Translator
Cleopatra
Caligula
Hercules
Jason und die Argonauten
Spartacus
Ben Hur
Die zehn Gebote
Quo Vadis
Troja
Gladiator
ROM
The Fall of the Roman Empire
Kampf um Rom
Asterix und Kleopatra
Intolerance
Das Leben des Brian
Die letzten Tage von Pompeji
Karthago in Flammen
Bibliothek der Sachgeschichten
Das alte Rom
Maciste Sohn des Herkules
Barabbas
The Arena
Die letzte Legion
Imperium
Lysistrata
Die Rache des Herkules
Attila der Hunne
Held der Gladiatoren
Augustus
Troja Mythos oder Realität
Dia alten Ägypter
Pompeji der letzte Tag
Colosseum Arena des Todes
Die Pyramide

Ansicht wählen:
Name - Cover Übersicht

David und Bathseba

Originaltitel:David and Bathsheba
Premiere im Jahr:1951
Regie:Henry King
Handlung spielt im Jahr:990 vor Christus
Darsteller:Gregory Peck ... König David

Susan Hayward ... Bathseba

Raymond Massey ... Nathan, der Prophet

Kieron Moore ... Uriah, Bathsebas Mann

James Robertson Justice ... Abishai, Davids Diener

Jayne Meadows ... Michal, Sauls Tochter, Davids erste Frau

Dennis Hoey ... Joab, Davids General

Gilbert Barnett ... Absolom, Davids Sohn

Francis X. Bushman ... König Saul

Paul Newlan ... Samuel, der Prophet

Leo B. Pessin ... David als Kind

Walter Talun ... Goliath

Gwen Verdon ... Tänzerin bei Davids Fest

George Zucco ... Ägyptischer Botschafter

Stand:10.01.2010
Crew:Drehbuch ... Philip Dunne

Produzent ... Darryl F. Zanuck

Kamera (Cinematography) ... Leon Shamroy

Schnitt (Film Editing)... Barbara McLean

Art Direction ... George W. Davis, Lyle R. Wheeler

Kostüme... Edward Stevenson

Musik ... Alfred Newman

Filmgesellschaft:20th Century Fox
Land:USA
Bücher/CD/DVD bei Amazon
Bewertung:
Max. 5 Sterne
- guter Film

 

Bibelfilm, 113 Minuten




Kurzinhalt

Während seine Truppen gegen die Ammoniter kämpfen, beginnt König David ein Verhältnis mit der schönen Bathseba, die in Sichtweite seines Palastes zu baden pflegt. Da man für Fremdgehen damals noch gesteinigt wurde, gehen beide ein hohes Risiko ein. Um sie für sich alleine zu haben, schickt David ihren Ehemann Uriah an die Front. Erwartungsgemäß stirbt dieser. David heiratet die Witwe. Doch nun offenbart der Prophet Nathan, dass Gott den König und sein Volk für den Ehebruch und Mord strafen wird - prompt erleidet Israel eine Hungersnot, und das Kind Bathsebas stirbt...





Kritik:

Schaut alle her, ihr Bibelfilm-Produzenten, hier könnt ihr sehen, wie man's richtig macht!
Dieser sympathische Film ist weitgehend frei von Kitsch in Technicolor und schwülstigem Geigendedudel. Keine Massenszenen und Monumental-Kulissen, dafür Bauten und Kostüme, die schauprächtig sind, aber gleichzeitig richtig echt aussehen. Schöne Naturaufnahmen und Außendekorationen, die so geschickt in die Landschaft eingebettet sind, dass man meint, es sei eine echte Stadt. Die Innendekorationen haben Schränke, Stühle, Betten und Gardinen, als würde wirklich jemand in diesen Räumen leben.

Die Dialoge sind bisweilen etwas lang, man ist heutzutage ein höheres Tempo gewohnt, aber sie sind niveau- und sogar humorvoll formuliert, und bleiben stets erstaunlich lebensnah: Die Kinder zanken sich, die Ehefrau sehnt sich nach mehr Aufmerksamkeit - und der König geht fremd. Ausgerechnet das ist übrigens ziemlich unglaubwürdig: Im Film bemerkt zunächst niemand, dass der König eine Geliebte hat - obwohl er sie ganz offen in seinem Wagen oder auf lange Spaziergänge (ins Heu) mitnimmt.
Entweder nahm Drehbuchautor Dunne an, die Leute waren damals alle maßlos naiv. Oder sie dachten sich harmlose Erklärungen aus (für etwas, was eigentlich ganz offensichtlich ist. Kennen Sie diesen Otto-Witz von den beiden Hunden? "Ach, weißt du, der eine ist blind und der andere schiebt ihn über die Straße").

Davon mal abgesehen, nähert sich der Film dem biblischen Thema einfühlsam und respektvoll - und gewinnt dadurch viel Glaubwürdigkeit. Dies ist nicht zuletzt auch Gregory Pecks Verdienst, der jeder Zoll ein König ist - zwar noch jung, aber schon desillusioniert über das Königtum und das Leben, zwar stets in Gesellschaft, aber zu Hause einsam. Er ist im Thronsaal so überzeugend - wie bei der Knutscherei im Heu.
Ganz selbstverständlich und unprätentiös läßt der Film auch die Geschichten von Davids Auserwählung zum König und seinem Kampf mit dem Riesen Goliath einfließen. So bleibt die an sich ja bekannte Geschichte stets interessant und ist bisweilen sogar recht spannend - Ein zu Unrecht vergessenes Meisterwerk.






Fakten:

* Wie es nach diesem Film mit David und Bathseba weitergeht, erzählt übrigens der Film Die Bibel - David (1997).

* Genau wie in der Bibel ist Bathseba nach König Sauls Tochter Michal, Abigail und Ahinoam Davids vierte Frau - sie alle lebten unter einem Dach zusammen.

* Nach der Bibel bleibt es König David übrigens dann zur Strafe verwehrt, Gott einen Tempel in Jerusalem zu bauen. Dies holt das zweite Kind nach, das er mit Bathseba hat: König Salomon (der dann mit der Königin von Saba auch eine ziemlich komplizierte Liebesgeschichte hat - aber das ist ein anderer Film).

* Ob es je einen König David gegeben hat, ist umstritten. Archäologische Beweise fehlen. In seiner ursprünglichen Bedeutung heißt "David" einfach nur "Heerführer". Die bekannten Überlieferungen könnten also die von einem (oder mehreren) berühmten Kommandanten gewesen sein, die Jahrhunderte später unter dem Oberbegriff "König David" zusammengefasst wurden.

* Warum drehte man solche Filme gerade zu diesem Zeitpunkt? Nun, 1947 (bis 1956) wurden in Höhlen am Toten Meer die berühmten Schriftrollen von Qumran freigelegt, 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Beide Ereignisse weckten das Interesse der breiten Öffentlichkeit an biblischen Themen. Viele der berühmen Filmproduzenten in Hollywood waren Juden und hatten wohl auch selbst ein Interesse an der Frühgeschichte Israels.

* Es gibt eine lange kunstgeschichtliche Tradition, Bathseba im Bade nackt zu zeigen. Doch in diesem Film fällt der geneigte Blick des Zuschauers zunächst auf - einen Paravent aus Holz. Als die nackte Bathseba hinter dem Paravent hervorkommt - schneidet man schnell auf König Davids Gesicht, dem man dann zusieht - wie er Bathseba zusieht. Das ist nun wirklich erstaunlich prüde für einen Film, der (für damals ziemlich gewagt) einen Giganten des Alten Testamentes wie König David beim Fremdgehen und Rumknutschen zeigt.

* Tänzerin Gwen Verdon war damals ein Star am Broadway - vermutlich bekam sie deswegen so viele Filmminuten für ihren exotischen Tanz.

* Francis X. Bushman war der beeindruckende Messala in Ben Hur (1925).

* James Robertson Justice gab in Land der Pharaonen (1955) den Architekten der Großen Pyramide.

* Phil Dunne hat für die 20th Century Fox noch viele andere Filme geschrieben, u.a. auch Das Gewand und Sinuhe, der Ägypter. David und Bathseba ist sein gelungenster Monumentalfilm.

myTreasures Plugin (v2.2.5) by Marcus Jäntsch