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Pontius Pilatus / Statthalter des Grauens

Originaltitel:Ponzio Pilato
Premiere im Jahr:1962
Regie:Irving Rapper
Gian Paolo Callegari
Handlung spielt im Jahr:30 nach Christus
Kultur:Römer
Darsteller:Jean Marais ... Pontius Pilatus

Jeanne Crain ... Claudia Procula, seine Frau

Basil Rathbone ... Hohepriester Kaiphas

John Drew Barrymore ... Jesus Christus / Judas

Laeticia Roman ... Sarah

Massimo Serato ... Nikodemus

Livio Lorenzon ... Barabbas, ein Widerstandskämpfer

Carlo Giustini ... Decius

Dante DiPaolo ... Simon

Paul Müller ... Mehlik

Alfredo Varelli ... Josef von Arimathäa

Charles Borromel ... Kaiser Caligula

Stand:19. Januar 2010
Crew:Drehbuch ... Oreste Biancoli, Gian Paolo Callegari, Gino De Santis, Guy Elmes, Ivo Perilli, Guglielmo Santangelo

Produzent ... Enzo Merolle

Kamera (Cinematography) ... Massimo Dallamano

Filmschnitt (Film Editing) ... Renzo Lucidi, Friedrich Müller

Art Direction ... Ugo Pericoli

Musik ... A. Francesco Lavagnino

Filmgesellschaft:Glomer Film
Lux France
Land:Italien + Frankreich
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Bewertung:
Max. 5 Sterne
- ok

 

Monumentalfilm, 100 Minuten


Kurzinhalt

Pilatus wird Statthalter in Judäa - keine leichte Aufgabe: die Juden wollen kein Geld für den Bau einer dringend benötigten Wasserleitung rausrücken - und dann wimmelt es da auch noch von Aufrührern (unter anderem ein gewisser Jesus).


Kritik

Eine kurzweilige Geschichte, beeindruckende Kulissen, viele internationale Stars, gut inszenierte Massenszenen – der Film kann seinen amerikanischen Kollegen durchaus das Wasser reichen.

Plus: Der Pilatus in diesem Film ist nicht grausam. Er versucht nur, in schwierigen Zeiten seine Pflicht zu tun. Da gehört das Kreuzigen nunmal dazu. Das ist als Gesamtaussage zwar wenig, aber immerhin nicht uninteressant.

Der Film bemüht sich um ein differenziertes Bild der einzelnen Personen und ihrer Motive. Die Rollen von Gut und Böse sind daher nicht eindeutig. Ein Beispiel: Die Kreuzigung wird aus RÖMISCHER Sicht erzählt. Das ist ein ziemlich ungewöhnlicher und interessanter Standpunkt.

Optische Höhepunkte sind die Naumachie (eine in einem Wasserbecken zur Unterhaltung inszenierte Seeschlacht) und der Bau des Aquäduktes. Beides sind interessante Szenen, die es in anderen Monumentalfilmen nicht gibt.

Minus: Der Inszenierung mangelt es manchmal an Tempo.
Alle Personen in diesem Film handeln tatkräftig und verfolgen ihre Ziele - aber die Hauptperson Pilatus bleibt überraschenderweise sehr eindimensional und treibt die Ereignisse nur unwesentlich voran. Daher hat der Film insgesamt leider keine tiefere oder andere Aussage als die vielen anderen Jesus-Filme.




Fakten:

* Einige Kulissen sind aus Ben Hur (1959).

* 1961 wurde überraschend eine Inschrift ausgegraben, die Caesarea als die Residenz des Pontius Pilatus bezeichnet. Das lenkte das Interesse der Öffentlichkeit auf den berühmten Statthalter.

* Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, ob es sich bei der Sonnenfinsternis am Ende des Filmes um eine echte oder um einen Spezialeffekt handelt. Vielleicht ist es dieselbe, die auch für Barabbas abgefilmt wurde (am 15. Februar 1961 in der Toskana).




ausführliche Inhaltsangabe:

SPOILER Warnung!

Pontius Pilatus steht in Rom vor dem Senat und Kaiser Caligula, um über seine Amtsführung Rechenschaft abzulegen. Doch er schweigt.
Stattdessen sehen wir eine Rückblende von seinem feierlichen Amtsantritt in Jerusalem. Attentäter, darunter Barabbas, schießen auf ihn, es kommt zu Tumulten. Pilatus jedoch bleibt besonnen und versucht, die Situation zu deeskalieren. Einer der Attentäter kann immerhin verhaftet werden.

In seinem Palast erstatten die Offiziere Bericht, dass die Attentäter von jemandem geschützt werden, sonst könnten sie nicht immer wie vom Erdboden verschluckt verschwinden. Pilatus erfährt auch, dass ein Prediger namens Jesus den Unwillen des Herodes erregt. Herodes traut sich jedoch nicht, ihn zu töten. Der Tod von Johannes dem Täufer hat schon für zu viel öffentliche Unruhe gesorgt.

Um die bettelarme Provinz Samaritea zu bewässern lässt Pilatus nach dem Hohen Rat senden, um mit ihm zusammen eine Wasserleitung zu bauen. Doch der Hohe Rat will die Tempelsteuer dafür nicht ausgeben: Das Geld gehört nur Gott. In Wirklichkeit unterstützen sie prinzipiell keine Maßnahmen, die die Römer populär machen könnten (aber das sagen sie natürlich nicht). Um abzulenken erzählen sie Pilatus lieber, dass es einen Geschäftsmann in Jerusalem gibt, der den Juden weißmacht, römisches Geld und damit gebaute Einrichtungen seien des Teufels – so dass er ihnen sein Geld zu hohem Wucherzins verleihen kann. Pilatus will diesen Mann verhaften lassen – aber er hat sein Haus verlassen und sich versteckt. In einer kurzen Einstellung erkennen wir in ihm den Auftraggeber der Attentäter. Da er nicht da ist, nehmen die Römer seine Tochter Sarah fest.

Am Geburtstag des Kaisers Tiberius lässt Pilatus eine Naumachie veranstalten. Er hat einen See ausheben lassen, auf dem drei Miniaturschiffe mit Gefangenen gegeneinander kämpfen. Die Sieger werden freigelassen. Die Verlierer fressen die Krokodile im See. Unter den Gefangenen ist auch der verhaftete Attentäter von Pilatus' Ankunft. Er hat Glück: Er gehört zu der siegreichen Mannschaft.

Bei Pilatus erscheint ein Gesandter des Kaisers. Er kann sich selbst von der Popularität der Wasserleitung beim notleidenden Volk überzeugen und ist zufrieden.
Pilatus lässt Sarah aus dem Gefängnis. Sie darf sich frei im Palast bewegen, damit sie sieht, dass Pilatus hier nichts gegen die Juden im Schilde führt (und in der Hoffnung, dass sie die Römer zu ihrem Vater führne wird).

Der Bau der Wasserleitung beginnt und wird auf drei Jahre veranschlagt. Pilatus schont die Arbeitskräfte und versorgt sie gut. Sarah ist beeindruckt von der Anstrengung, die Pilatus für ihr Volk unternimmt. Da der teure Bau nur aus römischen Mitteln nicht zu bestreiten ist, lässt Pilatus nun die Tempelsteuer mit Gewalt beschlagnahmen. Er fühlt sich im Recht, denn er verwendet das Geld des Volkes zum Wohle des Volkes. Derweil kommen seine Frau Claudia und sein Sohn Marcus in Jerusalem an. Sarah wird eifersüchtig.

Kaiphas stattet Pilatus einen Besuch auf der Baustelle ab und beklagt sich über die Beschlagnahmung seines Geldes. Er gibt eine Kostprobe seiner Macht: Die Arbeiter legen bei seinem Anblick alle die Arbeit nieder. Zornig treibt Pilatus die Leute mit Gewalt wieder an die Arbeit. Kaiphas grinst: Pilatus macht sich unbeliebt.

Claudia erhohlt sich von der langen Anreise auf dem Land. Sie spürt, dass Sarah sich zwischen sie und Pilatus drängt, und will am liebsten mit der ganzen Familie zurück nach Rom. Zufällig bekommt sie bei ihrem Aufenthalt die Bergpredigt mit. Judas verwickelt sie in ein Gespräch, das sie zum Christentum bekehrt. Sie sehnt sich nach einem neuen Sinn im Leben – und sie will nicht hassen, sondern vergeben können.

Pilatus ändert seine Taktik: Er schickt Sarah fort – und begnadigt ihren Vater. Ein geschickter Trick, um sie und ihre Anhänger für sich einzunehmen. Der Vater ist bei dem Gedanken, dass sie Pilatus' Geliebte war, nicht gerade begeistert und will Rache. Sie ist entsetzt: Er will einen Mann strafen, der ihm seinerseits schon vergeben hat!
Seine Anhänger sorgen derweil für eine allgemeine Inflation, in dem sie die römische Währung aufkaufen und so ihren Wert künstlich hochtreiben.

Der Hohe Rat entscheidet, Pilatus mit Gewalt an der weiteren Beschlagnahme seiner Gelder zu hindern. Dazu wollen sie Barabbas engagieren. Kaiphas und Nikodemus sind entsetzt. Nikodemus spricht für Pilatus, Kaiphas für die Zehn Gebote – und doch ist die Mehrheit dafür, im Namen Gottes Blut zu vergießen.
Schon in der nächsten Szene tötet Barabbas die römischen Soldaten und nimmt die Tempelsteuer an sich. Pilatus ahnt, dass der Hohe Rat dahintersteckt, und lässt römische Adler am Tempel in Jerusalem anbringen, als Zeichen dafür, wer hier die Macht hat. Das Volk ist empört. Kaiphas sucht Pilatus auf – und droht. Er erinnert daran, dass Tiberius den Juden die freie Ausübung der Religion gewährt hat. Er wird sich beim Kaiser selbst beschweren, wenn die Adler nicht vom Tempel verschwinden. Pilatus weiß, dass er bei Tiberius die besseren Karten hat, aber er nimmt die Adler trotzdem weg. Dies gibt ihm Sympathien beim Volk.

Judas sucht Kaiphas auf und verrät seinen Herrn. Kaiphas lässt Jesus Christus daraufhin verhaften und beschuldigt ihn, sich zum Sohn Gottes und zum König der Juden gemacht zu haben. Geschickt argumentiert er, Pilatus müsse ihn verurteilen, denn nur Tiberius ist der König der Juden. Pilatus ist nicht restlos überzeugt. Aber am Festtag darf ja ein Gefangener freigelassen werden. Soll das Volk entscheiden. Claudia spricht für Jesus. Sarahs Vater aber stachelt das Volk gegen Jesus auf - und so wird Barabbas freigelassen und Jesus verurteilt. Kaiphas wird nachdenklich: Bei Jesu Ankunft rief das Volk noch: Hosianna, jetzt ruft es: Kreuzigt ihn!
Als das Kreuz aufgerichtet wird, verfinstert sich die Sonne, und die Erde bebt. Häuser stürzen ein, die Menschen fliehen in Panik. Pilatus sucht in den Trümmern seines Hauses nach seiner Familie. Doch seine Frau und sein Sohn sind tot (das überzeugt ihn wohl, dass Jesus Christus der Sohn des einen Gottes war - aber das wird im Film nicht gesagt).

Die Rückblende endet. Pilatus ist wieder im Senat und outet sich als Christ.

Ende



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