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Fellinis Satyricon

Originaltitel:Fellini-Satyricon
Premiere im Jahr:1969
Regie:Federico Fellini
Handlung spielt im Jahr:62 nach Christus
Darsteller:Martin Potter ... Encolpius

Hiram Keller ... Askyltos

Max Born ... Giton

Salvo Randone ... Eumolphus, ein Dichter

Il Moro ... Trimalchio, ein reicher Freigelassener

Magali Noel ... Fortunata

Capucine ... Tryphaena

Alain Cuny ... Lichas, ein Pirat

Luigi Fanfulla ... Vernacchio, Leiter der Schauspieltruppe

Danika La Loggia ... Scintilla

Giuseppe Sanvitale ... Abina

Hylette Adolphe ... Sex-Sklavin

Tanya Lopert ... Kaiser

Gordon Mitchell ... Räuber

Lucia Bosé, Joseph Wheeler ... Paar, das Selbstmord begeht

Marcello di Falco ... Prokonsul

Luigi Montefiori ... Minotaurus

Elisa Mainardi ... Ariane, Porno-Darstellerin

Donyale Luna ... Enotea, Priesterin im Garten der Lüste

Carlo Giordana ... Kapitän

Alberto Bonucci ... Richter

Paquale Baldassare ... Hermaphrodit

Stand:20.12.2009
Crew:Drehbuch ... Federico Fellini, Bernardino Zapponi, Brunello Rondi, nach dem Roman des Petronius Arbiter (um 65 nach Christus)

Produzent ... Alberto Grimaldi

Kamera (Cinematography) ... Giuseppe Rotunno

Schnitt (Film Editing) ... Ruggero Mastroianni, Enzo Ocone

Art Direction + Kostüme ... Danilo Donati

Musik ... Nino Rota, Ilhan Mimaroglu, Tod Dockstader, Andrew Rudin

Studio ... Cinecittà, Rom

Produkionszeit ... 9. November 1968 bis 23. Mai '69

Filmgesellschaft:Produzioni Europee Associate (P.E.A.), Rom
Les Productions Artistes Associés, Paris
Land:Italien + Frankreich
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- unbedingt ansehen!
- Film von besonderem Interesse

 

Monumentalfilm, 136 Minuten


Kurzinhalt:
Eine komplizierte Odyssee führt ein schwules Paar an düstere und kuriose Schauplätze. Sie werden Zeugen von Selbstmorden, Morden, Orgien und religiösen Zeremonien. Der Roman von Petronius ist vermutlich ein Spiegel von Rom unter Nero.



Kritik:
Sehenswerter Totentanz der römischen Dekadenz. Manchmal prickelnd, manchmal grausig - aber immer faszinierend.





Fakten:

* Schriftsteller Titus Petronius Arbiter ist in jedem Quo Vadis-Film eine der Hauptrollen - und oft macht man da auch Anspielungen auf sein Buch Satyricon. Er war ein Berater am Hof von Nero (und u.a. auch für Fragen des guten Geschmacks zuständig). Sein Roman hat sich nur noch in Teilen erhalten, so dass der genaue Titel und die genaue Handlung unklar sind - und natürlich auch die Bedeutung.

* In Japan lief dieser Film in einem Kino vier Jahre lang.

* Zeitgleich entstand eine sexuell (noch) freizügigere Konkurrenz-Verfilmung des Stoffes (Die Degenerierten, 1968).






ausführliche Inhaltsangabe:
SPOILER Warnung!


Viele Episoden stehen nahezu unverbunden nebeneinander (was auch formal der Vorlage entspricht, von der nur einzelne Fragmente die Jahrhunderte überdauert haben):

Askyltos und Encolpius sind beide in den schönen Giton verliebt. Schließlich entführt und verkauft Askyltos den Jungen. Encolpius erfährt in den Thermen, dass der Schauspieler Vernacchio der neue Besitzer von Giton ist.
Während einer Vorstellung im Theater entwedet Encolpius den Jungen und flüchtet mit ihm in einen Palast.
Da treffen sie wieder auf Askyltos. Überraschend entscheidet sich Giton nun gegen seinen Befreier und für Askyltos. Encolpius will daraufhin Selbstmord begehen - wird aber durch ein Erdbeben daran gehindert, das den Palast zerstört.

Encolpius begegnet dem Dichter Eumolphus, der auf dem Weg zum Festmahl des reichen Freigelassenen Trimalchio ist. Auf dieser Feier wird Eumolphus aus Spaß ausgepeitscht. Danach zeigt Trimalchio seinen Gästen sein Grabmal.

An einem Strand wird Encolpius von dem Piraten Lichas gefangen genommen und zur Insel des Kaisers gebracht. Auf dem Schiff begegnet er Giton und Askyltos wieder. Giton wird zum Sex mit einem Mädchen gezwungen, Encolpius muss mit Lichas kämpfen. Lichas besiegt ihn - und macht ihn zu seinem Bräutigam. Doch dann fällt der Kaiser einer Revolution zum Opfer, bei der auch Lichas enthauptet wird.

Encolpius und Askyltos landen in einer Villa, in der sich ein adeliges Ehepaar gerade das Leben nimmt. Die beiden Jungs nutzen das Haus, um ungestört mit einer Sklavin Spaß zu haben.

In einem Tempel ermorden sie dann den Priester und entführen die Inkarnation des Halbgottes, einen Hermaphrodien, der die Zukunft voraussagen kann. Doch auf der Flucht stirbt dieser.
Encolpius wird von Soldaten gefangen genommen und muss gegen einen als Minotaurus verkleideten Gladiator kämpfen. Unter den Zuschauern sind auch Askyltos und Eumolphus. Encolpius wird besiegt und muss nun seine Männlichkeit beim Sex mit Ariane beweisen. Da er seinen Mann nicht stehen kann, wird er von den Zuschauern ausgelacht.
Eumolphus will ihm helfen und bringt ihn in den Garten der Lüste. Doch auch die Bemühungen der dortigen Mädchen bringen Encolpius nicht auf Touren. Zum Glück kann Enotea, eine Priesterin der Fruchtbarkeit, Abhilfe verschaffen. Für Askyltos ist das alles zu viel - er ringt mit dem Tode und rühmt noch im Sterben seine Manneskraft.

Auch der Dichter Eumolphus ist tot. In seinem Testament hat er verfügt, dass nur die erben können, die seine Leiche verspeisen (dass es gar nichts zu erben gibt, hat er listig verschwiegen). Encolpius geht an Bord des Schiffes des Verstorbenen, auf dem sich auch die Trauergesellschaft versammelt hat. Während es ablegt, verblassen die römischen Wandmalerien an den Wänden der Ruinen am Strand. Encolpius wendet sich dem Zuschauer zu und beginnt, eine Geschichte zu erzählen - die mitten im Satz abrupt durch den Abspann beendet wird.

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