalte Bühnendekorationen. Lebendige Licht- und Schatteneffenkte und dreidimensionale Versatzstücke erzeugen den Eindruck räumlicher Tiefe (wohingegen die meisten Filme dieser Zeit vor flachen Hintergünden inszeniert wurden). Gelegentlich kommen Schauspieler sogar aus der Tiefe des Raumes und gehen nach vorne neben der Kamera ab (wobei man aber leider sieht, wie klein das Studio in Wirklichkeit war - dennoch darf man sich so wie hier viele Toga Plays der Jahrhundertwende vorstellen, wo auf kleinen Bühnen große Massenszenen inszeniert wurden).

Wie damals üblich sind generell fast alle Szenen (bis auf zwei) in einem Stück als durchgefilmt, ohne Nahaufnahmen und Zwischenschnitte. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Kamera bisweilen bewegt: Sie schwenkt mit den Hauptdarstellern mit. Diese gestikulieren nicht wild herum, wie in anderen Stummfilmen, sondern spielen vornehm zurückhaltend.

Auch setzte man ein paar einfache, aber wirkungsvolle Spezialeffekte ein (die Engel treten nicht auf, sie werden eingeblendet, als Jesus übers Wasser geht, ist er nachträglich in die Aufnahme einer Wasseroberfläche einkopiert), was diesen Film um Klassen besser als seine Altersgenossen macht.

Insgesamt wirkt die Super-Produktion von einst heute so aufgeräumt und distanziert wie ein animiertes Heiligenbild. Sie reduziert die Heilsgeschichte auf Szenen mit Schauwert (wie es nachfolgende Bibelfilme übrigens auch tun werden). Die Botschaft bleibt völlig auf der Strecke: Nicht bibelfeste Zuschauer werden manche Szenen überhaupt nicht verstehen. Und doch ist der liebevoll gemachte Film überraschend kurzweilig und bisweilen sogar anrührend.





ausführliche Inhaltsangabe


SPOILER-Warnung

Der Film ist in folgende Kapitel (jeweils mit einem Zwischentitel) unterteilt:

1, Verkündigung - ein Engel erscheint Maria.

2, Maria und Josef kommen in Bethlehem an. Es herrscht Hochbetrieb (kein Wunder - es ist Weihnachten), und sie finden keinen Schlafplatz.

3, Den Hirten auf dem Felde verkünden die Engel große Freude

4, Die Heiligen drei Könige folgen dem Stern zu Bethlehem.

5, Geburt und Anbetung des Heiland (durch die Heiligen drei Könige, die Heilige Familie, das Personal der Könige, die Hirten und diverse Tiere - das Gerdrängel in dieser Szene stellt jede Weihnachtskrippe in den Schatten)

6, Der Kindsmord zu Bethlehem (Herodes fürchtet einen neuen König und lässt jedes Neugeborene töten).

7, Die Flucht nach Ägypten (die Szene mit dem stumm musizierenden Chor von Engeln)

8, Die Heilige Familie in Nazareth - Jesus ist herangewachsen und hilft seinem Vater bei der Arbeit (in dieser Szene ist der oben erwähnte Kopierschutz zu sehen).

9, Jesus diskutiert im Tempel mit den Schriftgelehrten.

10, Johannes tauft Jesus.

11, Die Hochzeit zu Kanaan

12, Maria Magdalena wirft sich Jesus Christus zu Füßen.

13, Die Frau am Brunnen von Samaria

14, Ein paar Wunderheilungen: Ein Blinder kann sehen, ein Krüppel kann wieder laufen, Jaïrus' Tochter wird wieder gesund (wie Jesus in dieser Szene so zwischendurch ein paar Leute heilt, wirkt unfreiwillig komisch).

15, Christus geht auf dem Wasser.

16, Jesus sorgt für einen guten Fischfang.

17, Die Auferweckung des Lazarus

18, Jesus erhält seinen göttlichen Auftrag.

19, Einzug in Jerusalem

20, Jesus jagt die Händler aus dem Tempel.

21, Das letzte Abendmahl

22, Der Judas-Kuss und Jesu Verhaftung

23, Jesus vor Kaiphas

24, Petrus verleugnet Christus (ehe der Hahn drei Mal kräht).

25, Jesus vor Pilatus

26, Geißelung und Dornenkrone

27, Ecce Homo - Jesus wird zur Kreuzigung geführt (hier gibt es eine Nahaufnahme des leidenden Jesus).

28, Jesus bricht unter der Last des Kreuzes zusammen (hier gibt es eine Nahaufnahme des Schweißtuches, das sein Gesicht zeigt).

29, Auf dem Kalvarienberg

30, Jesus wird gekreuzigt.

31, Jesu' Tod

32, Jesus wird vom Kreuz genommen und ins Grab gelegt.

33, Die Auferstehung

34, Jesus fährt zum Himmel - und nimmt Platz zur Rechten Gottes.

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