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Androkles und der Löwe

Originaltitel:Androcles and the Lion
Premiere im Jahr:1952
Regie:Chester Erskine
Handlung spielt im Jahr:166 n.Chr
Darsteller:Alan Young ... Androkles, Schneider
Jean Simmons ... Lavinia, Christin
Victor Mature ... Hauptmann
Robert Newton ... Ferrovius, ein bärenstarker Christ
Maurice Evans ... Kaiser Antonius
Elsa Lanchester ... Androkles' Frau
Stand:24.11.2009
Crew:Produktion ... Gabriel Pascal
Drehbuch ... Chester Erskine, Ken Englund nach George Bernard Shaw (zu sehen als Portraitbüste im Vorspann)
Kamera ... Harry Stradling
Schnitt ... Roland Gross
Musik ... Friedrich Holländer
Art Direction ... Harry Horner, Albert S. D'Agostino, Charles F. Pyke
Kostüme ... Emile Santiago
Filmgesellschaft:RKO
Land:USA
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- guter Film

 

98 Minuten, Schwarzweiß

Kurzinhalt K
urz gesagt: Erst rettet Androkles einen Löwen, dann rettet der Löwe Androkles. In Syracus zieht der tierliebe Schneider Androkles einem Löwen einen Dorn aus der Pfote - um kurz darauf als Christ verhaftet und zum Tod in der Arena verurteilt zu werden. Doch der Weg zum Kolosseum in Rom ist weit. Da kann noch viel passieren. Was, das erzählt dieser Film.

Kritik
Eine Perle gepflegter Unterhaltung und feinsinnigen Humors - bei uns zu Unrecht fast völlig unbekannt. Das Tempo der Inszenierung wirkt auf heutige Augen zwar etwas betulich, verleiht dem Spiel aber auch eine gewisse Würde. Die Dekorationen sind monumental, phantasievoll und üppig, gelegentlich leicht dem damaligen Zeitgeschmack angepasst, aber trotzdem glaubwürdig und einer Komödie angemessen. Teile der Kostüme sehen aus, als hätte man sie direkt bei Quo Vadis ausgeliehen, auch scheinen viele Arena-Szenen aus anderen Filmen entnommen worden zu sein (vielleicht sogar Stummfilmen). Man sieht übrigens deutlich, dass der Löwe in der Arena an einem langen Seil sicher um Androkles herum geführt wird - das sorgt nicht gerade für atemlose Spannung.

Die Musik betont jeden Gag so sehr, als sei man in einem Zeichentrickfilm - eigentlich ganz überflüssig, denn das haben Shaws geistreiche und pointierte Dialoge gar nicht nötig. Insgesamt ein altmodischer, aber sehr kurzweiliger Monumentalfilm.

Fakten:
Wie im Film richtig gesagt, wütete um 166 nach Christus die Pest in Rom, was tatsächlich zu den schwersten Christenverfolgungen seit Nero führte - und das ausgerechnet unter dem Philosophen-Kaiser Marc Aurel. Im Privatleben konnten Christen ihre Religion zwar ungestört praktizieren - in der Öffentlichkeit hatten sie jedoch den Staatsgöttern zu opfern, erst recht in Krisenzeiten. Die ziemlich große Christengemeinde und der zwischen Nachsicht und Verfolgung schwankende Kaiser würden aber eher zu der Regierungszeit der Kaiser Valerian und Macrianus passen - aber das war 261 n. Chr, 100 Jahre später.
Androkles hat möglicherweise tatsächlich gelebt. Seine Geschichte wird seit dem 2. Jahrhundert als wahre Begebenheit überliefert. Angeblich war er der entflohene Sklave (und kein Christ) des Prokonsuls der Provinz Africa, der sich in einer Höhle bei einem Löwen versteckte. Als er nach 3 Jahren verhaftet und in Rom zum Tod in der Arena verurteilt wurde, traf er da seinen Mitbewohner aus der Höhle wieder - und wurde begnadigt.
Mehrere Kaiser hatten den Zunamen Antonius - jedoch keiner, der durch Christenverfolgungen aufgefallen wäre. Hier irrte der Dichter.
Und auch da irrte Shaw: Syracus liegt in Sizilien. Um nach Rom zu kommen, muss die gemischte Gruppe also mit dem Schiff übers Meer - im Film sind die Leute aber nur an Land zu sehen.

Friedrich Holländer ist der Komponist der berühmten Marlene-Dietrich-Liedes "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt"

Ausführliche Inhaltsangabe:
Syracus 161 n Chr: Unter Kaiser Antonius werden Christen verfolgt. Da der kleine Schneider Androkles mit A anfängt, vermutet seine Frau nicht zu Unrecht, dass er als einer der Ersten in die Arena geworfen wird. Bürokraten gehen ja gerne alphabetisch vor. Sie schnüren also ihr Bündel und verlassen die Stadt. Doch in der Wildnis begegnet ihnen ein wilder Löwe. Während seine Frau ohnmächtig wird, bemerkt Androkles, dass der Löwe nur deshalb so wild ist, weil er einen Dorn in der Pfote hat. Er zieht den Dorn. Während Andi mit dem Löwen spricht, erwischen ihn die Legionäre, die schon nach ihm suchen. Seine Frau bemerkt die Soldaten rechtzeitig und flieht.

In Ostia gibt sich die Römerin Lavinia unterdessen als Christin zu erkennen und versorgt eine Gruppe gefangener Christen aus Syracus, die hier auf dem Weg nach Rom Rast machen. So erregt sie die Aufmerksamkeit des Hauptmannes. In der Gruppe ist auch Androkles. Die Geschichte mit dem Löwen hat sich herumgesprochen - nun halten ihn alle füe einen Zauberer. Der Hauptmann gibt Anweisung, dass die Christen zum Kolosseum gebracht werden sollen, wo zur Zeit große Nachfrage nach Christen besteht.

Unterwegs machen sie Rast, und Lavinia kümmert sich um ihre müden Bewacher, während Androcles deren Rocksäume näht. Als die Christen auch noch "Vorwärts Christliche Sodaten" singen, sinkt die Moral der Legionäre derart, dass der Hauptmann anordnet, den Text durch "Werfet uns den Lowen vor" zu ersetzen. Die Christen haben ihren Spaß an diesem Befehl, was die Moral der Römer noch weiter untergräbt.
An anderer Stelle hat ein Wagen einen Soldaten eingeklemmt. Ferovius, ein bärenstarker Christ aus Ostia, der für seine große Zahl bekehrter Römer berühmt ist, rettet ihn. Dies nimmt die Soldaten für die Christen ein. Auch dem Hauptmann wird bei Lavinia ganz warm ums Herz.
So beginnt er eines Nachts, sie davon zu überzeugen, den Göttern zu opfern, um ihr Leben zu retten. Doch sie glaubt an die Reinheit der Seele und das Leben nach dem Tod. Das kann sie nicht aufgeben.

Endlich in Rom angekommen, provoziert ein Patrizier den starken Ferovius. Er ohrfeigt ihn und verlangt die andere Backe. Ferovius erduldet die beiden Schläge - und schlägt dann vor, dass er das Experiment nun wiederholt und der Patrizier sich wie ein Römer verhalten soll - wenn er sich traut. Doch vor den Schlägen fürchtet sich der Patrizier derart, dass er ohnmächtig wird. Ferovius meint, der Geist Gottes sei über ihn gekommen. Die Christen lachen - so also sehen seine berühmten Bekehrungen aus!

Kaiser Antonius kommt derweil zu dem Schluss, dass das Ermorden der Christen keine so gute Idee ist - denn für jeden Christen, den sich die Löwen holen, gehen zwei neue aus dem Kolosseum heraus. So ist es sein Schicksal geworden, das Christentum anzufachen. Vielleicht wird er so eines Tages deren größter Held sein. Auch der Zirkusdirektor klagt: Das ständige Verfüttern der Christen bringt die Spiele mit der Zeit um ihre Höhepunkte.

Schließlich kommen die Christen vor dem Kolosseum an. Seht euch um, ruft der Hauptmann, das ist die Arena, wo ihr sterben werdet. Androcles, der geborene Kultur-Tourist, meint das sei ja interessant, Reisen bilde doch ungemein. Hier begegnen sie ihren Co-Stars: den Löwen. Die Christen albern herum und stellen sich den Löwen als ihr Frühstück vor. Lavinia meint, sie sei der Geflügelsalat, Ferovius der Rostbraten und Androcles sei der Milchbrei. Die Wärter sind empört - Könnt ihr euch als Märtyrer denn nicht ordentlich benehmen?!

Der Kaiser empfängt unterdessen den Hauptmann. Der berichtet, wie er versuchte, Lavinia zu bekehren. Der Kaiser seufzt, leider sei es normalerweise umgekehrt. Sogar in seinem eigenen Palast gibt es wohl schon Christen. Im nächsten Bild sehen wir, wie einer der Berater des Kaisers zu den Christen in den Kerker geworfen wird. Er hat Gold aus den Tempeln genommen, um die Christen damit zu unterstützen. Nun hofft er auf den Märtyrertod, denn sonst fährt er zur Hölle. Aber Androcles beunruhigt ihn - was wenn er nun plötzlich an einem natürlichen Tod stirbt? Schließlich geht die Pest um in Rom. Aus diesem Überlegungen heraus holt sich der Hauptmann Lavinia. Wieder versucht er, sie zu überzeugen. Diesmal meint er, Zeus, Juppiter und Gott seien doch nur verschiedene Namen für einen Gedanken. Warum also nicht auch ihnen opfern - und am Leben bleiben? Kann ein Gott so grausam sein, dass er ihren Tod verlangt? Lavinia erklärt, dass der Glaube Roms nur noch hohl ist, ein Symbol für Gottlosigkeit und Terror. Nicht einmal die Römer selbst glauben noch an diese Götzen. Sie meint, man muss für seine Überzeugung sterben können, wenn die Überzeugung voller Leben ist und Wahrheit. Der Hauptmann sieht sie mit großen Augen an (vermutlich weil das schöne Mädchen offenbar ein Fundamentalist reinsten Wassers ist).

Am nächsten Morgen. Die Christen plaudern über Insiderwissen aus dem Showbizz, also ob Gladiatoren wirklich sterben oder nur so tun. Sie sehen zu, wie die Gladiatoren vor dem Spiegel stehen und Make-Up auftragen. Der Tempeldieb verliert die Nerven: Jetzt will er opfern - und rennt in sein Verderben, denn hinter der Tür wartete ein Löwe auf seinen Einsatz. Nun ist er doch nicht als Märtyrer gestorben (denn das gilt nur als tragischer Arbeitsunfall).

Der Kaiser stattet den Christen noch kurz einen Besuch ab, da er Ferovius als Prätorianer anwerben will. Doch der schlägt natürlich aus - er will einen ehrenvollen Tod. Den kann er haben: Die Christen sollen sich Rüstung und Waffen suchen und kämpfen - oder sich ohne Waffen den Löwen zum Fraß vorwerfen. Ferovius fürchtet um seine Seele: er könnte sich aus Versehen wehren. Der Direktor ruft: Warum dauert das denn so lange? Ein Angestellter: Es sind die Christen, die so bummeln!
Und tatsächlich: In der Arena vergisst Ferovius sich - und kämpft statt demutsvoll den Opfertod zu sterben. Androkles und Lavinia sind alleine im Warteraum. Noch einmal kommt der Hauptmann zu ihr. Lavinia gibt zu, dass ihr Glaube inzwischen vor Angst zerflossen ist. Er ist entsetzt - jetzt stirbt sie für nichts! Aber sie meint, sie sterbe nun nicht für Märchen und Religionen, sie sterbe für etwas viel Größeres als das - vielleicht Gott selbst.
Da kommt Ferovius zurück - er hat sechs Gladiatoren getötet und damit seinen Heiland verraten. Doch der Kaiser ist begeistert! Wenn Christen so kämpfen können, dann sollen fortan nur noch Christen für ihn kämpfen - er befiehlt allen Soldaten, sofort Christen zu werden.

Nach diesem Meinungsumschwung werden alle Christen freigelassen. Doch halt - für den importierten Löwen benötigt man zumindest einen noch, denn so steht es im Programm. Doch wen nehmen? Die Wahl fällt auf Androkles, denn den halten ja alle nicht nur für einen Christen, sondern auch für einen Zauberer (was ebenfalls streng verboten ist). Dem ist das ganz Recht - kann er doch so die Ehre der Schneider wieder herstellen.
In der Arena erwartet ihn ausgerechnet der Löwe, dessen Pfote er geheilt hat. Der Löwe und er feiern fröhliches Wiedersehen. Als Beherrscher des Löwen beeindruckt Androkles den Kaiser so, dass er auch ihn frei abziehen läßt. Jetzt wird Ferovius doch noch Prätorianer und bleibt beim Kaiser, Lavinia bleibt beim Hauptmann - und der Löwe bleibt bei Androkles.

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