Translator
Cleopatra
Caligula
Hercules
Jason und die Argonauten
Spartacus
Ben Hur
Die zehn Gebote
Quo Vadis
Troja
Gladiator
ROM
The Fall of the Roman Empire
Kampf um Rom
Asterix und Kleopatra
Intolerance
Das Leben des Brian
Die letzten Tage von Pompeji
Karthago in Flammen
Bibliothek der Sachgeschichten
Das alte Rom
Maciste Sohn des Herkules
Barabbas
The Arena
Die letzte Legion
Imperium
Lysistrata
Die Rache des Herkules
Attila der Hunne
Held der Gladiatoren
Augustus
Troja Mythos oder Realität
Dia alten Ägypter
Pompeji der letzte Tag
Colosseum Arena des Todes
Die Pyramide

Ansicht wählen:
Name - Cover Übersicht

Attila, die Geißel Gottes

Originaltitel:Attila, flagello di dio
Premiere im Jahr:1954
Regie:Pietro Francisci
Handlung spielt im Jahr:450 nach Christus
Darsteller:Anthony Quinn ... Attila

Ettore Manni ... Bleda, sein Bruder

Eduardo Ciannelli ... Onegesius, sein Berater

Henri Vidal ... Aetius, römischer Feldherr

Claude Laydu ... Valentinian, römischer Kaiser

Colette Régis ... Galla Placidia, seine Mutter

Sophia Loren ... Honoria, seine Schwester, Attilas Geliebte

Irene Papas ... Grune, Wahrsagerin und Attilas Geliebte

Mimmo Palmara ... Krieger

Stand:18.12.2009
Crew:Drehbuch ... Ennio De Concini, Richard C. Sarafian, Primo Zeglio

Produzenten ... Dino De Laurentiis, Carlo Ponti

Kamera ... Aldo Tonti

Schnitt ... Leo Cattozzo, Helene Turner

Art Direction... Flavio Mogherini

Kostüme ... Veniero Colasanti, Esther Scott

Musik ... Raoul Kraushaar, Enzo Masetti

Filmgesellschaft:Lux Italia
Ponti-DeLaurentiis
Lux France
Land:Italien + Frankreich
Attila, die Geißel Gottes bei Amazon
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- hat Schwächen

 

Historienfilm, 100 Minuten
deutsche Version: 74 Minuten

Fortsetzung: Die Rache der Gladiatoren (1964)



Kurzinhalt:
SPOILER Warnung!


450 nach Christus: Hunnen-König Bleda will einen Nichtangriffspakt mit den Römern schließen (als Aetius zu Friedensverhandlungen im Lager der Hunnen ist, sagt Attila einen bemerkenswerten Trinkspruch: "Ich hebe mein Glas und wünsche den Römern dasselbe, was sie uns wünschen..."). Bledas Bruder Attila ist gegen einen Kompromiss-Frieden: Er will die römische Armee vernichtend schlagen und der neue Herrscher über die Reichsgebiete werden. Da diese Meinungsverschiedenheit auch die Hunnen in zwei Lager teilt, tötet Attila seinen Bruder bei einem Jagdausflug. Nun ist die Einigkeit wieder hergestellt, und man erobert Italien - bis Rom. Überraschend schließt sich ihnen Prinzessin Honoria an, wird aber bei den Kämpfen getötet (genau wie vor ihr Aetius und Attilas Sohn).
Nachdem eine Reihe von Klischees abgearbeitet worden sind (dekadente und listige Römer, ehrliche aber grausame Hunnen und dergleichen mehr) reitet im Jahre 452 schließlich Papst Leo den Hunnen am Tiber entgegen. Er überzeugt Attila, nicht länger den Weg der Gewalt zu gehen - und tatsächlich: Attila kehrt um. Am Himmel erscheint ein Kreuz (was fast schon unfreiwillig komisch ist).




Kritik:

Minus: Es passiert nicht viel. Die Hunnen reiten ein wenig in der Gegend herum. Dann kommt Papst Leo und schickt sie nach Hause - das war's. Vielleicht ist das die "geheime Macht" der Römer, von der im Film die Rede ist: tödliche Langeweile. Die andere Geheimwaffe (der Riesenbusen der Loren) wird sehr effektvoll zur Schau gestellt. Aber auch die Loren kann den Film nicht retten, da die Personen schlichtweg nichts zu tun haben (außer in der Gegend herumstehen und sich gegenseitig Vorwürfe zu machen).

Plus: Die detailverliebten römischen Innendekorationen sind äußerst luxuriös (wenn auch nur wenig authentisch - sie ähneln dem Bild, das man sich in der Renaissance vom alten Rom machte).





Fakten zum Film:

* 50er Jahre at it's best: Die Dialoge (insbesondere am Anfang) zeigen die allgemeine Angst vor neuen Kriegen (der Weltkrieg war noch keine 10 Jahre vorbei). Die Römer werden explizit als westliches Kulturvolk dargestellt werden - die Hunnen sind in diesem Film ein kulturloser Haufen blutrünstiger Barbaren aus dem Osten (mit einer Art Stalin-Karikatur an der Spitze)?

* Carlo Ponti und die Loren hatten damals ein Verhältnis. 1957 heirateten sie - und blieben zusammen bis zu seinem Tod 2007.

* Zusammen mit De Laurentiis hatte er zuvor den Erfolgsfilm Die Fahrten des Odysseus (1954) in die Kinos gebracht. Nachdem Attila... floppte, wandte Ponti sich anderen Themen zu, De Laurentiis hingegen blieb dem Genre treu und drehte noch Barabbas (1961), Macistes größtes Abenteuer (1964), Die Bibel (1966) und die Fernsehserie Die Odyssee (1968).

* Beachten Sie bitte, wie die Augen von Irene Papas leuchten, als Anthony Quinn gleich am Anfang des Filmes das Hemd auszieht und etwas nackte Haut zeigt...

Historische Fakten:
* Ob die Begegnung Attilas mit Papst Leo überhaupt stattgefunden hat, ist umstritten. Anders als im Film war Aetius nämlich nicht im Kampf mit Attila gefallen, sondern hatte ganz im Gegenteil die Kampfkraft der Hunnen im Laufe der Jahre entscheidend geschwächt. Für weitere Eroberungen waren die Hunnen inzwischen schlicht zu schwach - und zogen ab. Nach zeitgenössischen Berichten herrschten an Attilas Hof deutlich kultiviertere Sitten als im Film gezeigt. Es gab sogar ein Badehaus nach römischem Vorbild. Attila starb 453 - nicht im Kampf, sondern im Ehebett.

* Galla Placidia war auch in Wirklichkeit die Mutter von Kaiser Valentinian III und römische Regentin (allerdings nur bis 437. Also lange vor der Zeit, in der dieser Film spielt). 414/15 war sie (wie im Film erwähnt) mit dem Gotenkönig Athaulf verheiratet. Sie starb (wie im Film) im Jahre 450.

* Honoria war tatsächlich ihre Tochter, kam aber erst 417 zur Welt - Athaulf kann also nicht der Vater gewesen sein. Sie starb 455, also lange nach Papst Leos "flammender" Rede und Attilas Tod (und nicht kurz vorher). Sie hat Attila (wie im Film) die Ehe angeboten - zu seinem Hofstaat gehörte sie nicht. Die beiden sind sich vermutlich nicht einmal persönlich begegnet.

* Feldherr Aetius war seit den 430er Jahren zum mächtigsten Mann nach dem Kaiser aufgestiegen, da er (wie im Film) die wichtigen Bündnisse mit den Barbarenstämmen aushandelte. Zum Vorteil Roms und auch zu seinem eigenen - denn diese Völker fühlten sich nun vor allem der Person Aetius verpflichtet und weniger dem fernen Rom. Mit Hilfe seiner Verbündeten vernichtete Aetius 436 u.a. das Burgunderreich bei Worms – der historische Kern der Nibelungensage. Eine solche Machtfülle hätte dem Kaiser gefährlich werden können. Nach Attilas Tod glaubte Valentinian, die Hunnen seien keine Gefahr mehr und man könne auf Aetius verzichten. 454 brachte der Kaiser ihn eigenhändig um.

* Kaiser Valentinian III schließlich residierte in Ravenna und floh (wie im Film) vor Attila nach Rom. Seine Regierung war gekennzeichnet vom Zerfall des Römischen Reiches, denn immer mehr Provinzen sagten sich los und wurden eigenständige Reiche. Dennoch regierte er 31 (!) Jahre lang (eine der längsten Regierungszeiten eines römischen Kaisers überhaupt). Er kann also nicht so schwach und ungeschickt gewesen sein, wie er im Film dargestellt wird. Sein größter Fehler war die Ermordung von Aetius - denn 455 wurde er selbst von Anhängern des Aetius ermordet.

myTreasures Plugin (v2.2.5) by Marcus Jäntsch